Katja hat mir einen staubigen Stock aus Silizium zwischen die Beine geworfen und damit enorm wichtige Teile nur knapp verfehlt. Es geht um alten Computerkram (den ich nicht zwischen den Beinen trage). Ich bin ja selbst ein antikes Stück Kulturgeschichte – damals als ich mit der Materie in Kontakt kam, hatte man Homecomputer, keine PCs. PCs waren unerschwingliche graue Kisten in Büros, die man nur mit Schlips und schlechter Frisur bedienen konnte. Dachten wir. Wie so oft, lag ich tragisch falsch. Nun denn, zu den Fragen:
Was war deine erste “echte” PC-Hardware?
Tja, Katja. Das wird jetzt nicht so besonders spannend für dich und die anderen Leser – auch bei mir war es ein Schneider/Amstrad CPC – aber der 664, nicht der 464. Man beachte auch hier die ergonomisch abenteuerliche Platzierung der Cursortasten oben rechts. Der 664 war der Bessere, mit einem 3″ (nicht 3.5 Zoll) Diskettenlaufwerk. Damals hatten nur Snobs Disketten und Amstrad war davon überzeugt, das klein und dick besser ist. Nun, sie lagen – wie so oft – tragisch falsch. Ich glaube, unser Paket 3-Zöller blieb das einzige Rudel dieser Exoten, das je vor meinen Augen auftauchte. Leider waren die sauteuren Teile für mich unnütz, da keiner in meinem Haushalt je kapierte, dass die Teile für die sinnvolle Nutzung formatiert werden müssen. Ja, lacht nur.
Deine erste Anwendung, welche du benutzt hast?
Der Schneider hatte zwar nur einen einfarbig grünen Monitor, was aber meine enorme Begeisterung an einem Malprogramm kaum schmälerte, das dem Windows-Paint sehr ähnlich sah. Nur eben ohne Farben. Und, naja, ohne Möglichkeit zum speichern. Siehe oben.
Dein erstes Spiel?
Chopper Command, aber auf der Atari 2600 Spielkonsole, beim erziehungstechnisch gescheiterten Nachbarsjungen. Damals waren solche Spiele noch böse:
Es wurde nur in den demokratischen Staaten veröffentlicht und war in Deutschland sehr umstritten. Nach seiner Markteinführung wurde es nach und nach nur noch an Erwachsene verkauft. Aufgrund des Widerstandes wurde dem Spiel kurze Zeit später eine neue Bedienungsanleitung beigelegt, die den Hintergrund des Spieles verharmloste.
[...]
Bis heute allerdings ist nicht geklärt, warum als Spielinstrument eine sehr starke Anlehnung zum damaligen US-Geheimprojekt des Apache Hubschraubers gewählt wurde. Dieser unterlag damals der höchstens Sicherheitsstufe. 1995 machte Atari eine Mitteilung, dass das Spiel aufgrund geheimer Unterlagen angefertigt wurde. Es gibt allerdings keinerlei Beweisantritt und bleibt daher weiter eine Vermutung.
Grandios, oder? Ich war hin und weg. Ich wusste damals schon, das war gemein und es hat unglaublich viel Spass gemacht. Damals war das Atari schon uralt und hässlich, aber ich war verloren.
Hattest du von Anfang an Spaß an der Materie?
Naja, an Spielen schon. Aber ich habe mich an der BASIC-Programmiererei versucht, weil die anderen coolen (intelligenten) Kids das machten. Wenn ich schon nicht beliebt war, dann wollte ich wenigstens aufgrund meines messerscharfen Verstandes geachtet werden und den Respekt der Kinder gewinnen, die von den Lehrern nicht ganz zu Unrecht ob ihres Wissensvorsprungs gefürchtet wurden. Dreimal dürft ihr raten – ich lag tragisch falsch.
Irgendwann stellte ich fest, das man auch andere sinnvolle Sachen an diesen Kisten anstellen konnte, als Ampelsimulationen (fragt besser erst gar nicht). An meinem späteren Rechner, dem Commodore 64: Ich hatte auch das Handling von Disketten zu diesem Zeitpunkt perfekt realisiert und wurde zum Geek. Viel später mutierte ich zu dem Sexsymbol, das einige von euch kennen und alle .. na gut, einige lieben mögen.
Seit wann bist du online und mit welchem Anbieter?
Ich glaube, seit 1997 oder 1998. Damals mit Nacamar, später die fürchterliche Mobilcom/Tomorrow Flatrate, dann Umstieg auf T-DSL, sobald es hier auf dem Land verfügbar war.
Nun, weitergestöckst. Sven, Semi, Mr. Nichtdenkt und Stadtsschreier.. hey, ich fänd es lustig, auch dann von euch sowas zu lesen, wenn es normalerweise – hiermit wird auffällig mit dem Zaunpfahl gewinkt – nicht in euer Blogkonzept passt.
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