Als ich noch in der Familienhilfe arbeitete, was nicht besonders lange her ist, habe ich oft viel Zeit auf dem Spielplatz verbracht und dort Eltern beigebracht, dass sie mit ihren Kindern spielen sollen und wie genau das geht. Das kommt gar nicht so selten vor und ist deswegen noch lange nicht weniger bizarr und traurig.
Meistens finden die Beteiligten ziemlich schnell Gefallen an der gemeinsamen Zeit und ich sitze eigentlich nur dabei und beobachte die Leute, ziehe meine Schlüsse und mache Notizen in meinem mächtigen Sozialarbeiterhirn.
Dabei bin ich eigentlich genau die falsche Person für diesen Ort. Ich kann da niemandem etwas beibringen; glücklicherweise ist das ja auch in aller Regel nicht notwendig gewesen.
Ich mag nämlich Spielplätze nicht. Ich war als Kind auch nie freiwillig auf einem, nur vielleicht im Kindergarten und dort war es nur so halb freiwillig. Ich habe nie verstanden, warum man nicht auch einfach in den Wald gehen konnte und stattdessen irgendwelche komischen Sandkästen oder Schaufeln benutzen sollte: Mit richtigem Schlamm konnte man sich auch viel besser dreckig machen; das war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Die andern Kinder wollten sowieso eigentlich nicht richtig mit mir spielen, davon war ich jedenfalls überzeugt und in der Folge so zickig und unwillig, dass die anderen Kinder nicht mit mir spielen wollten und von den Kindergärtnerinnen dazu gezwungen wurden, was mich – schon ganz die neurotische Gelegenheitsnervensäge späterer Tage – nicht beliebter machte. Ich hatte durchaus Freunde. Ein paar. Zwei also.
Am schlimmsten war es, wenn meine Eltern die paar male nachmittags zum Spielplatz fuhren und mich dort abluden. Da wären ja meine Freunde, sagten sie. Ich sah nur … andere Kinder und wollte nach Hause und das sofort und wenn nicht, nun … dann würde ich aber wirlich laut.
Spielplatz. Was für eine bescheuerte Idee, für ein Dorfkind unzumutbar. Falls ich mal wieder eine Arbeit in einem kinderhaltigen Bereich finde, werde ich mir ein paar Geschichten ausdenken oder heimlich Spielplatznutzung trainieren müssen.
Spielplätze im Dorf sind überflüssig wie ein Kropf oO
Spielplätze sind für Stadtkinder (wie mich) wir hatten keinen Wald. Jedenfalls keinen in den wir allein gedurft hätten, schon allein weil er als Hundescheißanlage diente.
Dennoch haben wir unsere Spielplätze selbst erschlossen.
Neben dem Bandenkrieg um den damals einzigen (Privat-)Spielplatz mit Schaukeln (das war damals Luxus!! Schaukeln, sowas tolles!) und den Pseudotussenpunks die den umliegend größeren belagerten und alles, was kleiner als 1.50 war verprügelten haben wir den anliegenden Parkfriedhof als Spielplatz benutzt.
Klar, weiter oben, hinter dem Feld, war noch ein Spielplatz der gut nutzbar war und auch schön naturell lag, aber die meiste Zeit haben wir mit Fahrradfahren und Blümchensammeln auf dem Friedhof verbracht.
Ich wüsste gerne mal was das über unsere Psyche aussagt.
Fahrradfahren ist dort übrigens offiziell verboten, dennoch habe ich noch nie eine gesunde Person unter 18 dort gesehen, die kein Fahrrad dabei hatte und nicht an Mamas Zipfel kroch.
Fussballspielen ist auch immer verboten. Auch wenn da Torwände stehen. Was sagt das über die Psyche der Städteplaner aus?
Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Leben auf einem Spielplatz gewesen zu sein… Wir hatten ein Haus mit Garten, drumrum Wiesen und Felder und vieeeel Wald. Da waren wir als Kinder… Verstecken im Maisfeld… Hütte bauen im Wald… Wer braucht da schon künstliche Kinderwelten?? Ach ja… ne Schaukel und eine Rutsche hatten wir im Garten!
Aber dennoch finde ich Spielplätze in der Stadt sehr sinnvoll… Vor allem gibts da einen ganz schönen beim Deutschen Herzzentrum… mit Bäumen und ner Wasserpumpe am Sandkasten… Da können die Kinder so herrlich matschen. Das ist dann fast wie bei mir daheim (bis auf das, dass da immer SCHAREN von Mammis mit Kids sind, sobald die Sonne rauskommt).
Hat allerdings auch Vorteile… ich war daheim fast immer allein unterwegs… weil kaum Kinder in meinem Dorf vorhanden waren und die waren wenn dann alle mind. 3 Jahre älter als ich und vorwiegend männlich….