September 2007

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Sonntag ist der Tag, an dem man tatsächlich Zeit hat, bestimmte wichtige Angelegenheiten zu erledigen. Aber dann…

… tut man es eben doch nicht. Ist ja Sonntag, oder? Ich habe grade eine Menge wirklich wichtigen Papierkram hinter mich gebracht, aber an sich gäbe es da wirklich noch einiges, was ich mit Leichtigkeit erledigen könnte. Es wird mich nur nicht um Kopf und Kragen bringen, es nicht grade jetzt zu tun. Es ist ja nicht so, dass ich so viel andere Unaufschiebbares und/oder Angenehmes heute eingeplant ist, wie eigentlich immer am Sonntag. Obwohl, man könnte ja endlich mal mit XYZ telefonieren. Oder den Gastblog für soundso verfassen. Oder eine Geschichte fertig schreiben. Endlich mal ein ordentliches Logo für Fressmorg entwerfen.

Das könnte ich alles tun. Aber das Sonntägliche Wachkoma ™ (ganz ohne Suff am Samstag™!) hindert mich daran, bedauere zutiefst.

Vielleicht bügele ich erstmal die Wäsche von Freitag. So aus gutem Willen vor dem Universum – sogar die Jeans würde ich bügeln und das ordentlich.

Oder auch nicht. Immerhin wird es Zeit wieder etwas zu essen.

Eines würde ich wirklich gern wissen: Was macht mich an diesem Tag immer so müde, dass es eines Faultieres würdig wäre? Wenn ich schon müde bin, will ich wenigstens wissen, wovon!

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Caesar ist schuld. Bevor ich mich auf die Reise begebe, sollte ich wohl das Stöckchen noch beantworten.

Magst du Schokolade?

Es kommt drauf an. Es kann Wochen und Monate geben, in denen ich auf Schokolade dankend verzichte. Aber es gibt Personen und Situationen, in denen Schokolade einfach sein muss. Weiße, süße Schokolade bis hin zu fieser, abgrundtief finsterer 100% Kakao-Sünde. Im Winter: Mehr Schokolade. Warum eigentlich?

Was sind deine Lieblingssorten/-hersteller?

Teuer. Am liebsten teuer. Früher mochte ich am liebsten Luftschokolade, das hat sich gegeben. Ach ja: Meine Abneigung gegenüber Mixies1 gilt auch für Schokolade mit Füllung.

Dunkel, hell oder weiß?

“Zartbitter” mag ich nicht mehr sonderlich. Ansonsten: Siehe erste Frage, das hängt von der Situation ab. Man kann ja auch nicht immer Bier trinken. Hm. Andererseits müsste man diese verwegene Behauptung mal überprüfen. Ich brauche eine bessere Analogie.

Würdest du gerne mal über Nacht in einer Confiserie eingeschlossen sein?

Ja, aber nur mit der richtigen weiblichen Begleitung. Ob wir dann auch was von dem süßen Zeug essen, ist natürlich eine andere Frage. Aber: Die Antwort ist ja. Solange dort nachts geheizt ist und für Bequemlichkeit gesorgt ist.

Hm. Ich stelle die Schüssel mit aromatisch duftenden Stöckchenstückchen einfach mal in die Runde. Wer mag, nehme sich eins.

  1. Cocktails mag ich allerdings []

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Also, der gute Sven ist nun 30 Jahre alt. Ich weiss das ziemlich genau, weil er nämlich seit Wochen und Monate auf diesen Termin hinweist, meistens ein wenig nervös oder wehmütig. Der Sven ist ein ganz guter Kerl zum Kumpel sein. Aber manchmal macht ist er auch eine echte Primadonna- oder schafft es zumindest überzeugend, wie die bloggende Prinzessin auf der Erbse herüberzukommen. Natüüürlich ist das alles nur Spass.

Aber falls nicht, dann kommt hier der Beruhigungsabsatz: Ehrlich gesagt ist das Leben 30+ so ziemlich genau so wie vorher, es sei denn man beschließt, alles zu ändern und ein fürchterlich langweiliger Erwachsener zu werden, der nun in den nächsten folgenden Wochen hastig zwei Kinder zeugt, heiratet, einen Baum pflanzt sowie ein Haus baut. Nicht notwendigerweise in der genannten Reihenfolge, versteht sich. Ich empfehle, zuerst das Projekt “Baum” anzugehen. Der ist in jedem Fall umweltfreundlich und am wenigsten mit dramatischen, unirdischen, nicht auszudenkenden Risiken behaftet. Noch besser ist es natürlich, einfach ganz ordentlich zu feiern und endlich mal wieder eine gute Ausrede zu haben, falsch und laut außerhalb der Dusche zu singen.

Wenn man es so bedenkt, ist 30 werden richtig toll, oder?

Alles Gute von mir.

Wie ist das denn bei euch, geneigte Leser? Ist/war die große 30 für euch ein fürchterlicher Termin?

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Ich bin nicht gut im Blogpausieren. Ach. Na gut. Da bin ich wieder. Hat mich wer vermisst? Die Pause hat immerhin ein paar Stunden vorgehalten. Gastbeiträge schreibe ich trotzdem vielleicht mal ganz gern. Nicht das mich jemand gefragt hätte, außer zu technischen Sachen – für die fühle ich mich aber nicht so berufen.

Seit einiger Zeit sind bei mir die Gefahren des Weblogbetriebs sehr offenbar geworden – nicht, das ich generell keinen Spass mehr daran hätte oder so, auch habe keinen Ärger mit einem meiner Leser oder ähnliches.

