Gestern abend gab es dreimal “female fronted punkrock” im AJZ – sehr angenehm, und es war auch richtig voll – bedeutet, es war nicht kalt. Sehr wichtig
Auf jeden Fall sind Konzerte im AJZ immer etwas besonderes, um so besser wenn die Musik auch richtig gut ist. Wie heute.
Den Anfang machten Supabond, auch die einzige Band mit deutschen Texten. Solider, sehr flotter Punkrock, schön simpel. Die Sängerin war extrem extrovertiert – sie brüllte sogar ihre Ansagen, und sang ziemlich genauso wie Nina Hagen, nur eben mit mehr Brüll. Das kam etwas gekünstelt rüber “Alterrrr… mach mal biiiier auuuuf!”. Sicher, gut gerockt, Nur zuckt man manchmal etwas peinlich berührt zusammen.
Bambix aus Holland habe ich nicht zum ersten Mal gesehen, die sind immer noch sehr gut, und hatten gestern einen guten Tag erwischt. Sympathisch, gut gespielt, gute melodische Songs… aber irgendwie immer noch nicht so richtig total mein Ding. Das Volk liebt sie, und Bambix lieben zurück.
Die meisten Leute waren etwas nervös, was The Avengers anging – immerhin hat die Band ihre Ursprünge je nach Quelle 1977 oder gar ’76. Eine verdammt lange Zeit, und jahrelang gab es sie gar nicht. Dazu kam das sie in all den Jahren nie in Europa gespielt hatten, dafür aber immer noch einen enormen Ruf als “beste Punkband der USA” hatten. Man läßt sich ja ungern seine Legenden versauen, wenn man mit ihrer Realität konfrontiert wird.
Aber… Penelope Houston und Kollegen sehen nicht nur erschütternd jung aus, sie benehmen und spielen auch so. Wirklich, wirklich toll, sympathisch und konkret rockend. Geht unbedingt hin, wenn sie in eurer Nähe spielen – und, nur so ein kleiner Tip von mir: Ms. Houston hat ca. die Hälfte des Abends dem AJZ-Koch gewidmet, der tatsächlich auch einer meiner Helden ist. Versorgt sie gut, und Lob wird folgen, liebe Underground-Küchenchefs.
