Manchmal sehe ich Leute aus dem Augenwinkel und muss hinsehen und viel später sind immer noch die Bilder da; hin und wieder baue ich sie in Geschichten ein und viel öfter bleiben sie nur ein paar hingeschritzelte Stichpunkte in meinem Notizbuch.
Der kleine dicke Junge in auffällig unmodischen klamotten, in jeder Hand eine schwer aussehende Tüte von Lidl. Er geht aufrecht über die Straße, routiniert. Sollte der nicht in der Schule sein? Weg ist er.
Das Publikum tobt sich aus, die Band macht ihr Ding. Im Auge des Orkans steht eine kleine Frau. Sie trägt ihr dunkles Haar hochgesteckt, ihr schlichtes schwarzes Kleid ist vollkommen fehl am Platz. In ihrer Hand trägt sie ein hohes Glas mit zwei Strohhalmen, um ihre Mundwinkel ein zierliches Lächeln. Sie verschüttet keinen Tropfen.
Der Drummer der Band. 45 Jahre lang trommelt er nun schon, seit seiner Kindheit, Band nach Band, auf Abruf; die Songs lernt er von seinem iPod, während des Fluges. Sein Gesicht ist gefurcht, er hat eine Steineklopferfigur und Hände wie Bratpfannen. Aber er sieht nicht unglücklich aus. Hey, nice talking to you.
Da sitzt ein birnenförmiger Typ draußen auf der Bank, alles an ihm hängt, sogar seine Näse. Sie ist birnenförmig, ein dunkelrotes Ding, das über seine Oberlippe ragt.
Der kleine Junge auf dem Spielplatz. Seine Haare sind borstig und er ist wütend, weil keiner seinen Namen versteht. “Bääärtram!” -”Was?” – “Bäääärtram!” – “So heißt du, echt?” – “Du bist doof.”
Und so weiter.
