No Wunder, no Pizza. Außerdem: Die Burger-Chroniken

Café WunderbarMeine Lieblingspizza stammt nicht klassischerweise “vom Italiener”, sondern aus dem Café Wunderbar in Bielefeld. Genauer gesagt handelt es sich um die Sorte mit Sardellen und Artischocken, sozusagen die Underdogpizza einer Artischocken genauso wie Sardellen verachtenden Zielgruppe.  Wer schon einmal dort – zum Beispiel mit mir – dort zu Gast war, wird sicher das hervorragende Essen in Erinnerung behalten – hoffentlich übrigens auch mich. Ich kann mich noch gut an das letzte Mal erinnern, seitdem war ich dort nie wieder zu Gast. Warum? Nun, gute Gründe, die aber alle nicht gegen die Lokalität sprechen.  Aber es sieht so aus, als hätte die gerühmte Eckkneipe zugemacht, zumindest für den Moment. Gerüchteweise, um neue Fenster einzubauen, die man ordentlich öffnen kann. Hmja. Wenn es eine Wiedereröffnung gibt, dann bitte auch mit einer ähnlich gut bestückten Karte. Wohin soll ich dann dann meine auswärtigen Gäste einladen? Nun gut, erst einmal brauche ich natürlich den Besuch, dann plane ich das Essen. Wobei ich schon eine Alternative im Sinn habe…

Ein andere Beobachtung  habe ich im Laufe der letzten zwei Wochen gemacht, zuerst in einer seltsamen Sportsbar in Wiesbaden und dann im stamm-belegten Mellow Gold im heimischen Bielefeld: Es gibt Hamburger und Sandwiches, die besonders gut sind. Sie werden typischerweise auf einem Teller mit Unmengen von Pommes Frites oder Wedges serviert, die statisch abenteuerliche Turmbaukonstruktion wird meistens mit einem Zahnstocher zusammengehalten. Diese Objekte sind wie Herforder Plis im Vergleich mit richtigem Bier – kein Vergleich, natürlich. Allerdings haben die kläglichen Versuche aus der McDonalds-Manufaktur in der Praxis einen eindeutigen Vorteil: Man kann sie essen, ohne dabei entwürdigende Unfälle mit drohender Textilfehlfunktion zu riskieren. Natürlich legen die Macher von diesen Edelburgern/Sandwiches Messer und Gabel bei. Aber – geneigte Leser – diese Werkzeuge bei einem Burger zu verwenden ist nicht nur mindestens zu schwierig wie würdevolles Spaghettiessen oder effektives Eßstäbchenhandling- es ist auch eine Demütigung. Ein Burger, mit Messer und Gabel? Das ist wie… Sushi mit dem Löffel zu essen. Feigheit vor dem Feind, dem fürchterlichen Brötchen. Der Teufelsschrippe.  Oder vor dem Toast des Terror.

Irgendwann gesteht man sich die Niederlage ein und nimmt die Waffen eines Stümpers auf sich, wie ein Fechtmeister, der zum Vorschlaghammer greift.

Merke: Deine Klappe ist kleiner als Du denkst und die schmerzhafte Maulsperre hat die wundervolle Begleitung -historisch gesehen- auch noch nie beeindruckt. There’s no shame in admitting defeat. Guten Appetit!

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