Dezember 2007

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So, meine Vorsätze, die ich normalerweise nicht zum Jahresende mache? Hier sind sie, in keiner besonderen Reihenfolge1. Wenn ich welche machen würde, versteht sich.

  • Mehr und vor allem stetiger und besser schreiben. Nicht notwendigerweise hier im Blog.
  • Ein paar Freunde und Freundinnen treffen, die ich 2007 leider viel zu selten gesehen habe. Generell mehr Besuche machen. Das tut mir gut.
  • Mehr Kochen und neue Rezepte probieren und damit damit experimentieren- wie das Provenzalische Hühnchen von letztem Mittag, das trefflich gelang. Wenn ich mich selbst einmal loben darf.
  • Nicht mehr so wütend werden. Oder besser: Mich über maßgeblichere Dinge ärgern.
  • Keinen dauerhaften Job annehmen, den ich hasse. Das wird nicht ganz einfach.
  • Mich nicht mehr so einfach für jeden Mist einspannen lassen und von nicht-Freunden hartnäckiger Knete einfordern. Knurr. KNURR! Zeit für mich und Freunde nutzen.
  • Mehr Sport! Mehr Grog! Mehr Neues! Für die Gerechtigkeit kämpfen und kein Bier abstehen lassen!
  • Vor allem: Endlich umziehen und dafür die Grundlagen schaffen – das wäre wirklich Priorität Nummer Eins.
  • Ganz vergessen: Priorität 0,5 – Kein ausgesprochenes Arschloch sein.

Und ihr? Nun, rutscht gut ins neue Jahr. Idealerweise nicht aufgrund von Eisglätte … wir sehen uns hoffentlich.

  1. Minus die paar, die ich lieber nicht hier hereinschreibe. []

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Wir waren kurz davor, nach Hause zu fahren; eine Unternehmung voller Abenteuer für mich und meine neuen Bekannten, wie wir sehr bald herausfinden würden. Aber noch waren wir nicht unterwegs; wir waren noch nicht einmal im Auto. Nicht einmal den Parkplatz hatten wir bisher erreicht, anstatt dessen waren wir noch vollends damit beschäftigt, uns von einer entfernten Bekannten der Bekannten zu verabschieden, die gerade aus Berlin zu Besuch war und sich nun auf den Weg zu ihren Eltern machen wollte.

Schon vor längerer Zeit war mir aufgefallen, das sie zwischendurch verschwand, den Club unserer Wahl verlassen hatte, aber nach sehr kurzer Zeit zurückkehrte. Ich hatte mir keine Gedanken gemacht, immerhin trug sie eine so beunruhigend große wie geschmacklose Sonnenbrille, was ihr unseren Respekt und Achtung für weitere Schräglichkeiten einbrachte.

Wir machten uns trotzdem Sorgen. Sie war dünn und zierlich und trug neben den Jeans und den Schuhen nur ein definitiv nicht frostsicheres Trägertop. Nicht das sie sich verkühlte. Sie war nicht zu sehen, Mitfahrer 2 rief ihren Namen. Und:

“Wo bist du, verdammt nochmal?”

“Hier.” – so erschallte es zwischen den Autos auf der anderen Straßenseite, dem Parkplatz eines Supermarktes, der Nachts mehr oder weniger legal von den Besuchern des Ladens gegenüber verwendet wurde.

“Und was machst du?”

“Pinkeln. Nicht rüberschaun.”

“WAS? Warum das denn?”

“Darf ich auch mal fertig werden?”

Ja. Sie kam nach kurzer Zeit herüber, nicht schlotternd vor Kälte, dafür aber laut.

“Ich …” Sie hob ihre Hand zur Faust.
“… war nur ein einziges Mal auf dem Klo. Seitdem (und nachdem das Klo eng und unschön war) habe ich beschlossen, Weihnachten persönlich durch Terrorismus zu vernichten. Weihnachten war immer Scheiße zu mir. Ich werde Massen von Club-Mate trinken und mit dem davon erzeugten Druck zwischen die Autos pinkeln. Das wird dann einfrieren … und hunderte! von Leuten werden sich beim Einsteigen die Knochen brechen und nun auch Weihnachten hassen.”

