Juli 2005

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Ich habe mir mal ein paar Filmtrailer für kommende cineastische Sternstunden angeschaut, und will nun eure Meinungen. Zur Strafe gibt es auch meine:

  • V for Vendetta. Alan Moores Name ist von diesem Projekt auf dessen ausdrücklichen entfernt worden – zu viele entscheidende Details sind geändert worden, scheinbar um die (amerikanische?) Zielgruppe nicht zu beunruhigen. Im Comic gab es ein England, dem es nach einem Atomkrieg schlecht ging – Kultur kann man sich nicht mehr leisten, dann kann man sich diese umständlichen Verhandlungen in einer demokratischen Regierung leider nicht mehr leisten, man braucht einen starken Führer, und dann kann man sich Meinungsfreiheit auch nicht mehr leisten, weil man ja zusammenstehen muss… im Film hat Nazideutschland den Krieg gewonnen; die faschistische Regierung ist also im Gegensatz zum Comic gegen den Willen der Bevölkerung an die Macht gekommen. Der anarchistische maskierte Terrorist “V” taucht auf…
    Das ganze sieht immerhin aus wie der Comic, und die Actionsequenzen sehen gut aus. Leider geht es in V For Vendetta nicht um Action. [Link]
  • Doom. Wie Camerons Aliens, nur irgendwie 20 jahre zu spät. Aber nicht so schlecht wie erwartet. Ach ja, der “Rock” Dwayne Jackson darf mitspielen. [Link]
  • Ghost Rider. Nicholas Cage als Marvels Bikerheld mit Flammenschädel, der eigentlich eher als Tattoomotiv bekannt ist. Naja, toll ist der Trailer nicht, aber auch nicht gerade unfassbar schlimm. Den Geisterreiter sieht man kaum. Aber Sam Elliott spielt mit. Pluspunkt.[Link]
  • The Brothers Grimm. Terry Gilliams neuer Film, mit Matt Damon, Heath Ledger und – wow! – Monica Belluci als die berüchtigten betrügerischen Fabelwesenjäger – die Gebrüger Grimm. Große Klasse, und genau in der Ecke, in der Gilliam brilliert. Den will ich sehen.[Link]

Fein war es, das Konzert – auch wenn die Band im Gegensatz zu ihrem letzten Auftritt im Forum relativ lange brauchten, um in Schwung zu bekommen, wohl nicht zuletzt durch hartnäckig nicht-funktionierende Mikrofone, die zwischendurch instrumentale Einsprengsel erzwangen – auch haben sie mindestens 5 völlig neue, teils ungewohnt rockige Stück gespielt, und einige vollkommen obskure Coverversionen, die auch den größten anwesenden Experten maximal ein “hab ich irgendwo schonmal gehört.. vielleicht” entlocken konnten. Aber Calexico dürfen sowas, und sind auch ansonsten nicht im geringsten aus der Ruhe zu bringen – knappe 2,5 Stunden haben sie gespielt, durchaus mit einigen Längen, aber immer mit einem natürlichen Charme, und lässig-gekonnter Musikalität. Eine dieser Bands, die es durchaus wagen kann, ihren größten Hit in einer mindenstens zwanzigminütigen Version zu spielen, die ihren berüchtigten Tanzflächenfeger “Crystal Frontier” zu einem stillen, gespenstischem Stück machte, bevor dann die Bläser endlich zum Finale aufspielen durften, und das Volk zu einer zumindest in meiner Umgebung recht entfesselt tanzenden Horde zu mutieren. Calexico machen, was sie wollen, und kommen damit durch, frenetisch bejubelt selbst durch einige Längen.
Wir konnten kaum noch stehen, als es dann vorbei war. Das war schon okay.

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Der Secret Gig ist von Calexico, einer der besten Bands des Globus, und wird sind da, im Forum Bielefeld. Soweit ich weiss gibt es auch noch Karten… es wird dieses Jahr kaum Clubkonzerte geben, und man sollte sich vielleicht überlegen, sich noch schnell auf den Weg zu machen. Ich mache mich in 45 Minuten auf den Weg und werde sicher noch mehr dazu schreiben. Horrido!

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Doctor Who Nummer 10Der zehnte Doctor in der gro�en Tradition der wundervollsten SF-Serie aller Zeiten ist David Tennant, seine Begleiterin ist Rose (Billie Piper), ein Erbst�ck aus der Zeit vor seiner Regeneration (Nicht-Whovian: Ignorieren , und einfach “Umbesetzung” lesen) und beide offenbar im Besitz neuen Zwirns. Offenbar hat der Doctor nach seinem halben Jahr in einer Lederjacke und kurzem, borstigem Haarschnitt die Segnungen sowohl des B�geleisens als auch der Haarb�rste zu vernachl�ssigen gelernt – aber das st�rt mich pers�nlich nicht sonderlich – ich kann mich mit jeden Knitterlook hervorragen identifizieren.