Ich mache also etwas Pause, mir ist die Lust zumindest fürs Erste vergangen. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich so nebulös bleibe, und auch zu diesem Beitrag keine Kommentare zulasse. Natürlich lese ich weiterhin Kommentare zu anderen Beiträgen und werde mich auch sicher gern reagieren.

Nachttrag: Möchte vielleicht einer einen Gastbeitrag von mir? Vielleicht sogar mit Thema?

Es gibt eine Änderung, die nur Erst-Kommentierer betrifft: Euer erster Beitrag wird von mir freigeschaltet, danach habt ihr mit dieser Mailaddy/Name Kombination freie Bahn.

Doing!

Manche Leute behaupten ganz unverfroren, dass ich ein veritabler Schussel und gleichzeitig ein Trampel von Weltruhm wäre. Diese Leute haben vielleicht Recht. Also, ich war jedenfalls mal so, möglicherweise. Damals, in der Schule. Während der Pubertät und danach. Ich bin ziemlich sicher, dass es seitdem aufgehört hat1.

Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich ständig in Gedanken war. Vermutlich Berufsplanung oder Lyrik, ihr kennt das. Der Denis war ja immer schon ein schöpferischer Geist. Ich konnte eine ganze Doppelstunde Mathe lang hochinteressiert aussehen und doch alle Unterrichtsinhalte schadlos durch ein Ohr ein und durch das andere wieder austreten lassen – so habe ich durch solche Fächer relativ wenig Schaden genommen. Diese freie Zeit konnte viel sinnvoller genutzt werden. Ich schrieb keine Briefchen, weil ich nie welche zurückbekam. Außer von dem schiefzahnigen Typen, neben dem ich immer saß. Der hatte ständig nebelhaft beschlagene Brillengläser und Mundgeruch. Er glaubte auch, das ich sein Freund wäre. Es ist ein romantischer Irrglaube, dass Außenseiter zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Nein, wenn jemand unbeliebt ist, dann mögen ihn die anderen Unbeliebten auch nicht. Man wird nur bei allen Verteilungsprozessen wie durch ein Wunder gemeinsam übrig bleiben und landet so an gemeinsamen Tischen und beim Sport auf der Bank. Also, mit dem wollte ich auch nichts zu tun haben. Ich war ganz woanders und das jahrelang. Das hatte viel mit den Mädchen und mit Drachen zu tun. Aber ich will nicht zu sehr abschweifen.

Mein Problem war nicht meine mangelnde Populärität. Die anderen hatten eben alle keine Ahnung. Mein Problem war, dass ich ständig vor feststehende Objekte lief, weil ich in Gedanken war. Da war zum Beispiel eine stark abgeschliffene Statue aus Beton, die ursprünglich mal einen Elefanten dargestellt hatte, eine Reliquie eines lang verblichenen Abiturjahrgangs. Sie stand mitten auf dem ansonsten leeren Pausenhof. Genau hoch genug, damit sich ein durchschnittlicher 14jähriger daran wichtigste Teile ausgesprochen schmerzhaft stoßen konnte. Ja, lacht nur. Das haben die anderen Kinder auch. Jawoll. Jedesmal. Laut. Mir passierte das dauernd.

Aber ich war nicht auf Betonelefanten beschränkt, mein Repertoire war breitgefächert. Ich konnte exzellent vor stehende und langsam fahrende Autos laufen und alle Beteiligten damit unglücklich machen, was die komischerweise immer gerade anwesenden Zuschauer nur noch mehr amüsierte. Bäume waren meine leichteste Übung, vor allem die auf dem Bürgersteig. Ich hatte eine dunkle Ahnung, das die anderen “Buskinder” sich einen Spass daraus machten, mich geschickt in die Richtung von Hindernissen zu bugsieren, wie das die Schlepper im Hafen mit den Frachtschiffen machten – nur weniger wohlwollend und mit geringerer Tonnage. Mir ging meine Karriere als Slapstickdarsteller allmählich auf die Nerven.

Am gemeinsten aber waren die Straßenlaternen, die aus Metall. Sie taten zwar nicht weniger weh als hölzerne Hindernisse, waren aber von Lautstärke und Klang her besonders prägnant: Doing! … Aua. (So in etwa.) Natürlich war so meine Würde ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen und ich leugnete meine unfallträchtige Lebensweise. Das führte zu dem Tag, an dem mein schwieriges Verhältnis zu Laternen einen neuen Tiefpunkt erlitt.

Es war auf dem Weg zum Bus. Ich fühlte mich super, immerhin hatte jemand anderes etwas fürchterlich peinliches im Unterricht gemacht und wir konnten uns einmal gemeinsam über einen anderen als mich lustig machen. Ich glaube, er war in Erdkunde eingeschlafen, was mir selbst zugegebenermaßen auch häufiger passierte. Aber, hey, es war nicht mir passiert. Einem von den Coolen. Wir amüsierten uns köstlich. Bis zu dem Moment, an dem folgender Dialog losbrach:

“Hey, Denis, du hast da echt nix zu lästern. Du bist doch so ein Trottel, du rennst vor alles vor. Du stolperst und brichst dir nen Daumen. Du bist doch total Scheisse.”

“Wieso? Das stimmt doch gar nicht. das ist mir einmal passiert, Einmal! Damals…”

Doing!

Aua.

(Seufz.)

  1. Passt gut auf, was ihr in den Kommentaren schreibt, liebe Zeitgenossen … []

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