Als glücklicherweise aktuell Nicht-Betroffener ist es vielleicht ganz interessant, das Thema genauer zu beleuchten – herzlichen Dank, liebe Email-Einsenderin! Du hast die Entstehung dieses Beitrags direkt zu verantworten.
Natürlich ist Sex nicht die Lösung. Es scheint einen angenehmen temporären Ablenkungseffekt zu haben, der aber unweigerlich von fürchterlichen Katerstimmungen, Schuldgefühlen und anderen unangenehmen Nebenwirkungen begleitet wird. Ganz zu schweigen von den enormen Risiken, etwa den falschen im falschen Moment und erst recht dem falschen Zusammenhang zu erwähnen. Auch wenn einige Personen scheinbar zur enthusiastischen Selbstmedikation mit Sex neigen, kann die Gorgmorg-Redaktion aufgrund bedenklicher Nebenwirkungen und zweifelhafter Erfolgsquote nur dringend davon abraten (Die Redaktion steht zu weiteren Tests dieser Therapieform gern als Versuchsperson zur Verfügung).
Mindestens ebenso beliebt ist die sofortige Substituierung der vermissten Person durch eine irgendwie ähnliche und/oder gerade verfügbare Ersatzperson. In dieser Expertenrunde sind wir uns aber nach eingehenden Gesprächen darüber einig, dass das Krankheitsbild auf diese Weise nur verschleppt wird und irgendwann zu einem eklen emotionalen Abzeß monumentaler Ausmaße mutiert, der zweifellos irgendwann aufplatzen wird. Ein Gedankenbild, auf das selbst wir gern verzichten würden. Wir raten klar ab.
Lange, gute Gespräche mit engen Freunden oder auch unbefangenen, nicht ganz so eng befreundeten Leuten sind aber genauso wenig hilfreich. Immerhin will man nichts verstehen, sondern jemanden zurück. Immerhin fühlt sich danach der vertrauensvoll erwählte Gesprächspartner wertgeschätzt – im Idealfall, es geht durchaus anders. Letzten Endes hilft nichts gegen Liebeskummer – da muss man einfach durch und zum Glück hat dieses Krankheitsbild üblicherweise nicht ewig Bestand.
Die Rehabilitation dagegen ist von vordringlichster Wichtigkeit. Auf keinen Fall sollte der Patient dauerhaft beschädigt werden, was leider mit beklagenswerter Regelmäßigkeit passiert. Ein bewährtes Mittel ist Alkohol, unter strenger Aufsicht erprobter Therapeuten (vulgo: Saufkumpane) verabreicht – eine temporäre Reduktion der Problemlage auf das Bezahlen der nächsten Runde kann helfen, die Dinge wieder realistisch zu sehen und Verspannungen zu lösen. Durchaus kann so fast automatisch eine Folgetbehandlung nach Sex/Substitution/Gespräch zustandekommen. Bei Überdosierung drohen allerdings Gedächtnisverlust betreffs der abendlichen Therapie und morgendliche Reue.
Liebeskummertherapie ist Arbeit für alle Beteiligten. Vermeidet Liebeskummer.
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