Da war noch diese Frau, die ich gestern abend in einer bestimmten Kneipe gesehen habe. Die kannte ich einmal, vor… meine Güte, 5 Jahren? Wir waren dabei Freunde zu werden, und ich hatte natürlich mein Herz längst an sie verloren, als wir kurz vor dem Ziel waren – nämlich, die Sorgenonkel-und-Dramaqueen Unterhaltungen in etwas erheblich Gesünderes und Tragfähigeres zu verwandeln. Damals eine sehr heilsame Erfahrung für mich – den damals archetypischen “Kumpeltypen” ohne Hoffnung auf eine Freundin oder eine Freundschaft mit einer Frau auf gleicher Ebene. Wir gingen die ersten Male gemeinsam aus, und alles war wundervoll. Wir tranken Tee im Café, und wenn sie heulen mußte, hielt ich sie im Arm.
Am nächsten Wochenende trafen wir uns wieder, und sie ignorierte mich vollkommen. Es war nicht einmal so, daß sie sich wegdrehte… sie sah mich. Aber sie nahm mich nicht wahr; ich war so anonym wie ein Fremder in einer Menschenmenge.
Das ging dann die nächsten Monate so, und nach ein paar Monaten sprach ich sie an… es kam ein “Hallo.” Dann… war sie weg. Das war das letzte Wort von ihr, und gestern abend… war sie wieder da, mit ihrem Freund, nehme ich an.
Ich bin sicher, sie hat mich gesehen. Ich bin sicher, sie hat mich erkannt. Ich bin sicher, sie hat mich sie grüßen gesehen. Sie schaute durch mich hindurch, als wäre ich Glas.
Ich bin nicht ganz sicher, wie ich reagiert hätte, wenn sie mich tatsächlich offiziell zu Kenntnis genommen hätte – ob ich ihr wütend ganz genau gesagt hätte, wie sehr ich enttäuscht von ihr war, ob ich sie fragen würde, was sie denn von mir denken würde – oder ob ich sie einfach in den Arm genommen hätte und die eine oder andere Träne vor Freude oder Erleichterung vergossen hätte. (Natürlich so, daß niemand etwas davon gemerkt hätte. Ahem.)
Ich kann behaupten, ich wäre über diese Sache hinweg, und das bin ich auch – ich habe seit Jahren nicht mehr an sie gedacht, und ich habe ganz andere Sorgen, die mir hin und wieder den Schlaf rauben. Aber.
Es tat trotzdem weh, sie gehen zu sehen. Alte Narben melden sich immer dann, wenn man glaubt, sie vergessen zu haben.
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