Ich sitze auf dem Balkon und schaue über Gebüsch, Parkplatz und Felder. Die meisten Sachen habe ich schon erledigt; das was zu tun wäre ist auch nicht gerade umfangreich. Für den Moment ist die Ruhe erträglich. Zeit für einen zusammenhanglosen Beitrag.
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All diese Themen, von Netzsperren über die Vorkommnisse im Irak – ich habe das Gefühl, dass von der Bloggeria so halb erwartet wird, dass ich darüber schreibe, egal ob ich nun einen blassen Schimmer von der Materie habe oder nicht. Einen gewissen Druck gibt es schon, seinen Twitteravatar nun schwarz1 oder grün2 zu färben – ach, nennen wir es nicht einfach Druck, nennen wir es Peer Pressure oder so: Die anderen Kinder tun es ja auch.
Auf sowas habe ich noch nie gut reagiert und das wird sich noch nie ändern. Sorry. Darum bin ich so ein populärer Charakter.
So einen unsäglichen “Zensursula Song”3 werde ich niemals, niemals, niemals auf mein Blog packen, egal wie oft ich noch dazu aufgefordert werde. Ich habe keine Lust, das Thema zu verniedlichen. Das Ding nervt. Ach ja, ich will auch nicht spontan in die Piratenpartei eintreten. Danke.
Es bringt wenig, diese augenscheinlich ahnunglose und deswegen gefährliche, ansonsten eher lächerliche Familienministerin zu verniedlichen. Es wäre wichtiger, die Bevölkerung zu ändern, die diese Regierung ganz eindeutig gewählt hat und sich liebend gern in ihren Grundrechten einschränken lässt – Wenn es um die Kinder geht! Die Leute wollten die Netzsperren, egal wie unwirksam sie auch sein sollten. Die haben die Abstimmung im Schatten der Patientenverfügung überhaupt nicht mitbekommen – so ein Zufall, diese Terminfindung! Den “Killerspielen” wird es genauso gehen, spätestens beim nächsten Gewaltausbruch an irgend einer Schule; aber auch das werden eher die Anfänge einer ganz und gar beängstigenden Entwicklung sein. Die werden diese Farce einer Regierung wiederwählen – nicht trotzdem, sondern eher deswegen. Das ist meine Einschätzung, hoffentlich eine falsche.
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Was den Iran angeht, fehlen mir einfach die Worte. Ich habe gute Freunde mit Wurzeln dort, teils direkt aus Teheran. Das geht mir zu nahe, natürlich fühle ich mich ‘solidarisch’ und … es fällt mir einfach schwer und ich lasse andere darüber schreiben, die es besser in Worte fassen können und teils so etwas wie Überblick über die Lage haben.
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Es ist nicht leicht, den Medien zu folgen und trotzdem zu bloggen, ohne dabei wütend oder frustriert oder albern zu werden; scheinbar bin ich soeben selbst gescheitert. Ich lehne mich also zurück, schaue zu wie die Twitternachrichten eingehen, lese meine Feeds und werde ratloser.
Die Wolken von gestern sind weniger geworden, die Sonne kriecht über die Holzbänke und wärmt meine Haut.
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- wegen dem schwarzen Tag für das Grundgesetz durch die Einführung der Netzsperren – ich sehe das übrigens genauso [↩]
- aus Solidarität zur Bevölkerung des Iran – oder den Demonstranten? Hmm. Muss ich erst eine Suchmaschine meiner Wahl in Anspruch nehmen, um den Sinn dahinter zu verstehen? Ist es am Ende eher eine “ich fühl mich gut, ich bin ja solidarisch” Masturbation der Berufsbetroffenen? [↩]
- Ich bin sicher, eine Suchmaschine eurer Wahl wird euch mit ihm bekannt machen. [↩]
