Wenn ich schonmal ein feines Glas Portwein neben mir stehen habe, dann kann ich auch gleich einen besinnlichen Jahresrücklick schreiben, oder?
Wenn ich noch ein Glas davon trinke, bin ich besoffen.
Gutes Zeug.
Also schreibe ich besser jetzt. Das Problem ist nur, ich mag keinen Jahresrückblick schreiben, sondern viel lieber noch eine Weihnachtsgeschichte wie die mit meinem Opa, einem kleinen Backofen, einem nur ein wenig viel zu großen Putenbraten, einer Werkbank, einer Stahlsäge und blauen Schnittfläschen und noch einmal meinem Großvater, der nun viel zufriedener aussah. Aber Weihnachten ist ja schon vorbei. Zu schade.
Das Jahr war jedenfalls ganz in Ordnung… für mich. Ich habe einen ordentlichen Job nach einem fürchterlichen – ich kann sowieso sagen, dass die zweite Hälfte von 2009 bedeutend erfreulicher lief.
Mein Bauchgefühl, vor allem was Leute angeht, ist super. Ich sollte mehr Mut aufbringen und ihm einfach ein Stück weiter vertrauen. Um ehrlich zu sein ist es kein richtiges Bauchgefühl, es ist eher ein Herzgefühl.
Eine neue Wohnung, die ich bis auf die fehlende Wanne und das auch sonst minderwertige Bad ganz nett finde, in der ich endlich mal wieder allein wohne – das Alleinsein allerdings hat auch seine Schattenseiten, fürchterliche sogar. Andererseits ist Besuch noch viel schöner.
Ich habe jemanden verloren, den ich schon lange hätte verlieren sollen und mir ging es danach bedeutend besser; eine ehrliche Sache, die ich mal wieder zu lange vor mir her geschoben habe. Da mal hart gewesen zu sein, bereue ich ganz und gar nicht.
Ich habe jemand wiedergetroffen. Ich hatte mich fast damit abgefunden, sie nicht mehr zu sehen und es war… wirklich das allerbeste. Das hatte ich mir für dieses Jahr an Neujahr gewünscht und es ging in Erfüllung. Das und mehr.
Ich habe trotzdem unmäßige bis epische Wünsche für 2010 und daher blicke ich lieber nach vorn als zurück. Diejenigen, die euch was angehen, werden an Neujahr beschrieben. Wenn ich Lust habe, natürlich.
Und nun schenke ich mir nach. Salut!
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