Nach all den dunklen Dingen der letzten Tage will ich einmal etwas anfangen, das ich lange nicht mehr angefasst habe, nämlich ein Stöckchen; über etwas, das ich leider nicht sonderlich oft tue, nämlich frühstücken. Mal schauen, ob es funktioniert und der gestrengen Kritik meiner Leserschaft standhält.
1. Wie sieht bei dir ein ganz normales Frühstück aus?
Üblicherweise frühstücke ich allein und bin daher besonders faul, weil ich niemanden beeindrucken will. Ich koche mir einen schwarzen Tee und esse zwei Weetabix, mit Milch. An extravaganteren Tagen nehme ich ein einfaches Müsli und ein paar Trockenpflaumen dazu – etwas Luxus muss ja auch sein. Das ist eigentlich alles, Brötchen/Brot/Marmelade und der andere Kram kommt eher vor, wenn ich Gesellschaft habe. Dann wird auch das Frühstück richtig zelebriert; mir selbst reicht auch das spartanischere um mich einigermaßen gut in den Tag zu katapultieren (haha!).
2. Was wäre das ideale Frühstück?
Nun, es fände jedenfalls nicht im Bett statt – Krümel pieken und ich bin Trampel genug, um meine Laken in wenigen Sekunden mit Rübenkraut zu ertränken. Ein Kaffee oder ein Tee … oder sogar ein Sekt, für Leute, die das mögen … im Bett? Oh ja, bitte.
Aber ein richtiges Frühstück braucht den entsprechenden Rahmen und wenn ich schon einmal die richtige Gesellschaft habe – was die wichtigste aller Zutaten ist – dann darf es auch ruhig opulent werden. Hm – ich bleibe gern so lange im Bett, dass vielleicht sogar ein Sushi-Frühstück denkbar wäre. So um die späte Mittagszeit herum.
3. Was ist das bizarrste Frühstück in deinem Leben gewesen?
Das muss das erste klassisch britische Breakfast gewesen sein, welches ich einmal in einer Gastfamilie in Dorset erlebt habe. Die Familie hatte ein Coaching Inn und dementsprechend war es ein Leichtes, auch etwas gewaltigere Kreationen aufzufahren – übrigens kann englische Küche absolut großartig sein, wenn man sich auskennt und nicht in die vielen kostspieligen und trotzdem grauenhaften Restaurants geht. So auch hier. Rote Bohnen, Toast, Bacon und diese merkwürdigen labbrigen Würstchen, die nicht gerade die Stärken der britischen Metzger widerspiegelte. Ich war ein wenig verkatert, so dass die Konfrontation mit so viel Fett ein tiefes Schaudern über meinen Rücken schickte. Und durch meinen Magen auch.
Nun, ich konnte ja schlecht nein sagen, oder? Ehrlich gesagt war es überraschend gut.
4. Was ist das schlimmste Frühstück deines Lebens gewesen?
Eigentlich immer, wenn man gegenüber von Personen sitzt, die man am liebsten schon vor ein, zwei Stunden aus der Erinnerung verdrängt hätte. Oder besser schon viele Stunden zuvor besser nicht mit ins Bett genommen hätte. Ähem. Zum Glück ist mir das schon sehr lange nicht mehr passiert. Diese Athmosphäre von “ich will weg” und “Hau doch bitte endlich ab”.
Auch schlimm: Manche Raststätten-Frühstücke. Mit diesen gummiartigen Käsebrötchen, die schon deutlich glänzende Zeichen der Alterung zeigen. Mit dem ekligen, ungenießbaren Filterkaffee, den es nur hier und in Jugendzentren gibt. Wi-der-lich.
5. Die wichtigste Zutat zum Frühstück
Unverzichtbar: Die richtige Person(en). Da kann ich auch den übelsten Raststättenkaffee schlürfen und ich bin glücklich. Ist so.
Davon mal abgesehen ist Tee unabdingbar. Ich habe ein paarmal versucht, diesen Trend zum Orangensaft mitzumachen und bin immer noch nicht ganz überzeugt davon.
Na, wer mag mitstöcken? Ich will jetzt niemanden anpingen, also habt Gnade mit mir.
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