Schilfstöpsel

Auch wenn ich siech bin, kann ich mich langweilen, sogar ausgesprochen gut und ich fange bei solchen Gelegenheiten an, Sachen zu tun, zu denen ich sonst nicht neige. Seit einiger Zeit bekomme ich Kataloge von teuren Designversendern zugeschickt, voller “Schöner Dinge”, von denen die sinnvollen anderswo billiger zu haben sind und die restlichen von einer beeindruckenden Nutzlosigkeit sind. Sehen wir mal von wichtigen Errungensschaften wie Grapefruitlöffeln oder kunsthandwerklichen, aus täuschend steinähnlichem Plastik hergestellten Wasserspeiern, Gnomen und Drachen. Oder kostbaren Papierkörben aus Bullenleder.  Ich denke da eher an mundgeblasene Vogelhäuser (damit sich singende Zeitgenossen ansiedeln) oder Philosophenbänke (damit sich denkende Zeitgenossen ansiedeln) oder Gartenruinen für Ungeduldige, denen es mit dem Verfall der eigenen Anlage nicht schnell genug gehen kann. Die salbungsvollen Produktbeschreibungen machten das Ganze doch ganz unterhaltsam. Ich war entzückt. Doch dann fand ich das hier und ich musste doch grinsen.

Schilfstoepsel

Augen auf Artikel Nummer 6 und vor allem auf die dazugehörige Skizze.

Um mal ganz ehrlich zu sein, fand ich schon die Idee, ein alleinstehendes Stück Plastikschilf in der Wanne vorzufinden nicht besonders aufregend. Nun gut, ich gebe zu: So blieben die Hände trocken, wenn man das Wasser ablassen will. Nur ist man zu diesem Zeitpunkt doch eher selten trocken, oder? Nun gut. Wer weiß. Vielleicht habe ich andere Badegewohnheiten.

Selbst wenn man diesen Punkt beiseite lässt: Ich würde mich ein wenig unwohl fühlen, wenn beim baden ein langes, grünes Stück Schilfimitat stolz zwischen meinen Beinen empor ragen würde.

Teichatmosphäre. Soso.

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