Kürzlich habe ich Post bekommen. Darin: Ein kleines Tütchen und drei Blatt Papier.
An “GORGMORG”. Darunter mein Name und meine Adresse. Scheinbar was offizielles. Was so erstaunlich wie putzig ist, schließlich ich doch schließlich gar kein Geschäft. Ich habe auch gar nichts bestellt. Ich soll aber.
“Vollendeter Teegenuß beginnt mit der passenden Wasserzubereitung” – wer weiß das nicht? Ich persönlich verbringe täglich Stunden, ich fühle mich gleich verstanden. Teefilm (!) und Ablagerungen hingegen sind unangenehme Begleiterscheinungen der Teeherstellung, die mir den bitter nötigen Nachtschlaf kosten. Vor Sorge.
Die mitgelieferten Papierfächer1 helfen jedenfalls sicher, teilt man mir im Anschreiben fröhlich mit.
Genau dasselbe schildert man in epischer Breite auf zwei schief und blässlich fotokopierten Seiten, deren Zeilen dafür aber ordentlich durchnummeriert sind2. Ob die wirklich für mich bestimmt sind, den zukünftigen Papierfächervertrieb? Sieht so hingeschlampt aus. Egal: Man informiert mich, dass ich mir nun keine Sorgen mehr wegen Verkeimungsgefahr machen muss – wäre ich ein Besitzer eines “Kannenfilters”, der auch “Ionentauscher” enthält und eine Menge fürchterlicher Gefahren birgt. Desinfektionsmittel zum Beispiel. Wasserverschwendung. Moment mal – es gibt allerdings ein paar sehr gute Kannenfilter, die sich von der Konkurrenz unterscheiden: Erstens lassen sie alle eben genannten Schwächen vermissen, zweitens stammen sie zufällig vom Hersteller der mir gerade so großzügig zugekommenen Musterpapierfächer. Dies könne man sogar – unglaublich! – mitnehmen – “z.B. auf Reisen.” Wir sind wieder beim Thema, ich bin immer noch so fasziniert wie in der ersten Zeile.
Dann werde ich mal “den Tee wir gewohnt” zubereiten und – bei Gefallen – ein Kistchen bestellen.
Liebe Werber, wenn ich bei diesem Kollegen kaufe – bekomme ich dann von euch ein iPhone, ein paar Kisten Bier oder vielleicht ein neues Auto? Einfach schicken.

Hey, die hab ich mal im Fernsehen gesehen und frage mich seitdem, wo man sie herkriegt.