Oktober 2004

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Die meisten von uns haben schon einmal ein neues Auto gesehen, einige sogar eines gerochen. Wie ich immer wieder höre, ist diese Melange von Klebstoff- und Plastikausdünstungen ein ganz wichtiger Faktor bei den Kunden – wenn der Wagen neu! riecht, zahlt man auch entsprechend. Deswegen steht auch bei frischeren Gebrauchten auch immer noch dabei, daß der Karren noch “riecht wie ein Neuer”. Die Leute spinnen, natürlich. Aber das ist ja nun auch nix Neues. Natürlich gibt es den Duft passend zur Haptik natürlich auch aus der Spraydose – nichts ist den Verkäufern heilig – auch das, altbekannt.

Nun, angenommen, die Wirkung auf die in der Regel männlichen Käufer ist so durchschlagend – vielleicht sollte man ein Parfüm für einsame, bindungsfreudige Ladies auf den Markt bringen, mit einer dezenten Plastik-und-Lösungsmittelnote, die echte Kerle (TM) zu willenlosen Opfern ihrer Reize und nicht zuletzt ihres Duftes macht? Empfinden sie die Liebe, die in dieser Tiefe ein klassischer Deutscher Mann nur für ein Automobil empfinden kann? Gibt es Romantik, oder wollen sie nur kurz ihr Lenkrad anfassen? Ist es nur eine Probefahrt für eine Nacht? Egal. Wenn ich einen Sinn für Geschäfte hätte, würde ich Euch das nicht einfach so schreiben, sondern stinkend reich werden. Aber, ich bin leider allzu ehrenwert.

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.. fühle ich mich immer noch nach einer Nacht voller anstrengender, leider vollkommen braver Vergnügungen (Bier istbrav) und einem Tag voller fürchterlicher körperlicher Plackerei, die man “Letze Züge Umzug” nennt. Ich war ja sowas von erledigt – erkältet habe ich mich wohl auch noch, Schuld bin nicht nur ich – sondern vor allem auch das tropisch temperierte Treppenhaus der nun ehemaligen Wohnung meiner liebenswerten Mitbewohnerin, die einen bei der geringsten Belastung in Schweiß ausbrechen läßt, und beim Verlassen des Hause zu fröstelnden Unlustreaktionen zwingt.
Mein Zimmer sieht schon ziemlich bewohnbar aus – minus PC und DSL – was also schonmal klar macht, daß es nur bewohnbar aussieht; es aber für mich noch nicht ganz ist. Daß wir noch keine Küche haben, und alles voller Kartons steht ist unwichtig. Hauptsache alles ist verdrahtet und ich kann mir einen feinen Tee kochen.
Ein Gentleman sollte seine Prioritäten nie aus den Augen verlieren.

Karawane der Tapferen

Gleich schleppen die Männer der Familie (das schließt mich ein) mein schweres Gerät in die neue Wohnung. Endlich! Die Umzieherei zieht (sic!) sich (sic!) leider immer deutlich länger als befürchtet.

Jochen Bendel bei Blondes Gift war seit langem wieder einmal eine Sternstunde dieser Sendung, die von den scheinbar unvermeidlichen ProSieben/Sat1 Durchreich-Verbrauchspromis leider immer wieder auf Durchschnittslangeweile hinabgedummt wird. Heute zeigte sich wieder einmal, zu welch erfreulichen Höhen sich die Show bei Interesse und Motivation der Moderatorin und interessanten Gäste aufschwingen kann. Schön!

Gestern habe ich eines der krasseren Erlebnisse meiner Ausgehkarriere hinter mich gebracht – ich habe ja schon einiges erlebt – bei-120-von-hinten-aufs-Armaturenbrett-klettern, stinkende Grenzfascho-Anhalter, Mögliche Zeugung von Kindern, Drogen aller Art, diverse Schlägereien, Eierlikör, und ein Perpetuum Mobile. All das kann nur vor den Verwandten von Swedengirl erblassen – bzw einem Verwandten und dessen Kollegen/Kumpel, die beim Car-Sharing Start für den Abend im Ol’ Stammladen (nachdem das Hardcorespecial im Ringlokschuppen abgeschreckt hatte – insbesondere in Anbetracht der Dieselpreise) bereits ordentlich gutes, deutsches Bier und spanischen Wein vorgetankt hatten. Natürlich sprachen sie nur spanisch und schwedisch, und waren bester Laune. Immerhin hatten sie in diversen Umwegen scheinbar schon bei ihrer Ankunft (sie sind schnell mal von Lyon rübergekommen…) mindestens halb Deutschland kennengelernt (München, Dortmund, Freiburg, Hannover…) und waren allmählich durstig.

Um den folgenden Teil zu verstehen, muss man wissen, daß Alkohol in fast ganz Skandinavien durch hohe Versteuerung enorm teuer ist, und sowas wie Bier ganz und gar nicht in dem Maße getrunken wird. So daß beide, vor allem aber der große und laute Teil der schwedischen Horden, sehr, sehr schnell zu Opfern der scheinbar mit Eisenlebern ausgestattenen Nordkreis-Jugend wurde, die bekanntlich mit Wacholder, Korn und Bullenschluck aufgezogen wird.

Das unaufhaltsame Unheil nahm also seinen Lauf, schwankende Schweden, glückliche Landjugend, immer lautere Geräuschkulisse, und lustige Verständigungshindernisse, die alle mit “Noch eins!” überwunden werden konnten.

Bis Irgendwer auf die Idee kam, sich Iron Maiden zu wünschen, und der unglückselige DJ dem Wunsch nachkam – beleibte Schweden scheinen irgendwie im Suff auf die Idee zu kommen, flugfähig zu sein- zumindest die helikopterhaften Ruderbewegungen beim “Tanz” scheinen diese Idee nahezulegen – auf jeden Fall wurde es höchst amüsant für die Zuschauer, und um so peinlicher für “Ich nehme nie wieder Verwandschaft mit!”-Swedengirl, die bei jeder Gelegenheit von den Barbaren hochgehoben und ein wenig geherzt wurde. Und geschleudert. Sie haßt das, wie ich aus eigenen leidvollen Versuchen gelernt habe. Der Abend wurde später, man unterhielt sich (englisch ging dann plötzlich doch, und spanisch – scheinbar nur später am Abend), und allmählich ließ des Nordmanns Durchhaltevermögen nach – zuerst die Blase, dann die dünne Schicht antrainierten zivilisierten Verhaltens, die einen brodelnden See barbarischen Berserkertums nur notdürftig verschleiert hatte. “You, my friend – you know… you… you want to fight?” – aus dieser beständig wiederholten Anfrage, kombiniert mit freundlichem, aber kräftigem in-den-Schwitzkasten-nehmen, ist glücklicherweise kein neuer 30jähriger Krieg entstanden. “No.” reichte aus. Freundliche Schweden, das.

Über einige weitere Ereignisse breite ich den Mantel des Schweigens aus, auch im Interesse der Völkerverständigung. Jedenfalls gab es auch auf der Heimfahrt kein Blutvergiessen, die meisten schwächlichen Schwinger des Berserkers trafen seinen Landsmann – bis er plötzlich eindöste, und sich bei der Ankunft beim Versuch, den Rücksitz durch die Vordertüre des Automobils zu verlassen, tragisch mit seinem Bauch verkeilte.

Ich habe mich schnell aus dem Staub gemacht.

Noch ein Quiz?

You are .dll You are dynamic.  You are constantly in danger of bringing down the house, because you don't play well with others.
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