Delikatessen

Eben war ich im Laden für italienische Spezialitäten, auf der Suche nach Wein. Mein Vater war mit mir dort, er ist dort inzwischen ein gern gesehener Kunde. Überrascht mich kein Stück, denn natürlich ist er genau wie ich einer der leicht verführbaren Menschen, die in aller Regel mindestens doppelt so viel Geld in Geschäften dieser Art lassen, als eigentlich geplant und vertretbar wäre. An sich sollte es nur etwas Bardolino werden. Ah, aber dann… noch den Sizilianer, diesen Primitivo hier… den Grappa hier, den müsst ihr probieren… und den Schafskäse hier! Ah, die Anchovis, gar nicht so wie das billige Zeug auf den Pizzen! Großartig! Und dann dieser Weißwein! Wie, ihr kauft den kalifornischen Chardonnay? Für 2,50? Warum denn?! Dieser hier, den importiert Papa immer selbst, der kostet 2,80 – ich sagen, 2,50 und du kommst wieder und sagst mir dass der kalifornische genauso gut ist. Ja, den kann man auch gekühlt trinken. Hier, mal einen Lieblichen? Und dann dieser Schinken, so günstig bekommen wir den sicher nicht mehr rein… ah, diese kleinen Knabbereien, meine Kinder lieben sie…”

Und so weiter und so weiter. Ein Familienbetrieb und die gesamte Belegschaft ist unfassbar begeistert vom eigenen Angebot, von dem sie scheinbar ein gutes Drittel aus puren Sendungsbewusstsein an die Kundschaft verfüttern. Nicht das ich ihre Überzeugung nicht nachvollziehen kann. Ich bereue keine von all den Ausgaben1 , das Zeug ist immerhin auch wirklich gut. Und: Ich habe das auch nicht alles bezahlt. Ha! Zum Glück musste ich auch nicht mehr fahren. Ich fürchte, ich bin in solchen Sachen ganz nach der väterlichen Seite geschlagen. Was Essen und Trinken angeht, bin ich bestechlich.

Andere Neuigkeiten: Ich habe zwei tolle Sessel bestellt, ein Sonderangebot. Die Sorte wollte ich immer schon haben. Ab Dezember kann probegesessen werden. Hurra!

  1. Naja, vielleicht wenn ich die Kontoauszüge hole. []

7 Kommentare

  1. Ohhhh… ich war grad vorhin im Asia-Laden… oh, ich fühle mit dir… jaaaaa…… einkaufen…..

    Lecker, lecker……

  2. neue sessel, neuer wein, leckereien, schinken… mmh.. fehlt nur noch die richtige frau dazu, all das zu vernaschen oder?^^

  3. ich lad mich mal ein *zwinker*

    damit der sessel nicht so leer dasteht :-) Geb ihn aber auch gern wieder ab – bei Bedarf

  4. Ich kann ja notfalls auch stehen, falls der Andrang zu groß sein sollte. Aber erstmal gibt es ältere Rechte, Absichten und Pläne, die zu beachten sind.

  5. Wo passt da denn noch ein Sessel hin – geschweige denn zwei?

    Oder sind das womöglich die ersten Anschaffungen auf dem Weg nach draußen in ein eigenes Leben?

  6. Volltreffer mit der zweiten Hypothese, meine Liebe. Ich habe schon eine ganze Garage und einen halben Dachboden voll mit Sachen, die schon in meiner letzten und vorletzten Wohnung waren. Da können so kleine Sessel auch nicht mehr schaden.