März 2010

You are currently browsing the monthly archive for März 2010.

Manchmal passieren Sachen, die mich aus meinem wohlgeübten Blog-takt bringen, die mich schocken und alles an Schreiberei sich so ausgesprochen fehl am Platz und sogar unmöglich anfühlen lässt:

“Hey Gorgmorg, du fühlst dich unmöglich an.” – das sagt man doch nicht seinem Weblog.

Und dann bleibt es hinten im Hühnerstall stehen und wird langsam zu etwas, das man lieber nicht mehr gern anfasst. Nicht, ohne zuvor ausgiebig mit dem Gartenschlauch abgespritz worden zu sein. Das kann schon in ein paar Tagen passieren.

Man musste mich sogar daran erinnern, dass ich eingerostet bin. Habe ja nichtmal mehr Blogs gelesen. 76 ungelesene Beiträge im Feedreader, das hätte es früher nicht gegeben. Unhaltbarer Zustand. Also, es geht weiter, ich habe es ja auch vermisst.

Ihr müsst mich nur etwas anschieben, dann macht der Anlasser den Rest. Die Bloggarie ist nämlich ziemlich leer.

Tags: , ,

Heute Abend, meine Lieben, da ist es wieder so weit: Gegen 20 Uhr sammelt sich die Gemeinde in der Tangente zum Bielefelder Blogger aber inzwischen auch Twitter und Facebook und sonstwie Web ZwoNull Stammtisch. Ich werde natürlich ebenfalls aufkreuzen, vermutlich unpünktlich und vielleicht sogar allein – meine mögliche Begleitung wird in keinem Fall genau so charmant ausfallen wie die vom letzten Termin, aber mein Bruder wird sich – falls er es einrichten kann zu erscheinen – bestimmt größte Mühe geben.

Essen ist reichlich und kostengünstig vorhanden. Getränke ebenfalls. Da kann man doch auf keinen Fall “Niemals!!!” sagen, oder?

Wo ist die Tangente lokalisiert, werden einige fragen und das mit Recht. In der Mühlenstraße 2. In Bielefeld. Rouven hat euch sogar eine Karte gemalt.

Das NW-Blog schreibt sogar darüber, da kann man doch angstfrei hingehen, oder?

Allerdings schweigt Herr Brohm, Papst des Palaver bedenklich über die aktuellen Termin. Er plant sicher etwas. Etwa einen Fachvortrag?

Tags:

Geneigte Leserinnen, geneigte Leser -

lasst mich ein kleines Geheimnis mit euch teilen: Ich bin manchmal etwas zu wagemutig in meinen Anstrengungen, manche Einkäufe besonders günstig zu tätigen – vor allem die von der Sorte, für die ich mich sowieso eine Winzigkeit schuldig fühle, weil ich die Dinge nicht zum puren Überleben brauche.

So bekämpfe ich das winzige Schuldgefühl – mit der Spar-Keule: Es war doch so günstig, da kann keiner “nein! niemals!” sagen. (Pomf.1 )

Darum2 bestelle ich öfters mal über Live Shopping Portale – also kleine oder größere Sonderpostenmärkte, in denen begrenzte Mengen bestimmter Artikel angeblich besonders günstig abverkauft werden, solange der Vorrat reicht oder der Angebotszeitraum – meist ein Tag – verstrichen ist.

Bisher habe ich auch gute Erfahrungen gemacht. Abgesehen von der Sache mit dem verärgerten Riesenmarder, welcher in meinem neuen Staubsauger wohnte – aber das würde hier zu weit führen.

Natürlich nur solange, bis ich übermütig wurde und etwas richtig teures bestellte: Ich habe eine Playstation 3 geordert.

Die kam (natürlich?) nicht innerhalb von “4-5 Tagen” bei mir an.

Ich frage also nach – darauf folgte am 21. die Antwort, die man (natürlich?) immer bekommt: Das Paket sei eben rausgeschickt worden und dann legte sie mir noch den UPS-Code zur Sendungsverfolgung bei, damit ich die Sache verfolgen kann. Ich klicke auf folgenden Tag auf den Link und siehe da – Paket unterwegs, ich freue mich und lege meine Termine so, dass ich UPS-günstig zuhause sitzen kann. In diesem Moment ärgert man sich bereits, dass man nicht einfach einen Anbieter genommen hat, der wie Amazon per DHL in meine Packstation liefern kann oder eben verlässlich am Morgen kommt.

Sitze den halbe Tag zuhause. Paket kommt nicht. Tracking-Webseite sagt aber, das Ding wäre bereits ausgeliefert. An einen Herrn R. Ich bin mit großer Sicherheit nicht Herr R. Meine Nachbarn heißen auch nicht so. Ich habe sie tatsächlich extra gefragt.

Ich rufe also bei UPS an – UPS ist verwundert. Schließlich ist der Paketcode komplett falsch, weil gar nicht an mich gerichtet.

Die nächste Mail an den LiveShopping Anbieter ist dann etwas länger und mindestens genauso verwundert – ich frage, wo denn bitte meine Konsole ist und dass sie auch mit anderem Sendungscode inzwischen bei mir sein sollte.

Man droht mir mit dem Anwalt.

