Verdammt guter Sex

Crunchi hat etwas zu diesem Thema geschrieben und gemeint, es würde wohl wenige Kommentare geben. Nun, sie wird sich getäuscht haben. Ich wollte ja weniger schreiben, aber das war wirklich eine gute Frage: “Was war der beste Sex deines Lebens?” Da ich noch nicht tot bin, hoffe ich natürlich noch auf besseren Sex in der Zukunft, aber einen Moment musste ich schon nachdenken. Mir fielen spontan zwei Begebenheiten ein und bevor mich der Mut ganz verläßt, werde ich so wohl besser niederschreiben. Außerdem habe ich das Gefühl, das eine liebe Freundin gerade etwas amüsanten Lesestoff braucht und nun, das ist klar eines ihrer Lieblingsthemen. Es ist gut möglich, das die beiden beteiligten Frauen diesen Beitrag lesen, ich bin also ganz, ganz ehrlich. Falls nicht, kommentiert mich bitte gnadenlos nieder.

Die erste Sache war wirklich der erste richtig gute Sex meines Lebens und immer noch muss ich schurkisch grinsen, wenn ich an dieses Wochenende denke, das einzige wirklich perfekte einer leidenschaftlichen, aber von vornherein zum Scheitern verurteilten Beziehung, die leider wie erwartet in einer Katastrophe endete. Aber diese Stunden waren es fast wert. Es war das erste Mal, das wir wirklich allein waren und natürlich wurde diese Zeit genutzt – ich habe etwas gekocht, wir haben Wein getrunken, dann waren wir baden – wie gut, das meine Eltern einen Whirlpool haben und wir das Wochenende für uns allein hatten. Ich hatte die ganzen kitschigen Klassiker auf Lager, von Kerzen im ganzen Haus bis hin zur richtigen Musik – ich bin bis heute noch jemand, der sich wirklich große Mühe gibt und dann viel zu nervös ist. Natürlich sind wir immer wieder über einander hergefallen – vor dem Essen, nach dem Essen, vor dem Bad… im Bad.. beim Abtrocknen, auf dem Sofa, auf dem Weg zu Bett, im Bett natürlich erst recht. Aber immer klappte es nicht ganz, obwohl wir natürlich enormen Spaß hatten. Es ging Stunden um Stunden so weiter, zwischendurch schliefen wir erschöpft ein, bis man wieder vom anderen auf hinterlistigste Weise geweckt wurde. Am nächsten Morgen einer an Schlaf sehr armen Nacht… um 10 Uhr waren die Planeten scheinbar in einer günstigen Konstellation.. wir waren beide erschöpft und ehrlich gesagt auch … wund, aber es passte wirklich alles und es dauerte Ew-ig-kei-ten. Ein paar Narben von ihren Krallen muss ich immer noch irgendwo haben. Heilige Aphrodite… das war wirklich purer Sex.

Das zweite Mal habe ich nicht mit der Frau geschlafen, nicht an diesem Abend jedenfalls. Ich werde auch nicht sagen, was wir genau gemacht haben – so ein Pech aber auch, aber ich bin sicher, eure Phantasie füllt die Lücken meiner Erzählung aufs Trefflichste. So viel: Es war in einem vollbesetzten Kino, der Film war schlecht. Schlechte Filme haben vermutlich schon eine Menge interessanten Publikumsverkehrs ausgelöst. Es war wahnsinnig erotisch, sie war unglaublich aufregend, so unberechenbar wie skrupellos und auch nicht wenig betrunken – daher hat sie vermutlich hat eine andere Erinnerung an den Abend – ich fürchte, sie schämt sich bis heute. Ich war hingerissen und bin es noch immer – zwar kam es nicht bis zum “Äußersten”, aber ich hatte so unfassbar viel Spaß mit ihr, dass ich bei jedem Kinobesuch an sie denken muss und schamlos grinse. Bedauerlicherweise sind schon einige Gorgmorgleser mit mir im Kino gewesen, so dass ich vermutlich in Zukunft jedes Mundwinkelzucken zu erklären habe… aber es war wirklich wunderschön. Leider mag sie nicht mehr mit mir ins Kino gehen, aus Sicherheitsgründen. Kann ich gar nicht verstehen … na gut, vielleicht doch.

Vielleicht merkt man es mir an: Ich will hier zwar nicht über Liebe sprechen, weil es doch etwas ins Private geht und sie es vielleicht lesen – aber ich will sagen, dass ich beide Frauen sehr, sehr, sehr gern hatte und noch gern habe. Das ist schon sehr wichtig für mich – ich bin wohl nicht die ideale Person für One Night Stands.

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