Februar 2010

Artikel aus Februar 2010.

Drei Tage am Stück zu feiern, das ist eine beachtliche Herausforderung und das hinterlässt einige Spuren wie unter anderem einen erheblichen Muskelkater, fiese Kopfschmerzen und gelegentliche Formschwäche1.

An sich kann einen ja schon so ein konkreter BiBloStaTi allein aufs angenehmste schaffen, aber ich hatte es besser. Nicht weil eine kleine Feier am Folgetag mit mir stattfand, nein. Ich habe einen Muskelkater an Stellen, die ich trotz meiner profunden anatomischen Kenntnisse nicht einmal benennen kann – aber es ist ein Muskelkater, den ich stolz und würdevoll wie einen Orden tragen kann. Wenn mich jemand fragt, warum ich so komisch gehe, dann grinse ich ganz fein.

Dann fragen sie nicht mehr.

Das gefällt mir.

  1. Ab der neuen Woche: Tägliche Liegestützen, Freunde! []

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Wenn du (noch) keine eigene Waschmaschine hast und du einen guten Freund mit Maschine kennst und gesagt hast… “Hey, kein Problem, ich hol das Zeug nächstes Wochenende ab.” und an besagtem Wochenende krank geworden bist und dir beim Blick auf den vollen Kleiderschrank denkst, “kein Problem”… und dann bemerkst, dass du noch genau zwei Paar Socken für die ganze Woche hast, dann hast du einen guten Grund für eine solide, altmodische Panik. Sockenpanik. Die Cuba-Krise damals, mit der Schweinebucht und den Atomwaffen – die ist nichts dagegen.

Ich will euch gar nicht erst die vielen so unterhaltsamen wie überaus verzweifelten Szenen beschreiben, die ich im Haushalt erdulden musste, um durch die Woche zu kommen … ich lasse euch einfach mal Raum für eure mit Sicherheit lebhafte Phantasie.

Hier ist er, der Raum:

P.S.: Zum Glück ist eine Eskalation der Krise in einen offenen Sockenkrieg mit den benachbarten Staaten durch schnell organisierte Hilfslieferungen abgewendet worden.

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Ich habe testweise das Disqus-Kommentarsystem installiert, mit dem ihr auch per Twitternamen oder Facebook oder sonstwie seitenübergreifend kommentieren könnt. Die alten Kommentare sind nicht weg, sie werden importiert, was aber ein paar Momente dauert.

Ich bin noch nicht sicher, ob Disqus bleibt – wenn nicht, lässt sich der alte Zustand problemlos wieder herstellen.

Mal schauen. Gefällts euch?

Update: Die alten Kommentare sind nun auch da, wo sie sein sollten.

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Kellerloch

Für Looka.

Als ich noch ein Kind war, wohnte ich in einer Kleinstadt. Meine Großeltern hingegen lebten auf dem Land – oder besser gesagt, noch ländlicher – und wir besuchten sie sehr oft, ein paar mal in der Woche und am Wochenende sowieso. Das freute mich sehr, weil ich zum einen mein richtiges Elternhaus nicht so recht mochte und meine Großeltern sehr. Da gab es oft Pfannkuchen.

Aber das erste was ich nach der Begrüßung tat, war etwas völlig anderes als nach Pfannkuchen zu fragen. Ich rannte den Durchgang entlang, unter dem grünen Glasfaserplastikdach her, bis ich am Küchenfenster erschien, von dem aus man auf den kleinen Acker hinausschauen konnte, aus dem später ein Garten werden sollte.

Dafür hatte ich keine Augen, ich war unter dem Küchenfenster verschwunden, ich hatte das Gitter über dem Kellerloch zur Seite geschoben und kontrollierte sorgfältig die dunkelfeuchte Kühle auf Tiere in Not.

Ich hatte schon so einige von ihnen gerettet:

- Ein paar Kröten, die sich dicht an den Boden gedrückt hatten und mir nur mit ihren goldenen Augen auffielen, als ich fast schon wieder weggehen wollte. Natürlich hatte ich meine Hände etwas angefeuchtet, bevor ich sie aufgehoben und freigelassen habe; diese ganzen Sachbücher hatte ich nicht umsonst gelesen.

- Frösche gab es schon öfter, die fielen mehr durch ihre panische Ader auf und schienen nicht recht einzusehen, warum sie mir jetzt unbedingt trauen sollten; je dicker der Frosch, desto uneinsichtiger und schwerer zu fangen waren sie. Ich hatte Mitleid, weil sie hin und wieder mit Schwung gegen das Kellerfenster hüpften; aber ich habe sie fast alle gerettet.

