Als ich klein war, bekam ich im Dunkeln Angst und konnte nicht einschlafen. Die Tür mußte immer einen Spalt offenbleiben, nicht zu viel, nicht zu wenig. Nach ein paar Jahren war ich ein Experte darin, die Tür genau richtig anzulehnen. Ich hörte den Fernseher im Wohnzimmer, einem Saba – die alten Dinger machten so ein typisches Röhrengeräusch, an das ich mich heute kaum mehr richtig erinnern kann. Das Flimmern flackerte durch den Türspalt und erhellte den Raum für Sekundenbruchteile mit kaltem Licht. Das beruhigte mich.
Wenn die Tür zugefallen wäre oder das Licht im Flur nicht mehr hereinschien, dann tauchten die Bilder vor meinem inneren Auge auf, ein gewaltiger Atompilz in schönem Orange. Alles wäre zuende und die Menschen – vor allem aber meine Familie – müßten sterben. Ich wusste genau, wenn ich einschlafen würde und sie wären nicht selbst wach um aufzupassen, dann wäre es bald so weit und ich wäre verlassen von allen, nur um kurz darauf selbst krank zu werden und elend zu verrecken. Das konnte ich nicht zulassen. Nur mit ein wenig Licht und den Stimmen im Wohnzimmer konnte ich mir erlauben einzuschlafen.
Das waren die 80er für mich. Nicht nur Schulterpolster, krasse Frisuren und miese Musik. Sondern vor allem Angst, dass einem bald alles um die Ohren fliegt.

*lächel*
Das kenn ich!
Ich hatte extra eine kleine Lampe vor meiner Zimmertür und das brannte, bis meine Eltern ins Bett gingen.
Ich hatte so oft Alpträume, wenn auch nicht vor Atompilzen, das war vor meiner Zeit, und Angst im Dunkeln und wenn die Lampe nicht brannte, dann war es so viel schlimmer.
Den TV oder so konnte ich nicht hören, da der im Erdgeschoss war, mein Zimmer aber im 1. Stock. Aber wenn die Lampe brannte, war alles gut…
Und das waren die 90er