Ich muss sagen, er sieht in der Tat erheblich timelordiger als sein fantastischer Vorg�nger Christopher Ecclestone aus – ein Wandel ist ja genauso Tradition wie “etwas” exzentrisches Auftreten. Verglichen mit optischen Gewalttaten wie Colin Bakers Outfit aus den 80s (welches ich hier aus R�cksicht nicht zeigen werde) ist er jedoch sehr, sehr dezent. Schade, dass wir bis Weihnachten auf neue Folgen warten m�ssen – nat�rlich wieder �ber dunkle Umwege, denn bisher war kein deutscher Sender klug genug, die Ausstrahlungsrechte zu ergattern. Egal, Doctor Who muss man eh in englisch sehen.

David Tennant says of his striking new look: “I think we’ve come up with something distinctive that’s both timeless and modern, with a bit of geek chic and of course, a dash of Time Lord! Most importantly Billie tells me she likes it – after all she’s the one who has to see me in it for the next nine months! ”

Billie Piper, who will star alongside Tennant in the Christmas special and all 13 episodes in series two, says: “I’m thrilled to be stepping back into the role of Rose. We plan to make series two even bigger and better and challenge the viewers’ imaginations like never before. Wait until you get a load of the new doctor!”

Mehr neue Bilder und Infos auf der offiziellen Website.

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Um zirka 11 uhr abends kam mein Bruder zu mir, und meinte, ich sollte mit ins AJZ kommen, und “keine Zicken”. Das habe ich dann auch gemacht, und als wir dann ankamen, war es noch ziemlich leer, und Zeit für die eingebaute Kneipe, die noch sehr bassig von der Schloßhofstrassen-Beschallungscrew beschallt wurde, so sehr das Bier interessante Wellen im Glas schlug, aber nicht ganz unangenehm.

Die Leute tauchten allmählich auf, und sie begannen zu tanzen.

Sie tanzten den neuen Robotertanz.

Die Musik war gut, und die Leute sangen trotzdem deutsche Volkslieder auf dem Hof, was ungewöhnlich war.

So ist das mit dem zweisein

Vor ein paar Tagen ging ich aus, und zwar allein – die scheinbar unvermeidlichen Leerlaufphasen im Solitär-Ausgehen füllt man gern, andere Leute zu beobachten – oder auch weniger gern, es ist jedenfalls auch deshalb die Regel, weil man vielleicht stundenlang die Augen schließen kann, dies aber erstens auch nicht gerade den abendlichen Unterhaltungswert steigert, zweitens das Auffinden interessantere Gesellschaft erheblich erschwert, und drittens weil es ausgesprochen leicht zu Tiefschlaf führen kann. Also ist man mehr oder weniger anderen aufrechtgehenden Wirbeltieren ausgeliefert

Ich habe ja des öfteren schon über die unerfreulicheren Teile des Singledaseins gejammert (und, nun ja, auch über die weniger erfreulichen Teile des Beziehungslebens), aber inzwischen bin ich nicht mehr so unglücklich darüber, Single zu sein. Ich bin unglücklich darüber, wenn ich ein unglücklicher Single bin. Aber unglücklicher Single zu sein ist nicht unbedingt ein Zustand, der jahrelang anhalten muss, zumindest ist es kein Versprechen oder ein hehres Ziel, von dem es nicht abzuweichen gilt.

Nicht so die eheähnliche Dauerbeziehung, die scheinbar in den einigen mir bekannten Fällen bereits die Erfüllung eines Lebensziels zu sein scheint: “Ich habe jemanden, und heirate irgendwann. Solange tu ich so, als wären wir schon 20 Jahre liiert. Hurra!” Diese Paare, sofern sie nicht freudig für die nächsten 40 Jahre Sofaabnutzung vor dem TV trainieren, gehen hin und wieder auch aus, genau wie vernünftige Menschen. Die sitzen dann da rum, und keiner sagt etwas. Sie werden auch von niemandem angesprochen, was daran liegen mag, dass sie sich a) in die dunkelste Ecke verkriechen und b) weil sie so unerhört unfroh aussehen. Normalerweise sitzen sie dann ein paar Stunden, und trollen sich, sobald der Rest sich versuchsweise zu amüsieren beginnt. Um dann bei nächster Gelegenheit am Telefon zu verbreiten, dass man “ja nirgendwo mehr hingehen kann”.

Ich will auch kein Single mehr sein. Aber immerhin habe ich den Ehrgeiz, wirklich einmal hin und wieder glücklich zu sein – und ich bin mit meiner Lage nicht unbedingt zufrieden, und finde auch nicht damit ab. Manche Leute, die ausschließlich in Beziehungen sind, scheinen sich mit ihrer Lebensform abzufinden, und geben weitere Bemühungen scheinbar auf: “Ich bin nicht solo, ich bin nicht glücklich – na, dann mache ich mal weiter so, bis ich ins Grass beisse.”

Da bin ich ja doch anders.

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