Ich gebe zu, wir haben gelacht. Auch wenn das echt eklig war. Pfui!

So sind sie, die Terroristen. Schrecken vor nichts zurück.

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Ich mache eigentlich keine Vorsätze für das neue Jahr. Vielleicht dieses Mal. Aber für 2007 hatte ich keine und das war vermutlich auch ganz schlau von mir. Für mich persönlich habe ich sicher einiges in Wachstum hinter mir – erstaunlicherweise betrifft das nicht mein Gewicht, ich habe abgenommen und zwar durchaus sichtbar – ich hoffe mal, ich bin was meine Persönlichkeit angeht, nicht ebenfalls wieder auf dem Stand von 2001. Das, geneigte Leser, wäre fürchterlich. Wie auch immer, ich habe keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe.

Ich bin ein besserer, produktiverer Schreiber und darüber bin ich sehr stolz. Ich finde mich immer noch nicht wirklich gut, aber das ist definitiv eine Entwicklung zum Positiven und das freut mich sehr.

Beruflich sieht es anders, nun ja, anders. Nicht das ich nichts zu tun hätte; das Gegenteil ist der Fall, aber etwas gut bezahltes, fest angestelltes, das meinen Status als Arbeitsloser verändern würde, damit ich endlich, endlich umziehen kann – nein, darüber gibt es nichts konkret neues. Ich habe inzwischen den Eindruck, einen falschen Schwerpunkt in meinem Studium gewählt zu haben, der im heutigen Markt der Sozialbranche mit den Trends Heimerziehung, Pflege, Familienbetreuung einfach keinen Platz mehr hat. Sollte ich weiterstudieren oder sowas wie Astronaut oder Schriftsteller werden und so ein elendes, alkoholisiertes Ende finden. Oder ich sollte weiterstudieren? Hm. Ich bewerbe mich einfach erst einmal weiter. Hrmpf. Der Bereich, mit dem ich am unzufriedensten bin.

Mal abgesehen von Deutschland. Ich bin so wütend auf Deutschland, diese selbstgefällige Merkeligkeit. Dieses “uns gehts schlechter, immer schlechter, aber das Land kommt so nach vorne! Wirtschaft muss wachsen, dann gehts uns besser. Irgendwann. Merke ich nur nichts von …”. Ich hasse es. Mehr denn je habe ich das Gefühl, dass unser Land von Großkonzernen geführt wird und die Politik scheint das nicht einmal zu stören. Die Bevölkerung auch nicht. Man jammert etwas über steigende Preise und sinkende Reallöhne und … wählt das nächste Mal fröhlich CDU.

Ach, Liebe. Wir beide, wir unterhalten uns später mal unter vier Augen.

Menschen, nun, mit den Jahren verwirren sie mich immer mehr; gleichzeitig bin ich mit jedem Monat im größerem Maße fasziniert und glücklich über die Großartigkeit der Leute, die ich um mich habe; egal wie viele Kilometer zwischen uns liegen. Ihr seid fantastisch; glaubt nicht, was andere Vollidioten sagen. Glaubt diesem. Und geht ihm einen aus, nicht vergessen!

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Nach all den dunklen Dingen der letzten Tage will ich einmal etwas anfangen, das ich lange nicht mehr angefasst habe, nämlich ein Stöckchen; über etwas, das ich leider nicht sonderlich oft tue, nämlich frühstücken. Mal schauen, ob es funktioniert und der gestrengen Kritik meiner Leserschaft standhält.

1. Wie sieht bei dir ein ganz normales Frühstück aus?

WeetabixÜblicherweise frühstücke ich allein und bin daher besonders faul, weil ich niemanden beeindrucken will. Ich koche mir einen schwarzen Tee und esse zwei Weetabix, mit Milch. An extravaganteren Tagen nehme ich ein einfaches Müsli und ein paar Trockenpflaumen dazu – etwas Luxus muss ja auch sein. Das ist eigentlich alles, Brötchen/Brot/Marmelade und der andere Kram kommt eher vor, wenn ich Gesellschaft habe. Dann wird auch das Frühstück richtig zelebriert; mir selbst reicht auch das spartanischere um mich einigermaßen gut in den Tag zu katapultieren (haha!).

