Wie mich nur eine Person nachdrücklich erinnerte, fehlt noch etwas über die andere noch fehlende Art und Weise, sehr befriedigt einzuschlafen. Ich rede natürlich von angenehmer und nützlicher Literatur, insbesonders von Büchern. Aber nicht nur. Daher will ich mit den nicht-Büchern beginnen.
- Geneigter Leser, geneigte Leserin: Ich darf darüber aufklären, das sie gerade ein Weblog lesen. Ich selbst mag einige Weblogs sehr und ich bin außerdem Besitzer eines übertriebenen Mobiltelefons, auf dem dank entsprechendem Tarif ganz gut ins Internet komme – da liegt es nahe, zum Einschlafen ein paar Newsfeeds meiner Lieblingsblogs im mobilen Google Reader zu lesen. Da schämt sich der Denis mal kein Stück für.
- Auch wenn Comics sonst die klassische Toilettenlektüre sein mögen – sie sind in Heftlänge und entspannter Lesbarkeit auch ganz hervorragend für das Bett geeignet. Leider sind sie sehr kostspielig, vor allem in Hinblick auf die kurze Zeit, die man mit Lesen verbringt. Dazu der hohe Knitterfaktor … sie sind toll, aber nichts für jede Nacht.
Überhaupt, der Blogeinfluss: Sammlungen von kurzen Geschichten und Kolumnen sind ja beinahe blognahe Werke, wie Flann O’Briens Trost und Rat, das ich fast ebenso gern wieder-wie vorlese. Kleine, schlaue Kapitel die einmal in der Irish Times erschienen sind und immer unterhaltsam und gern etwas schräg sind. Toll. Übersetzt von Harry Rowohlt, was auch kein Fehler ist. Wer sich nicht sicher ist… ich lese wie gesagt gern etwas daraus vor1.- Kochbücher sind definitiv ungeeignet. Ich rate ausdrücklich davon ab. Wer mich kennt, kennt auch meinen winzig kleinen Kuschelbauch – der ist ganz allein durch nächtliche Durst- und Hungerattacken entstanden. Nicht an Rezepte denken. Nicht an “noch ein Bier” denken. Nicht an das Frühstück denken. Nicht an Rezepte denken. Nicht in Kochbüchern lesen.
- Erotische Literatur ist ein anderes Genre, das interessanten Bett-Lesestoff sein kann, vor allem weil die Werke häufig schön kurz sind. Wobei… es kann einsam und traurig oder noch schlimmer, hochmotiviert bei Soloschlafgang machen – aufkommende Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühle sollten bedacht werden. Äh. Nächster Punkt.
Es gibt ein paar Bücher, für die man lieber etwas früher die Bettstatt aufsuchen sollte, weil man Ruhe und Zeit für sie braucht; die besten Titel gehören leider oft genug in diese Kategorie. Immerhin zahlt man für den Genuss eines guten Buches mit Zeit.- Nun, da fehlt noch eines: Selber schreiben und zwar im Bett. Notizbuch? Notebook? Noch bombastischeres Smartphone als meines? Super. Wenn man in der richtigen Stimmung ist, sorgt das für genug Gelegenheit zum Reflektieren und vielleicht auch zum heilsamen (verbalen) Auskotzen. Danach habe ich nur selten Alpträume. Wenn ich überhaupt einschlafe natürlich.
Ich glaube, ich schreibe später noch mehr. Im Moment leide ich unter akuter geistiger Leere.
- Wie, du hast meine Nummer nicht? Das ist ja schrecklich. [↩]
