September 2009

You are currently browsing the monthly archive for September 2009.

Ich ziehe um – Donnertag/Morgen/1.10.2009 – und zwar nach Bielefeld, die genauere Adresse1 bekommt ihr dann von mir, wenn ihr mir vielleicht ein wenig helfen wollt. Das wäre schön, leider wäre es schon ab mittags so weit. Ich kenne ja meine Leserschaft, dann sitzt ihr entweder halbnackt vor dem ersten Kaffee/Tee oder arbeitet seit 6 Stunden oder ihr schlaft noch oder ihr studiert unfassbar fleissig oder ihr übt, übt, übt.

Wer trotz all solcher Widernisse helfen mag und dafür eine exzellente Suppe bekommen mag – wohl einen Tag später, nicht gleich – der mag mich doch kontaktieren. Oder kommentieren.

P.S.: Werde Bier organisieren.

P.P.S.: Naja, auch wenn ihr nicht wirklich ganz doll geholfen habt/helfen wollt/könnt, seid ihr willkommen.

P.P.P.S.: Solange ihr keinen verdammten Dreck reintragt.

P.P.P.P.S.: Unmoralische und moralische Unterstützung auch gern per Mail oder so – damit schleppt sich gleich viel leichter.

  1. Gar nicht weit vom Forum, gar nicht weit vom Siegfriedplatz []

Tags: ,

Mein alter Freund G., gerade noch rechtzeitig vor den Wehen notverheiratet, war wie erwartet Vater geworden und hatte sichtbar Gewicht verloren. Bei uns auf dem Land wird üblichlerweise nachdem Kind und Eltern stabilisiert wurden, ein alter Brauch abgehalten: Man begießt das neue Kind. Natürlich nicht buchstäblich, liebe Leserinnen und Leser.

Kein Kind wird mit abgestandenem Wasser aus einer Kanne überschüttet.

Da wir uns in Westfalen und auf dem Land befinden, hat es selbstverständlich etwas mit Alkoholgenuß zu tun: Die Freunde, die nach der Hochzeit und den Launenhaftigkeiten der Schwangerschaft noch mit der Familie sprechen, werden eingeladen und man trinkt gemeinsam und wiederholt auf das Wohl des neuen Erdenbürgers und (mit etwas Glück) Bloggers.

Es ist zum Glück ein Mädchen.

Die Mutter ist müde, Vater ist stolz und man strahlt Harmonie aus; ich freue mich für sie, auch wenn der stolze Vater den ganzen Abend Händel auflegt, immer wieder: Das beruhigt enorm und ich bin sicher, dass die zu heißen Minipizzen (aus der Kühltheke – ich will das das mal verzeihen) so noch viel besser ansetzen.

Ich bin nicht gut im Baby halten und mich dabei total wohlfühlen, aber ich gebe mein Bestes und nach ein paar Stunden sage ich, dass ich nun fahren muss. Der Vater, mein Freund, der begleitet mich noch nach unten – er ist Raucher und nutzt jede Gelegenheit, vor die Tür zu kommen und eine zu qualmen.

Wir reden miteinander, wie immer kommt dabei großer, glorreicher Blödsinn heraus. Wie in all den Jahren. Ich schaue ihn an und mir wird ein wenig flau; das ist wohl für immer vorbei, wir haben sowieso Probleme, uns einfach mal zu treffen. Nichts zwischen uns ist kaputt, aber wir driften auseinander wie Kontinentalplatten. Keiner ist schuld daran, aber aufzuhalten ist es auch nicht. Das hier könnte das letzte Mal sein, dass wir so zusammentreffen, wir wissen es beide, sprechen es aber nicht aus. Wozu auch.

Wir schauen ober das Feld, die Umrisse der Bäume zeichnen sich dunkel im Mondlicht ab. Es quietscht leise und mehrstimmig und wir brauchen ein paar Momente, um die seltsamen Geräusche einem Quartett von Teenagern auf Fahrrädern zuzuordnen. Nur einer von ihnen hat seinen Drahtesel beleuchtet, der muss daher immer vorfahren, damit man sich nicht verfährt. Sie suchen nach dem Mittellandkanal und einer Brücke darüber. Man sucht McDonalds.

