… bin ich dann noch einmal spontan in den Laden ohne Namen gefahren, weil das Fernsehprogramm einfach erschütternde Abendstunden versprach – nachdem Nip/Tuck einen bizarre, aber nicht richtig lustigen Einstand mit einem echten Brüller ganz am Ende auf den Sex and the City Sendeplatz gemacht hat.
Der Laden war voll, aber nicht zu voll, wie am Samstag – und genau die richtige Menge an guten Freunden war anwesend – nicht so wenige, daß man sich verloren fühlen mußte – aber auch nicht so viele, daß man schon fast ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sich für ein paar Minuten hinsetzt – die vielen anderen könnte man dabei ja verpassen. Vielleicht bin ich auch einfach nur neurotischer als der Durchschnitt, und nein, darauf will ich keine Antwort von euch
Jedenfalls habe ich mich sehr amüsant unterhalten – wie immer fingen die Damen in der Runde (bzw den Runden – ich ließ mich herab, zwischendurch in aller Freundschaft den Sitzplatz zu wechseln) irgendwann damit an, über sekundäre und primäre Geschlechtsorgane zu plaudern – die eigenen und die anderer Leute. Tun sie das bei Euch auch? Eigentlich ist doch die Geschlechterkrieg(TM)-PR eher in die Richtung gepolt, das man so etwas einfach nicht macht. Bis SITC das entspannte Lästern und Abschätzen über Vor- und Nachteile der körperlichen Ausstattung salonfähig gemacht hat – unterhaltsam, aber immer ein gefährliches Thema.
Irgendwann schlief Frau K. ein, wie immer – sie zieht sich die schuhe aus, legt sich auf den Cafébank und beginnt zu schlummern. Und ich konnte mich mit ihrer unfassbar attraktiven Freundin sehr gut und angenehm unterhalten – offensichtlich teilen wir eine Überzeugungen – immer ganz erfreulich zu erfahren, daß die eigenen Ansichten nicht allein die wirren Phantasien eines einsamen kranken Geistes sind, sondern das auch andere kranke Geister ähnlich denken. Nicht das ich ihr etwas derartiges unterstellen würden; mens sana in corpore sano trifft bei ihr in aller Offensichtlichkeit zu. Unfassbarerweise hatte sie noch nie einen Freund, wie ich später erfuhr.
Die letzte, verspätete Mitfahrerin, die den Abend scheinbar knutschend mit einem angeblich unglaublich unattraktiven jungen Herrn verbrachte, der am Ende schlappe ¤76,50 an der Kasse hinterließ – scheinbar immer noch einigermaßen zurechnungsfähig. Ich denke, ich weiß wer für große Teile dieses astronomischen Betrages verantwortlich ist…. nun ja.
Es ist ja nicht so ganz einfach, wenn man die Kneipe/die Disco zumacht, es glatt ist, und trotzdem…. die Knutscherei nicht unterbrochen wird. Ich bringe es ja auch nicht recht übers Herz, mich dazwischenzudrängen. Die Anderen leider auch nicht, wie sich zeigte.
Tatsächlich haben wir es dann doch noch irgendwie geschafft, und … nach einer ausgiebigen Abschiedszeremonie… waren wir dann auch vollständig. Die Knutscherin, deren Namen ich lieber geheim halte – immerhin musste ich, “Thorsten”, das schwören – war ganz und gar aufgelöst.
“Oh, der ist bestimmt in mich verliebt… das war so toll.. ich küsse ja so gern…. erst war der ganz schüchtern… und dann… dann … gar nicht mehr so schüchtern.
Der denkt jetzt bestimmt, wir wären zusammen. Und schreibt mit bestimmt noch diese Nacht eine SMS…. Ich will das doch gar nicht.. ich kenn den doch schon Jahre… hab den nie mit einer Frau gesehen… aber der küsst sogut!… Ich bin so eine …
.. seit ich Single bin, bin ich knutschsüchtig…! Aber das war so gut…”
Frau K., in ihren Wissentschaftliche-Neugierde-Tonfall:”War sein Schwanz hart?”
Ihr seht schon, das war lustig.
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