Es gibt noch Leben im Maschinenraum

Ich kann in meiner neuen Wohnung ganz gut schlafen. Was durchaus erstaunlich ist, kreuzen sich doch in unmittelbare Nähe die Gleise von Eisenbahn und Straßenbahn. Zum Glück fahren die Züge nicht die ganze Nacht über – es gibt seltene Pausen, so ungefähr bis sechs Uhr morgens und während der kleinen Zeitfenster, in denen die Interessenten meine aktuelle Wohnung besichtigen. Dann – und nur dann – fahren auf keinen Fall Züge.

Meine Vermieterin hatte mich treuherzig getröstet: Mein Schlafzimmer wäre “hinten raus” und man höre dort “eigentlich nichts.” Leider käme nie ein Zug vorbei, wenn sie die Wohnung gerade Interessenten zeige. Merkwürdig, oder?

Manchmal, wenn ein besonders schwerer Güterzug vorbeidröhnt, dann springt schon mal die Badezimmertür oder der Kleiderschrank auf. Das sind mächtige Vibrationen.

Dude.

Ich nenne mein Schlafzimmer jetzt “Maschinenraum”. So muss das klingen. In einem Ozeanriesen.

1 Kommentar

  1. Das erinnert dann ja schon fast an Finchers “SE7EN”. Darin wurden dem Brad Bitt und der Paltrow vom Vermieter die Wohnung auch nie länger als 5 Minuten (oder so ähnlich) gezeigt … mit vibrierendem Ausgang. :-)