“Immer gerade aus und dann links”, sage ich.

“Das längliche, nasse Ding – das ist der Kanal”, sagt mein Freund. “Wenn ihr das gefunden habt, seit ihr an der Brücke vorbei. Einfach an Land gehen und wieder ein paar Meter zurück.”

Sie bedanken sich und fahren weiter. Nach ein paar mühevollen Tritten des Beleuchters sehen sie sogar wieder die Straße.

Wir schauen ihnen nach, bis sie schon lange in der Nacht verschwunden sind. Kurze Zeit hört man noch das Quietschen, dann ist es ganz still. Das flaue Gefühl ist noch da.

“Na dann. Mach’s gut”, sagt er.

“Mach’s besser”, sage ich.

Tags: , , , , , , ,

Nun ja.

Deutschland war mir auch schonmal sympathischer.  Zum Beispiel vor dieser Bundestagswahl.

Sagen wir es so: Die SPD hätte nun die Chance, der weiteren Selbstzerschmurgelung als Merkels Sündenbock im Dienst der großen Koalition zu entgehen.

(Seufz.)

Jetzt an diesem Abend ist jedenfalls Gelegenheit, wieder mal ein gutes Buch aufzuschlagen und besser nicht fernzusehen. Oder Radio zu hören.

(Mit etwas Glück werde ich nach meinem Umzug in der kommenden Woche wieder öfter dazu kommen, wunderschöne Blogbeiträge zu verfassen.)

“Die schöne Stoßstange”, seufzte mein Mechaniker und Betreiber einer Einmannwerkstatt, dann streichelte er sachte über den rissigen Lack.

“Und der Scheinwerfer! Meine Güte…”

Er sah richtig traurig aus.

“Die Haube sieht auch nicht gut aus”, fügte ich hinzu.

Er sah mich wieder an. Ich kannte ihn: Da war nichts gespielt, er war zutiefst bekümmert, schließlich hatte er diese Teile vor gar nicht langer Zeit selbst eingebaut. Liebevoll. In seiner Stimme konnte man das gebrochene Herz eines Künstlers heraushören, das knirscht nämlich ganz leise bei der Vokalbildung.

“Du machst Sachen”.

“Ich habs nicht mit Absicht getan.”

Tags: , ,

Diese Leute

Diese Leute, diese alten freundlichen Typen, die die ganzen günstigen Wohnblöcke aufgekauft haben, vor Jahren, die paar notdürftigen Reparaturen von den Steuern abgesetzt haben und seitdem nie wieder etwas tun, könnense noch etwas warten, das machen wir neu, bald – die hasse ich.

Diese leutselige Art, mit der sie seit 20 Jahren versprechen, kaputte Etagenheizungen auszutauschen.

Ich wohnte nicht mehr in so einer morschen Bude. Aber ich kann sie nicht sehen. Ich kann von diesen miesen Ausbeutern nichts lesen. Ohne wütend zu werden.

Darum kann ich grade nicht bloggen.

Tags: ,

Ganz wichtig in diesem Moment: Niemand ist da, der mir gern zärtlich und hocherotisch am Ohrläppchen knabbern kann. Das wäre gerade auch gar nicht gut, denn wenn diese Person sich die falsche Seite – die linke Seite – aussuchte, dann würde das schmerzhaft für mich ausfallen. Ich habe da so einen lästigen, unsichtbaren, dafür aber entzündeten Pickel. Wenn der nicht bald mit dem Wehtun aufhört, dann muss ich leider operieren. Mit einem Papierlocher womöglich.

Hier habe ich eine kurze Pause eingebaut, in der ihr euch die Szenerie mit Ohr, Locher und mir in Ruhe ausmalen könnt.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich in letzter Zeit kaum ein Zeitfenster für derart blutige Therapieformen aufmachen konnte und es sieht auch nicht so aus, als änderte sich das in nächster Zukunft – meine Heimkehr nach Bielefeld scheint sich Anfang Oktober zu verfestigen, die Papiere sind unterschrieben und so weiter. Ich warte noch darauf, dass etwas schiefgeht.

Nicht vergessen, für alle Fälle: Unbedingt das rechte Ohr wählen.

Tags: , ,

« Older entries

Switch to our mobile site