Ich war gestern im Fla Fla – sehr unterhaltsamer Abend mit feiner Elektromusik – hat sich gelohnt für nur 5 Euro. Leider habe das Gefühl, daß in Bielefeld deutlich mehr Personen gekommen wären, aber es waren auch nicht beunruhigend wenige. Die Show der drei Bands/Einzel gängermusiker waren alle für sich allein den Eintritt wert, und angemessen schräg:
- Ender Error aus Bielefeld – der brutale, aber freundliche Amiga-Folterknecht mit dem Gitarren-A500! Große Klasse, und dieses Mal nur mit minderen technischen Problemen geschlagen wie “oh, das Kabel ist ja viel zu kurz.. wie peinlich!”. Er kann zwar nicht richtig singen, und hat sichtlich Angst – aber er ist auch irgendwie gut, wenn er skrupellos Minor Threat covert. Ja, wir wollten wirklich Zugaben, Ender!
- Der Tante Renate aus Hamburg erkannte ganz richtig an, daß Ender das Zeug zum Star habe – weil er ganz klar nicht alle Tassen im Schrank habe. Nach diesem ehrlichen und weisen Intro zeigte er, daß er echt gut Gitarre und Keyboard spielen konnte, was aber bei dieser Art Musik nicht immer gut sein muß – Perfektion und gute Melodien auf Kosten des Charme. Aber er konnte eine menge Slayer Songs auswendig. Das muß ja auch zählen!
- Räuberhöhle aus Berlin haben ganz sicher aus das Zeug zur Größe – die sie aber irgendwie schon erreicht haben. Eine perfekte Multimediadramamusicalshow – und das mit Puppentheater, Dufteinlagen, UND Mamba-Bestechung des Publikums. Und Kostüme! Und Moral. Eigentlich alles, was zur Unsterblichkeit gebraucht wird.
Für mich zeigte sich jedenfalls wieder einmal, daß kleine, seltsame Konzerte eigentlich immer ihr Geld wert sind – falls man mal danebengreift, hat man nichtmal den Gegenwert einer Kinokarte fehlinvestiert. Jaho!



Es ist schon erstaunlich, wie lange die Menschheit ohne die Segnungen der Elektrik überleben konnte; und noch viel erstaunlicher, dass wir ohne beheizte Klobrillen überhaupt weiterleben wollen.

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