Ich schreib doch drüber.

Na gut, jetzt kann ich es ja sagen: Ich habe Michael Jackson nie gemocht. Genauer gesagt habe ich seine Musik nie gemocht; ihn kannte ich ja nicht. Diese seltsamen Quietschlaute und all die Tanzerei, ne, das musste ich nicht sein. “Bad” war das Album, das mir zuerst bewusst aufgefallen war, auch wenn natürlich die Singles von “Thriller” dauernd im Radio liefen, als ich noch ein Kind war. Aber da hatte ich ihn nicht damit in Verbindung gebracht. Irgendwie habe ich ihm das “Bad” Cover und das Video nie abgenommen – der sah gar nicht gefährlich aus. Ich wusste nicht, was ich von dem Typen halten sollte.

Trotzdem konnte einem Jackson einfach nicht egal sein, denn beinahe alle Leute um mich herum hatten entweder einen ausgeprägten Hass auf “Michael!” oder verehrten ihn wie eine Art Messias. Keiner nannte ihn “Jacko” – “Michael” ohne Ausrufungszeichen konnte zu dieser Zeit aber auch David Hasselhoff alias Michael Knight bedeuten. Bei dem war ich mir auch nicht sicher, ob ich ihn cool finden sollte oder nicht1.

Leute kamen von den Konzerten und waren verändert, vielleicht hatte man sie auch gegen JacksonBots ausgetauscht. Sie wären sicher gern im Moonwalk zur Schule getanzt, wenn man sie gelassen hätte.

Ein paar Jahre später fing man dann an, sich über den seltsamen Jackson und seine seltsamen Fans lustig zu machen, das war noch vor dieser üblen Sache mit den Kindern. Ich war es einfach bald leid, von ihm zu hören und zu lesen, aber es gab kein Entkommen. Die Musik wurde außerdem nicht gerade besser – das machte die Situation nicht einfacher. Trotzdem:

Ich bin ziemlich sicher, dass es nie wieder einen wie ihn geben wird.

  1. Ich entschied mich für das Auto []

6 Kommentare

  1. offenbar nicht mal zu unrecht habe ich gehofft, dass du das ein bisschen auch als frage an dich auffasst und darauf antwortest. spitze, wie kommuniaktion manchmal doch funktioniert…

    • Ja! Entschuldige; ich war aber auch wirklich spitzfindig. Man sollte mitten in der Nacht keine schlaflosen Kommentare schreiben.

      • ich bitte dich, ich fand das schon berechtigt, das hat ja wirklich was sehr unhöfliches und von-oben-herabes, eine frage so zu formulieren, zumal wenn man sich im grunde nicht kennt.
        wäre also eher an mir, mich zu entschuldigen. aber wenn, dann hätte das im letzten kommentar stehen müssen, chance vertan…