Der aktuelle Italowestern meines Lebens

Beim letzten Mal habe ich noch über das feine Sonnenwetter geschrieben, erinnert ihr euch?

Natürlich muss am Tag danach so ziemlich alles Denkbare schiefgehen, missverstanden werden, ausbleiben, scheitern, fehlinterpretiert werden, abkacken, unvorsehbare andere Verläufe nehmen, bizarr eskalieren, spurlos verschwinden oder den ersten Schritt auf einem langen Weg unglückseliger Vorkommnisse nehmen.

Ich glaube ja nicht ans Verfluchtsein. Das ist auch gut so, man bedenke nur das fürchterliche Melodrama, dass ein verfluchter Blogger erzeugen könnte – ein schwarzes Loch des Selbstmitleids, welches wohl größere Teile Ostwestfalens im Nu aufsaugen könnte – und dann wäre Bielefeld (und große Teile seiner Umgebung) wirklich nicht (länger) existent und alle gegenteiligen Behauptungen tatsächlich Teil einer Verschwörung. Gleichzeitig: Eine größere Gruppe von ‘Comedians’ verliert wertvollen Scherzrohstoff. Aber sich sollte wirklich vorsichtiger dabei sein, mich öffentlich zu freuen. Das ist gar nicht so einfach, schließlich kann ich mich ziemlich gut über winzige Erfreulichkeiten delektieren.

Manche Leute haben ein Talent zum Glücklichsein und zu einem ruhigen, zufriedenen Leben ohne großartige Dramen; Streits werden zivilisiert geregelt, man vertraut einander, niemand scheint ernsthaft verletzt zu werden, weder am Körper noch an der Seele. Und wenn wirklich etwas falsch läuft, dann wartet um die Ecke schon eine neue Gelegenheit.

Nun, mein Leben ist anders. Aber Mitleid verdiene ich nun auch nicht gerade; ich bin nur sehr müde.

Kommentare sind geschlossen.