- Einmal fand ich eine Maus, die fing ich mit einem Blumentopf. Sie war sehr klein und braun und atmete heftig. Ich konnte nicht ganz verstehen, warum keiner so begeistert war, also ich sie nah am Vorratskellerfenster wieder freiließ.

- Da war mal eine Blindschleiche und ich war fasziniert, auch wenn ich wusste, dass sie eigentlich nur eine beinlose Eidechse und keine richtige Schlange. Aber was für ein tolles Tier! Eine richtige Eidechse wäre mir lieber gewesen, denn damals gab es sie noch, bevor sie für immer aus der Gegend verschwanden. Es fiel aber nie eine in mein Kellerloch.

- Aber meistens waren es die großen, schimmernden Laufkäfer, deren Stinkdrüsen sich ungefähr einmal pro Woche als sehr wirksam erwiesen, sehr zum Leidwesen meiner Oma. Auf solche kleinlichen Bedenken konnte ich natürlich keine Rücksicht nehmen, schließlich hatte ich ein wichtiges Werk zu tun.

Nur wenn der Winter vorbei war, da lagen dort manchmal bleiche, feine Knochen, die ich erst voller Ehrfurcht in den Fingern drehte und dann in aller Stille begrub. Einmal nach den Ferien fand ich eine leblose Spitzmaus, das feine Fell nass geregnet und ganz ohne jeden Zweifel tot.

Ich hatte lange ein schlechtes Gewissen.

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Ich weiß ja ganz gut, dass mich einige meiner Freunde und einige meiner Lieblingsblogger (ein paar davon sind auch meine Freunde, hoffe ich) regelmäßig lesen, aber wie oft ich von einigen von ihnen besucht werde, ist mir oft nicht klar und dann schäme ich mich, wenn ich sie mit eher erbärmlichen Texten über grippale Infekte1 enttäusche.

Meine Güte, beinahe jeden Tag werde ich von der einen oder andere Person besucht? Jeden Tag?

Ich bin so dankbar dass ihr mir so oft ein paar Minuten eurer Zeit schenkt und wirklich nicht sicher, ob ich das wert bin2 . Aber das habe ich wohl nicht zu entscheiden :)

Aber dann schreibe ich wohl besser… besser, hmm?

Vielleicht sollte ich mal wieder nach einem Thema aus dem Publikum fragen, sozusagen ein Wunschkonzert veranstalten. Ich garantiere nicht dafür, alles aus euren Vorschlägen zu betexten, aber ich bin neugierig, was ihr so auf der Pfanne habt. Kein Skrupel, bitte.

  1. Ich weiß, Themen wie diesen hatte ich schon vor Jahren offiziell abgeschworen. Obwohl ich dachte, bei dem Verbot ging es lediglich um Pickel – ein Irrtum, wie ich eben erfahren habe. []
  2. Natürlich bin ich es für euch wert, offensichtlich: Sonst würdet ihr das hier ja gar nicht lesen. Aber ich bin schon… immer wieder beeindruckt davon und es gefällt mir. []

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Sonntag mal X

Was der schwächliche Blogger auf dem Siechenbett schrieb:

Siechenlager

Siechenbett, Bielefeld.

Wie ich schon erwartet hatte: Mir geht es schon wieder besser, mal abgesehen davon, dass mir alle Knochen weh tun; vielleicht sollte ich schon wieder zum Gerippedoktor, ein Gedanke der mich wurmt, fast so sehr wie die ungewischte Küche. Gut, dass keiner davon etwas mitkriegt.

Ich glaube das Fieber ist weg, das muss ich gar nicht messen.

Warum geht es mir besser? Erstens war es vermutlich das entsetzlich sehnige Rindfleich, welches verarbeitet und nebst einem Haufen Gemüse gegessen werden musste – irgendwie heilsam und zweitens, natürlich, die Tatsache, dass ich morgen wieder arbeiten muss – bekanntlich genese ich pflichtgemäß zum Montag. Glücklicherweise kann ich dann wirklich gut ausschlafen – schön.

Aber ich denke an die Stunden vor dem Krankwerden und an das Lächeln und die Diva und die Stimme, und wäre es das nicht wert, all das kranksein? Wäre es doch. Würd glatt wieder ein paar Tage kränkeln, für ein paar solcher Stunden.

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