Juli 2008

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Kürzlich hat man mich überredet – was nicht besonders schwer war, schließlich bin ich neugierig – den Asperger Test (AQ) zu machen. Immerhin überprüft der Soziale Unsicherheiten, übertriebenes Auge fürs Detail – eigentlich alles, was den landläufigen Geek so ausmacht. Ich quälte mich durch die Fragen und war wie ich finde zu Recht enttäuscht über mein Ergebnis: Eine Punktzahl von erbärmlichen 13.

Damit war ich gar nichts. 13, das ist nichtmal “Wissenschaftlerin”, die übrigens deutlich niedriger als “Wissenschaftler” eingestuft wird. Verdacht auf Asperger Syndrom erreicht man mit satten 50 Punkten.

Wer mich also bisher für merkwürdig oder schräg gehalten hat: Pech gehabt, ich bin ein ganz normaler Langweiler mit schlechten Ausreden für sein ungeschicktes und gelegenheitspossierliches Verhalten.

Irgendwie geht das gegen meinen Stolz, auch wenn ich eigentlich nicht erwartet hätte, eine dermaßen üble Krankheit zu haben1. Aber … wenigstens “etwas schräg” hätte doch drin sein können, oder?

  1. Die ich natürlich an dieser Stelle auf keinen Fall veralbern will []

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Das Federschwanz-Spitzhörnchen sieht eigentlich lieb aus.

Das Federschwanz-Spitzenhörnchen sieht eigentlich lieb aus.

Ich habe heute im Radio gehört, das Trinken eigentlich komplett natürlich ist. Jedenfalls dann, wenn man zufällig ein Federschwanz-Spitzenhörnchen1 ist. Diese pelzigen Freunde trinken täglich und das ganze Jahr über den Gegenwert von zwölf Gläsern Wein an vergorenen Pflanzensäften. Sie werden nicht besoffen, dafür werden aber “positive psychologische Effekte”2 vermutet.

Soso.

Gewohnheitsmäßiger Suff macht die Hörnchen – “mit Primaten verwandt”, als ob wir das nicht schon längst gewusst hätten – also netter und sozial angenehmer. Das gilt nicht bei allen Menschen und erst recht nicht bei meinen durchweg angenehmen Lesern, die nur dann und wann zur Aufmunterung und aus medizinischen Gründe die eine oder andere Kiste Bier leeren. Hörnchen hingegen…

Außerdem: Vielleicht bekommen Menschen durch eine solche Lebensweise auch einen Federschwanz?

Darüber sollte man mal mit einem Glas vergorenen Nektars der Bertam-Palme nachdenken.

  1. Alle Federschwanz-Spitzenhörnchen seien ausführlich gegrüßt []
  2. siehe Wikipedia []

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Besuch

Der Herr Luca vom 2-Blog nebst Begleitung hat uns gestern in Bielefeld besucht – und tatsächlich ein Bier mit uns getrunken und sich dann stilecht auf dem gut vorgewärmten Siegfriedsplatz mit Ober- und Unterhitze wohlschattiert grillen lassen.

Das hat großen Spass gemacht. Hier bei uns reden ja nicht nur die Österreicher komisch, da fällt man gar nicht auf. Manche Leute bei uns reden so komisch, die klingen wie Österreicher.

Der Herr Luca wurde von wildfremden attraktiven Frauen angesprochen. Ich sollte darüber nachdenken, vielleicht doch ein Bild von mir ins Blog zu packen.1

Meine Freunde, lieber Luca, sind übrigens nicht verrückt. Nicht alle.

Ich musste immer daran denken, dass es wirklich fantastisch gewesen wäre, euch Kommentarschreiber auf einmal zu sehen.

Aber auch so: Kommt bald wieder.

  1. Nein, lieber doch nicht. []

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Vor gar nicht langer Zeit besuchte ich eine alte Freundin. Sie hatte einen dieser parasitischen Langzeitblutdruckmessroboter verpasst bekommen, der ihr in regelmäßigen Abständen den Oberarm abschnürte und sie so nicht unbegründet wütend machte, was den Blutdruck zu erhöhen drohte, was unerwünscht war.

Also hatte sie sich Besuch eingeladen, in verschiedenen mehrstündigen Schichten, der sie davon abhalten sollte, wütend zu werden und so ihre Werte zu versauen.

Ich hatte die Kuchenschicht und daher brachte ich Mandelkuchen mit. Wie sich das gehört.

Ab zirka dem 25. Lebensjahr beginnt man mit Oma-Gesprächen: Wer ist tot, wer ist krank, was macht eigentlich der und wer geht fremd? Alles Oma-Themen, für die man nicht einmal eine Oma sein muss.

Dings ist in Costa Rica und hat drei Kinder, die nur Rohkost bekommen. Soundso hat ein Auge verloren, in Neuseeland.

