John Crowley, vielleicht mein Lieblingsautor, war ja schon des �fteren Thema auf dieser Seite; insbesondere Little, Big habe ich wiederholt erwähnt. Ich habe es -Amazon sei Dank!- geschafft, mit eine antiquarische Ausgabe seines ’87er Werkes Ægypten zu sichern – und ja, die Schreibweise ist wichtig; ein Kerngedanke des Buches dreht sich um die Idee, das Ägypten und Ægypten nicht gleich sind – gibt es eine zweite, eine geheime Geschichte der Zeit?
Es werden allein in diesem ersten Band einer Tetralogie (die nächsten sind Love and Sleep(1993) und Dæmonomania (1999)) drei ineinander verschachtelte Bücher im Buch aufgebaut… alles scheint mit dem “busbrüchigen” Historiker Pierce Moffet zu beginnen, der schon als Kind ein wenig merkwürdig zu sein schien. Jedenfalls hatte er das Gefühl:
Unten im Tal setzte sich ein Kohlezug, der die ganze Nacht unbeweglich still gelegen hatte, eine Karawane dunkler Ungeheuer, alle gleich, mit einem langen Schnauben in Bewegun. Er war vielleicht hundert Waggons lang: er hatte schon oft ängere Züge gezählt. Die Waggons wurden an der Grube bei dem Füllort des Bergwerks beladen, und der Zug brauchte Stunden, bis er voll war und die Stadt und das Tal verlassen hatte auf seinem Weg wohin auch immer. Die Lokomotive, die ihn zog, schnaufte langsam und angestrengt, wie ein alter Mann, der einen Hügel hinaufkeucht: Sch. Sch. Sch. Sch.
Sein Weg führte ihn hinunter zur Hauptstraße an dem kleinen Fluß entlang, der zur Stadt floß, und an der Kirche vorbei und weiter. In Gedanken an die Hunde des frühen Morgens brach er auf, die Hände in den schmierigen, vertrauten Taschen seiner Jacke vergraben, vertraut, aber irgendwie nicht seine eigenen. Ich bin nicht von hier, dachte er: und weil das die Wahrheit war, schien sich damit zu erklären, warum seine Umgebung das zarte Gefühl von Lebendigkeit in ihm abstumpfte: dieses harte Zwielicht, diese Straße, jener schwarze Zug und sein Dampf. Ich bin nicht von hier; ich bin von einem anderen Ort. Die Straße sah länger aus als jemals am Tag; am Fuße des Hügels war die Welt noch dunkel, und die Dämmerung weit.
Weiter kommen Figuren wie der berühmte englische Mystiker Dr. John Dee und Giordano Brunovor; und sie sind keineswegs die merkwürdigsten.
Mehr über Crowley gibt es auf der John Crowley Website und in diesem kleinen Gespräch mit dem Autor:
“One of the jobs I set myself,” Crowley explains, “is to make it convincing that realistic and ordinary people are inhabiting fictional worlds where the miraculous and the unreal and the bizarre and the awful don’t happen–then project them into a world where such things can happen. The basic idea of the book, beside the idea of time passing through a gateway, is the Gnostic mythology that we are really the gods, that human beings are final, and that the gods who come between us and the unknown, fore-existing God are really lesser than us and not our masters, although we have let them become our masters. The gods create the world by language, by imposing rules upon us; we discreate the world by language in the same way and create our own in its stead.”
Through the angelic communications transcribed by John Dee, and the Brunist art of memory (Francis Yates’s works on the Hermetic tradition are seminal here), Crowley attempts to tap into a divine “world of innumerable and endless processes producing an infinite number of things” (L&S 416). The trick is to link the processes of Renaissance magic with the fairly quotidian lives of his Blackbury Jambs gang. These include an astrologer, a hardcore Gnostic, and devotees of the pseudoscience of Climacterics, which straddles biorhythms and Scientology to explain how personal growth interpenetrates with history and the feeling that the world grows older as we do.
