![]() |
| Nachtansic |
Am letzten Wochenende gab es in Bielefeld eine interessante Veranstaltung, die Nachtansichten – bedeutet eigentlich nur, dass Museen, Kirchen, kulturelle Einrichtungen und so weiter interessant beleuchtet bis spät in die Nacht geöffnet hatten und mehr oder weniger nächtliche Angebote lieferten – von “inspiriert”1 bis hin zu “reichlich öde”. Ich habe sogar ein paar Bilder gemacht, die ihr anschauen könnt. Am Ende des Abends hat unter anderem eine feine Party mit interessanter elektrischer Musik stattgefunden, mitten auf der Straße – nach einigen hochkünstlerischen Open Air Performances, die wir natürlich rein zufällig verpassten.
Natürlich kamen die Grünen, als es gerade begann einigermaßen unterhaltsam hatten und drohten, alles musikalisch verdächte Gerät sofort zu beschlagnahmen, falls in ein paar Minuten auch ein Mucks Musik zur vernehmen wäre. Veranstaltung angemeldet oder nicht, da ist man streng. Anwohner gehen vor und so.
Heute bin ich wieder einmal auf dem Land – in der Alten Heimat – und es ist Himmelfahrt, in einschlägigen Kreisen besser als “Vatertag” bekannt. Seit gestern Abend dröhnen gefürchtete Partyhits durch das durchaus nicht kleine Dorf und machen jetzt – um 17 Uhr – immer noch keine Anstalten, sich wieder in die Hölle Musikalischer Todsünden zu verkriechen, wie es recht und billig und außerdem nur fair wäre. Mein Kopf dröhnt. Eigentlich ist das nicht nur Ruhestörung, sondern gut und gerne Körperverletzung, zumindest aber seelische Grausamkeit.
Die Polizei kommt natürlich nicht. Ist jemand überrascht? Ich jedenfalls nicht, denn eines zeigt sich hier wieder in aller Deutlichkeit:
Das Gesetz hat einfach keinen Geschmack.
- aber klaustrophobisch wegen Überfüllung und fehlender Notausgänge. Genau, liebes Theater am Markt. Ich denke gerade an dich. [↩]

