Doofe Party

Warum gehe ich eigentlich immer wieder auf diese dämliche Party im Lichtwerk? Ich bin doch sowieso danach wieder frustriert und angenervt und fahre mit meinen genervten und frustrierten Freunden traurig nach Hause. Man glaubt ja doch, dass man durch Mitbringen guter Freunde die Sache retten könnte, immerhin stimmen ja auf dem Papier die Randbedingungen: Schöner Innenhof, feine Filmdeko mit vielen Projektionen, ganz tragbare Musik.

Es geht trotzdem immer schief, jedenfalls für mich und scheinbar auch meistens für die Leute, die ich mag.

Liegt wohl daran, dass diese Party von Solariumverbrannten Gestalten besucht wird, die einfach niemals lachen, dafür aber um so beständiger die Mundwinkel nach oben biegen. Man findet sich ja ausgesprochen interessant, natürlich nicht wichtig, aber man hat ja dieses und jenes gesehen und findet alles hier ganz wahnsinnig wahnsinnig. Keiner hat etwas zu sagen, alles drängelt sich in einer erstaunlichen Unhöflichkeit rücksichtslos aneinander vorbei. Man lernt niemanden kennen, alles ist freudlos-alternativ überdreht, alles muss, nichts kann.

Keiner hat etwas zu sagen. Diese verdammte kalte Verantstaltung ist nicht gesund für mich: Ich muss an einen freundlichen, liebe Menschen denken, den ich so gern sehen würde, der mich aber wohl mich lange nicht so gern um sich hätte. An die, die ich vernachlässigt habe. Aufkommendes Selbstmitleid macht mich nicht nur wütend; es ist auch das letzte Signal für eine dringend erforderliche Flucht.

Ich bin nach Hause und habe mir eine Brühe gemacht, um mich aufzuwärmen. Es ist nämlich auch saukalt gewesen und geregnet hats noch dazu. Gelungener Abend.

2 Kommentare

  1. Hoffentlich war es eine Hühnerbrühe. Denn Hühnerbrühe ist gut für die Seele. Auch fürs Herz. Ist so. Sagte zumindest meine Oma immer. Und Omas wissen das. Also Hühnerbrühe kochen, zurücklehnen und entspannt auf die nächste Party warten. Kommt bestimmt.