Es ist schon eine Weile her, seitdem ich John Crowleys Dæmonomania begonnen habe. Immer wieder habe ich kleine Pausen eingelegt, um dann unbedingt weiterlesen zu müssen. Es ist selbst für den wenig hastigen Autor ein sehr, sehr langsames Buch, das auch gern mal langwierig vom Thema abschweift, einige Jahrhunderte in die Vergangenheit springt und manche als dramatisch erwarteten Abschnitte einfach… überspringt und es bei einigen beiläufigen Andeutungen beläßt. Hauptfiguren tun scheinbar exotisches und wunderbares, reden aber nicht davon.
Aber.
Irgendetwas war da.
Crowley verzichtet auf zwingende Spannungsbögen und Offensichtliches und gewinnt dabei an Eigentümlichkeit und einem unwiderstehlichen Geheimnis, dem der Leser … vielleicht … auf die Spur kommen könnte. Seine Helden sind seltsam zurückhaltend und passiv. Dennoch: Es gab nie einen Zweifel daran, dass ich das Buch beenden würde, auch wenn Crowleys gelegentliche Langatmigkeiten und seine Neigung zu Geduldspielen hier noch deutlicher zu Tage treten als in der Vergangenheit. Es ist nicht sein bestes Buch, aber sein schier unglaublicher Stil und seine Gelehrsamkeit (ja, hier lernt man noch etwas beim Lesen!) bringen ihn auf die Gewinnerseite. Kein Buch, das man schnell wieder vergißt und wieder eines der schönsten über Magie.
Empfehlenswert, aber als ersten Crowley sollte man wohl doch Little,Big vorziehen, welches auch in einer guten deutschen Paperbackausgabe zu haben ist.
