Umzugshelfer

Als ich heute mal wieder bei einem Umzug half, musste ich viel rennen. Ich rannte beispielsweise zu meinem Auto und dabei sehe ich scheinbar komisch aus, dem lauten lachen hinter mir war da nur schwer zu widersprechen. Ich eile weiter und drehe dann doch den Kopf – immerhin war es eine weibliche Stimme – und sehe etwas kleines mit langen dunklen Haaren über die Hintertür im nahen Aldi verschwinden. Ich grinse sogar noch, als ich die erste Kiste mit Schallplatten schleppe.

Nach der dritten beginne ich die Vorzüge der digitalen Welt zu schätzen – eine einzige Festplatte mit all den Songs hat zwar nicht so viel Stil, aber viel handlicher ist sie auf jeden Fall, verdammt. Sobald alles im Regal steht, gewinnt wieder die analoge Version. Bis zum nächsten Umzug.

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Es ist übrigens sehr viel praktischer, von richtigem Wohnviertel nach richtigem Wohnviertel umzuziehen – nicht nur wird man in Gegenden mit Bürgersteig sehr viel leichter Sperrmüll los (“Ey, brauchste den Herd noch?”)1, man kann auch vor die Wohnung fahren und herumlaufende Leute mit Bier rekrutieren. Das macht weniger Mühe und dafür mehr Spaß. Da, in der Schicki-Altstadt, da hatten die Leute weiße Hemden und Solariumsbräune. Die schleppen keine Möbel für dahergelaufene Säcke, die sich irgendwie WGs in diesem für sie unangemessenen Viertel erkämpft haben.

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Außerdem kuriert Möbelschleppen eine fürchterliche Magenverstimmung im Nu. Jedenfalls zeitweise und in diesem einen Fall.

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Während ich nach Hause fahre, denke ich darüber nach, mit wem ich wohl gern wohnen würde. Ob das funktionieren könnte. Mmmh. Gute Frage. Ich halte mich eigentlich für einen freundlichen Zeitgenossen, der  aber in einigen Fällen ziemlich unausstehlich sein kann, vor allem was Frühaufstehen angeht. Daran sollte ich arbeiten.

  1. Leider nicht nur Sperrmüll… []

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