Dezember 2004

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So, das ist also 2004. Begann mit einer Katastrophe für mich. Endete mit einer Enttäuschung und einer Katastrophe. Ich würde sagen, ich bin in wenigen Jahren so sehr gewachsen, auch wenn es glücklichere Jahre gegeben hat – sicherlich habe ich selten mehr verloren; aber ich kann alles in allem nicht behaupten, daß es nichts “gebracht” hat.

Also, meine Freunde, trinkt auch mal auf mich, heute nacht – ich werde sicher an Euch denken. Einen guten Rutsch!

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… bin ich dann noch einmal spontan in den Laden ohne Namen gefahren, weil das Fernsehprogramm einfach erschütternde Abendstunden versprach – nachdem Nip/Tuck einen bizarre, aber nicht richtig lustigen Einstand mit einem echten Brüller ganz am Ende auf den Sex and the City Sendeplatz gemacht hat.

Der Laden war voll, aber nicht zu voll, wie am Samstag – und genau die richtige Menge an guten Freunden war anwesend – nicht so wenige, daß man sich verloren fühlen mußte – aber auch nicht so viele, daß man schon fast ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sich für ein paar Minuten hinsetzt – die vielen anderen könnte man dabei ja verpassen. Vielleicht bin ich auch einfach nur neurotischer als der Durchschnitt, und nein, darauf will ich keine Antwort von euch :)

Jedenfalls habe ich mich sehr amüsant unterhalten – wie immer fingen die Damen in der Runde (bzw den Runden – ich ließ mich herab, zwischendurch in aller Freundschaft den Sitzplatz zu wechseln) irgendwann damit an, über sekundäre und primäre Geschlechtsorgane zu plaudern – die eigenen und die anderer Leute. Tun sie das bei Euch auch? Eigentlich ist doch die Geschlechterkrieg(TM)-PR eher in die Richtung gepolt, das man so etwas einfach nicht macht. Bis SITC das entspannte Lästern und Abschätzen über Vor- und Nachteile der körperlichen Ausstattung salonfähig gemacht hat – unterhaltsam, aber immer ein gefährliches Thema.
Irgendwann schlief Frau K. ein, wie immer – sie zieht sich die schuhe aus, legt sich auf den Cafébank und beginnt zu schlummern. Und ich konnte mich mit ihrer unfassbar attraktiven Freundin sehr gut und angenehm unterhalten – offensichtlich teilen wir eine Überzeugungen – immer ganz erfreulich zu erfahren, daß die eigenen Ansichten nicht allein die wirren Phantasien eines einsamen kranken Geistes sind, sondern das auch andere kranke Geister ähnlich denken. Nicht das ich ihr etwas derartiges unterstellen würden; mens sana in corpore sano trifft bei ihr in aller Offensichtlichkeit zu. Unfassbarerweise hatte sie noch nie einen Freund, wie ich später erfuhr.
Die letzte, verspätete Mitfahrerin, die den Abend scheinbar knutschend mit einem angeblich unglaublich unattraktiven jungen Herrn verbrachte, der am Ende schlappe ¤76,50 an der Kasse hinterließ – scheinbar immer noch einigermaßen zurechnungsfähig. Ich denke, ich weiß wer für große Teile dieses astronomischen Betrages verantwortlich ist…. nun ja.
Es ist ja nicht so ganz einfach, wenn man die Kneipe/die Disco zumacht, es glatt ist, und trotzdem…. die Knutscherei nicht unterbrochen wird. Ich bringe es ja auch nicht recht übers Herz, mich dazwischenzudrängen. Die Anderen leider auch nicht, wie sich zeigte.
Tatsächlich haben wir es dann doch noch irgendwie geschafft, und … nach einer ausgiebigen Abschiedszeremonie… waren wir dann auch vollständig. Die Knutscherin, deren Namen ich lieber geheim halte – immerhin musste ich, “Thorsten”, das schwören – war ganz und gar aufgelöst.

“Oh, der ist bestimmt in mich verliebt… das war so toll.. ich küsse ja so gern…. erst war der ganz schüchtern… und dann… dann … gar nicht mehr so schüchtern. Der denkt jetzt bestimmt, wir wären zusammen. Und schreibt mit bestimmt noch diese Nacht eine SMS…. Ich will das doch gar nicht.. ich kenn den doch schon Jahre… hab den nie mit einer Frau gesehen… aber der küsst sogut!… Ich bin so eine … .. seit ich Single bin, bin ich knutschsüchtig…! Aber das war so gut…”
Frau K., in ihren Wissentschaftliche-Neugierde-Tonfall:”War sein Schwanz hart?”

Ihr seht schon, das war lustig.

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Ich schaue gerade Amelie – sie erinnert mich an jemanden, so sehr – jemand ihr so vollkommen unähnlich, daß die ses Gefühl um so härter einschlägt, ein verschwundenes Mädchen, die den Film so sicher geliebt hat … nun ja.
Genug davon.

P.S.: Puh. Von der habe ich überhaupt erst die Empfehlung zu diesem Film, muss ich sagen… ja, genug davon. Genug.

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Das ist doch eher ein faul/angenehmes Weihnachten – zwar mit eher spärlichen Geschenken in der Familie, aber dennoch war ich der am reichsten Beschenkte – wirke ich bedürftig? Jedenfalls bin ich unter anderem seit neuestem Besitzer eines nagelneuen Eierkochers und Mario Barths “Deutsch-Frau/Frau-Deutsch” Langenscheidts.
Wie wohl nicht anders zu erwarten, waren wir im Stammladen, sogar Heiligabend – da war es eher leer -eher bedeutet in diesem Fall “nicht so unglaublich voll wie gestern”, als Leute schon gegen 23 uhr eine gute halbe Stunde Schlange stehen durften. Aber das war sehr nett ansonsten – alte und neuere Freunde getroffen, gelacht, gelabert, und als Fahrer den anderen beim hemmungslosen Saufen und Dummheiten machen beobachten. Eine wahre Freude! Bis der nunmehr anonymisierte Herr N. doch ein wenig zu sehr dem Suff zugesprochen hatte, und wohl das erste Mal in seinem Leben “Bitte… ich … muss… wohl.. bald.. nach Hause. Ich muss!” und sich dann unterwegs wieder einmal den Geräuschen nach scheinbar widerwillig von seinem Mageninhalt trennte.
Ein gelungener Abend, der ruhig noch ein wenig länger hätte andauern dürfen.

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Frohe Weihnachten, oder…

… “Frohe Feiertage” für die verbitterten Zyniker unter Euch. Alles Liebe in jedem Fall, und …
Marv aus : Sin City von Frank Miller

Helden

It’d be horrible if you’d never been a hero. It’d be like you’d never been alive.

Hm. Das ist nicht ganz falsch. Aus Warren Ellis aktueller Kolumne Streaming #18.

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