2. Was wäre das ideale Frühstück?

Nun, es fände jedenfalls nicht im Bett statt – Krümel pieken und ich bin Trampel genug, um meine Laken in wenigen Sekunden mit Rübenkraut zu ertränken. Ein Kaffee oder ein Tee … oder sogar ein Sekt, für Leute, die das mögen … im Bett? Oh ja, bitte.

Aber ein richtiges Frühstück braucht den entsprechenden Rahmen und wenn ich schon einmal die richtige Gesellschaft habe – was die wichtigste aller Zutaten ist – dann darf es auch ruhig opulent werden. Hm – ich bleibe gern so lange im Bett, dass vielleicht sogar ein Sushi-Frühstück denkbar wäre. So um die späte Mittagszeit herum.

3. Was ist das bizarrste Frühstück in deinem Leben gewesen?

Das muss das erste klassisch britische Breakfast gewesen sein, welches ich einmal in einer Gastfamilie in Dorset erlebt habe. Die Familie hatte ein Coaching Inn und dementsprechend war es ein Leichtes, auch etwas gewaltigere Kreationen aufzufahren – übrigens kann englische Küche absolut großartig sein, wenn man sich auskennt und nicht in die vielen kostspieligen und trotzdem grauenhaften Restaurants geht. So auch hier. Rote Bohnen, Toast, Bacon und diese merkwürdigen labbrigen Würstchen, die nicht gerade die Stärken der britischen Metzger widerspiegelte. Ich war ein wenig verkatert, so dass die Konfrontation mit so viel Fett ein tiefes Schaudern über meinen Rücken schickte. Und durch meinen Magen auch.

Nun, ich konnte ja schlecht nein sagen, oder? Ehrlich gesagt war es überraschend gut.

4. Was ist das schlimmste Frühstück deines Lebens gewesen?

Eigentlich immer, wenn man gegenüber von Personen sitzt, die man am liebsten schon vor ein, zwei Stunden aus der Erinnerung verdrängt hätte. Oder besser schon viele Stunden zuvor besser nicht mit ins Bett genommen hätte. Ähem. Zum Glück ist mir das schon sehr lange nicht mehr passiert. Diese Athmosphäre von “ich will weg” und “Hau doch bitte endlich ab”.

Auch schlimm: Manche Raststätten-Frühstücke. Mit diesen gummiartigen Käsebrötchen, die schon deutlich glänzende Zeichen der Alterung zeigen. Mit dem ekligen, ungenießbaren Filterkaffee, den es nur hier und in Jugendzentren gibt. Wi-der-lich.

5. Die wichtigste Zutat zum Frühstück

Unverzichtbar: Die richtige Person(en). Da kann ich auch den übelsten Raststättenkaffee1 schlürfen und ich bin glücklich. Ist so.

Davon mal abgesehen ist Tee2 unabdingbar. Ich habe ein paarmal versucht, diesen Trend zum Orangensaft mitzumachen und bin immer noch nicht ganz überzeugt davon.

Na, wer mag mitstöcken? Ich will jetzt niemanden anpingen, also habt Gnade mit mir.

  1. Der Raststättentee immer noch vorzuziehen ist. []
  2. Alternativ Kaffee []

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24

Die Sache mit den Eltern und Geschwistern ist durch, ich bin Single, sie nicht. Als alle gehen, kommt die Einsamkeit mit Macht zurück, wie immer – den Besuch hatte ich erwartet, wie jedes Jahr kommt er. Ich war noch nie nicht einsam an Weihnachten, immer bin ich rechtzeitig verlassen worden und verließ, immer habe ich oder jemand anderes eine passende Dummheit gemacht. Trotzdem fällt es mir schwer das Fest zu hassen; zu einfach, denke ich mir. Ich mag die Idee von Weihnachten.

