Vor kurzem war ich wieder einmal auf dem Bielefelder Siegfriedplatz zu Gast; bekanntlich trifft sich dort die lokale Intelligenz, um die dort vorhandenen Ausschankstellen durch mitgebrachten Alkohol in den Ruin zu treiben und inspirierende Gespräche auf dem warmen Pflaster zu treffen. Daraus hat sich eine Art Ökoystem entwickelt, an dessen Ende die Flaschensammler anzusiedeln sind, die hinter dem Pfand her sind.
- “Opa, die auch?”
- “Ja, aber erst ordentlich ausgießen, wie ich dir das gezeigt habe… sehr schön. Kannst du noch eine tragen?”
Die Kleine war so drei Jahre alt. Ich kann Frauen so schlecht im Alter einschätzen.
- “Nimm noch zwei Flachen mit, dann haben wir mehr Platz im Kinderwagen.”
Sagte er und sie waren verschwunden. Es ist schließlich nie zu früh, um Nachwuchs für das Familiengeschäft anzulernen. Wir Zeugen fühlten uns alle etwas merkwürdig dabei.
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Heute Abend muss ich auf eine Hochzeitsfeier. Meine Freunde neigen nicht zu solchen Torheiten, tatsächlich ist das meine Allererste – jedenfalls die allererste, in der sich Leute aus meinem direkten Freundeskreis vermählen. Ich hab den Haufen seit Jahren nicht gesehen und ich habe … Vorbehalte. Nicht gegen Horden von Unbekannten, die sich bestimmt über mein Haus, meine Kinder, meinen Job unterhalten wollen und sich brennend dafür interessieren, warum ich denn allein komme. Die Antwort: Wegen ihnen natürlich. Aber deswegen habe ich keine Vorbehalte.
Ich habe Angst vor all den Tanten der Braut und des Bräutigams, die mit Sicherheit irgendwann angeschickert sind und dringend tanzen wollen und mich auffordern. Ich bin der Bar-Typ, nicht der Tanzflächen-Typ. Ich hätte doch unbedingt eine leidensfähige, überzeugend eifersüchtige und außerdem verlässlich tanzunwillige Begleitung mitbringen sollen. Aber nun ist es zu spät; viel zu spät, nun rächt es sich erbarmungslos, dass ich mich damals geweigert habe, einen Tanzkurs mitzumachen. Falls ich das nicht überleben sollte: Es war schön, von euch gelesen zu werden. Ehrlich.
Tags: bielefeld, Flaschsammler, Hochzeit, Pfandflaschen, Tanten, Tanzen
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Pingback from Was bedeutet eigentlich “#siggi”? | killefit.net on 01.07.2009 at 17:11:43
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