Und sie selbst, nun, ach, sie hat ihren alten Schwarm wiedergetroffen, auf dem Schützenfest. Ich wüsste doch, wen sie meint? Ich nicke, meiner Sache nicht ganz sicher, aber dafür freundlich – es gab eine ganze Menge alter Schwärme. Matthias, der mit der Freundin? Achso, der. Nein, ich hatte keine Ahnung.

Jedenfalls, sie traf ihn und er erzählte großen Mist, wie immer. Was seine Ideale für Beziehung angeht, was die erste Priorität sei: Seine Mutter muss sie mögen und sie soll nicht rumsitzen und lesen, wenn auch Hausarbeit zu tun sei. Seine eigene Freundin hätte er deswegen ja auch schon ein paar Stunden zuvor nach Hause geschickt. Wäsche war zu tun.

“Bist du da nicht sauer geworden und hast ihn zu Klump gehauen?”, frage ich.

“Ne. Hätte ich wohl, oder? Aber wir merkten zwei Stunden später, das wir allein waren.”

“Wieso?”

“Feueralarm. Haben wir gar nicht gemerkt. Wir waren wie unter einer Käseglocke – du siehst die Außenwelt, aber das war es auch, ist nicht so wichtig, das alles. In diesem Moment…”

Sie redete nicht weiter, sondern widmete sich nachdenklich ihrem Tee.Ich sprang ein.

“Ich kenne das auch… es gibt so Leute, mit denen ist man os gern zusammen, das man die Zeit vollkommen vergisst, erst recht worüber man redete, weil es so perfekt war. Man würde alles andere stehen und liegen lassen, nur um die Person zu sehen. Ich würde glatt ein Date sausen lassen, nur um, naja, einen Keks und einen Tee mit so jemand zu trinken.”

Ich dachte nach. Sie schaute immer noch in die Leere und sagte nur “Oh. Ja. Genau das.”

“War das früher auch schon so mit euch?”

“Ja. Jedes Mal. Sonst hätte ich doch auch dieses Gelaber nicht ertragen.”

“Ich fand das Gelaber mit solchen Leuten toll”

“Ich auch. Für mich war das kein Gelaber.”

“Für mich auch nicht. Okay.”

“Warum seid ihr nicht zusammengekommen?”

“Wegen dem Käseglockengefühl. Weil es perfekt war und wenn es schiefgegangen wäre, dann würde er vielleicht nicht mehr mit mir reden und ich hätte ihn ganz verloren.

Ich hatte richtig Angst. Ich habe immer noch Angst. Aber er ist auch ein Idiot.”

Der bösartige Blutdruckroboter tat sein übles Werk und unterbrach sie. Sie biss die Zähne zusammen und schimpfte ein wenig.

In der Kanne war noch ein Schluck Earl Grey. Ich schenkte mir nach und überlegte, wie wir wohl am Besten das Thema wechseln könnten.

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Dualität

Ich in inzwischen fast davon überzeugt, dass Missgeschicke und Unglücke in aller Regel keine Einzelgänger sind, ich glaube vielmehr, dass sie zumindest als Pärchen auftreten, damit sie auch genügend Aufmerksamkeit und gesteigerte Wirkung erzeugen.

Nehmen wir zum Beispiel das Ruhrgebiet: Zuerst die Love Parade und eine Woche darauf Sintflut1. Ist das fair? Ich würde sagen: Nein.

Oder den Geburtstag einer Bekannten. Eigentlich sollte ich ihr – als Besitzer eines zerbeulten Kraftfahrzeugs – anstelle eines Geschenkes beim Einkaufen von Bier helfen.

Aber sie war zu unpässlich.

Unpässlichkeit ist bei ihr kein seltener Zustand und so fragte ich sie am Freitag – man könnte sich die Frage stellen, ob eher der Planet oder Bekannte schwankte, ich aber tendiere zur letzterem – ob sie sich den in der Lage sähe, am folgenden Tag ihren Geburtstag zu feiern.

Natüüüürlich …

… war sie am Samstag unpässlich und verbrachte ihren Ehrentag – wohl sogar allein – im Bett.

Das hat irgendwie auch schon wieder Stil.

  1. Ich hoffe, ihr habt es trocken. Wir warten immer noch auf Regen. []

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Gesundheit!

Seit Wochen fühle ich mich schlecht – und ich meine körperlich, liebe mitleidige Seelen. Ich bin müde, schlapp, schlafe mäßig gut und kann mich nur mit Bier einigermaßen auf den Beinen halten. Mir wird ja schon beim schnellen Treppensteigen schummrig. Nicht immer, hin und wieder.

Gestern Abend war ich mit meinem Bruder laufen. Acht Kilometer, die schön locker gingen. Teilweise konnte ich ihm sogar davonlaufen1.

Heute morgen habe ich nichtmal einen Muskelkater.

Mein Körper ist seltsam.

  1. Nicht an Steigungen, dafür ist er zu leicht []

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