Schon als sie neben mir saßen, bohrte es in mir. Ich weiß, ich bin nicht ungeliebt, aber … sie verstehen nicht, was in mir arbeitet. Ich weiss nicht ganz, wie sich jemand ohne Familie an Weihnachten fühlt, aber ich ahne, wie sehr man etwas hehres, strahlendes vermissen kann, das man nie gekannt hat. Familie, das hatte ich immer und ich genieße diesen Aspekt auch durchaus, in diesen Tagen. Aber das andere hatte ich an diesen Tagen nie, nein. Aber ich kann es mit etwas Mühe überspielen und meine Aufgabe zu Schein erfüllen; an Weihnachten nicht traurig auszusehen nämlich. Ich ziehe es vor, heimlich zu scheitern und keinem ein schlechtes Gewissen zu machen. Was soll ich auch sagen? Das ich wünschte, es gäbe eine einzige Person auf dem Planeten, die jetzt gerade mich und nur mich an ihrer Seite haben wollte, nicht einmal meine feste Freundin oder so etwas, nur dieser Wunsch in ihr und die Fähigkeit in mir, das genau so erwidern zu können. Phantome schweben durch meine Gedanken, während ich routiniert lächle.

Als alle gehen, werde ich also rastlos und muss aus dem Haus, schnell. Ich steige in den Wagen und fahre dahin, wo sie wohl alle sind, viel zu weit weg, allein kann ich kaum den Spritverbrauch rechtfertigen – egal. Die Straßen sind leer und der Nebel grau. Im Radio spielen sie überall die gleichen Lieder, ich schalte es aus.

Dunkle Umrisse eilen auf den Eingang zu. Nachdem ich geparkt habe werde ich zu einem von ihnen, bis mir das Licht im Eingangsbereich wieder zu einer menschlichen Gestalt verhilft. Ich warte bis sie kommen und sehe zu wie sich die Fremden in die Arme fallen, lachen. Es dauert lange, aber sie kommen und ich bin nicht mehr allein, wir lachen und wünschen uns alles Gute. Da ist sie, die mich nervös macht und sich nicht mehr meldet; sie wird stundenlang immer wieder in meine Richtung schauen und mich doch demonstrativ übersehen, sie sieht nicht glücklich aus, aber sie hat Begleitung; ich werde mich in jedem dieser Momente zu einem kleinen Lächeln zwingen – ach, mir geht es doch gut. Die große Show beginnt, man tanzt, Blicke werden gewechselt, doch bleibt man für sich, Sicherheit geht schließlich vor. Die anderen die ich kenne trinken, ich bin ja Fahrer und habe angeboten ein ganzes Auto voller Leute nach Hause zu fahren, die ich kaum kenne, um eine halbe Stunde länger nicht allein zu sein. Mein eigener Blick ist ungetrübt und ich sehe viel zu viel; warum war ich noch gleich dort hingefahren und habe mich nicht zuhause betäubt? Ich kann mich nicht erinnern.

Als ich heimkehre, bin ich hellwach und beginne einen wirren Eintrag zu verfassen. Warum bin ich so wütend? Und dieses flaue Gefühl im Magen, das verschwindet morgen sicher gleich, bei der nächsten mächtigen Mahlzeit.

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Ich denke, ich werde mal den bloggenden Teil meines Selbst für die Dauer der geplant festlichen Tage stillegen; ein Großteil meiner Kommentatoren und treuesten Leser scheint auch abgemeldet/verschollen zu sein, da macht es eh keinen Spass. Ich werde sowieso etwas asketischer als sonst agieren; die PIN Nummer meiner EC-Karte funktioniert nicht mehr und die Filialen der Sparkasse haben natürlich an Heiligabend zu. Ich bin pleite und schnorre mich durch. Oh du Fröhliche! Nun gut, meine Laune ist trotzdem ganz in Ordnung.

Wie auch immer ihr die hoffentlich freie Zeit verbringen mögt, schöne Feiertage!

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