Sowas – Falschinformationen verbreiten – das hätte man nicht nötig! Nicht als Unternehmen! Das muss man sich von mir nicht sagen lassen! Das wäre eine haltlose Unterstellung

Habe ich auch gar nicht geschrieben. Ich hab’ nur gefragt, wo denn meine Lieferung abgeblieben sei. Da hatte wohl einer seinen Kaffee ohne Milch genommen.

Ach ja, einen neuen Code zur Sendungsverfolgung hat er auch mitgegeben.

Abgeschickt (natürlich?) erst am 23.3. Hmm. Fragt sich, wohin.

Ich warte nämlich immer noch.

  1. Wer glaubt, ich könnte einen Satz mit “Keule” darin ohne albernen Soundeffekt beenden, der hat sich aber sowas von in mir getäuscht. []
  2. Nicht nur darum, ich packe auch einfach sehr gern Pakete aus. Wie an Weihnachten! []
  3. Brauche ich natürlich nur für Blu-Ray und andere Filme, Musik und so weiter. Hust. []

Tags: , , , ,

Es gibt Zeiten im Leben, da hat man das Gefühl, der Boden unter den Füßen wird einem weggezogen und darum ist einem auch so schwindelig; kein Wunder wenn der Globus sich plötzlich viel schneller bewegt als man Schritt halten kann und man sich nur fragt, warum gerade jetzt und warum gerade ich so bewegt werde und ach.

Kein Wunder, wenn einem da schwindelig wird.

Kein Wunder, wenn einem da zwischendurch schlecht wird bei all der Bewegung.

Aber ich, ich täusche mich selten in Menschen, die ich liebe. Auch wenn die schonmal großen Mist bauen, ich weiß schon warum ich die habe und warum ich die nicht mehr hergebe und dass die mich auch nicht mehr hergeben, das weiß ich auch.

Und dann.

Wenn der Globus plötzlich Kohlen schaufelt in die große, stinkende Dampfmaschine Leben und deine Füße in der Luft hängen wie in den besten Cartoons, dann schaust du einfach nicht nach unten und gehst weiter.

Und wenn du fällst.

Und wenn du ins Wackeln kommst. Wenn du taumelst.

Dann kommt der harte Boden dir bestimmt wieder schnell entgegen, nicht ganz so wie erwartet. Wie immer eben. Aber mit dem richtigen Herzen, mit den richtigen Seelen rund um dich…

Dann lernst du bei der Landung einfach ein paar neue Tanzschritte.

Oder einen neuen Stil für dein nunmehr vollkommen unschlagbares Kung Fu.

Oder du lernst, wie jemand noch anders toll sein kann. Obwohl du vielleicht böse bist, für eine Weile. Oder traurig. Obwohl du blaue Flecken auf deiner Seele hast. Die werden nicht so schnell weg gehen. Aber verschwinden werden sie, mit Zeit.

Nur nach dem Mist bauen zeigt sich menschliche Größe in den frühlingshaftesten Schmetterlingsfarben, finde ich.

Jetzt darf der Planet aber gern wieder einen Gang runter schalten.

Tags: , ,

Zwölf Uhr. Ich denke an Mittagessen, für das ich keine Zeit haben werde – die Banane in meiner Tasche ist Gegenstand sehnsüchtiger Phantasien. Mein Magen rumort aufdringlich und ich beschließe, mich durch hochprofessionelle Klientengespräche abzulenken.

“Magst du sie denn immer noch?”, frage ich den Neunjährigen, der hinter mir im Auto sitzt. Der Verkehr ist unerträglich dicht und ich kann komme endlich dazu, ein paar Sachen zu fragen, bei denen man mir besser nicht ins Gesicht schauen muss. Wir haben ja ein paar Minuten.

“Manchmal. Ich liebe sie aber noch so.”, sagt er, gar nicht neunjährig. Und “Sie ist so hübsch. Sie ist nämlich ganz hell blond und hat lange Haare, weißt du?”

Ob er glaubt, dass sie ihn überhaupt mag?

“Sie mag mich wohl. Aber sie mag auch meinen besten Freund, der findet sie auch toll. Der war mal mit ihr zusammen; wenn er das noch einmal tut, dann mache ich ihn fertig. Sie macht das nur, um mich zu ärgern.”

Er war mit ihr eine Woche zusammen, von einem Freitag bis zu einem Freitag. Eine Woche. Vor Jahren, sagt er.

Er macht eine Pause. Ich biege ab und ordne mich dann links ein; bald werden wir ankommen. Wir fahren eine Weile geradeaus, dann räuspert er sich geräuschvoll.

“Ich muss oft weinen wegen ihr. Manchmal echt lange, auch mal in der Schule.”

“Im Unterricht?”

“Ja. Ich muss dann einfach weinen. Es hört fast nicht wieder auf.”

Er hilft mir einen Parkplatz zu finden, wir steigen aus, er hilft mir dabei, die Kinderschale im Kofferaum zu verstauen und seine Sporttasche wieder herauszuholen. Er hat es nicht weit.

Als an seiner Tür geklingelt habe, höre ich ihn neben mir noch einmal tief durchatmen.

“Heute, im Sportunterricht, da hat sie mir gesagt, dass sie mich immer noch liebt. Sie ist nur so verwirrt.”

Bevor ich etwas sagen kann, ist seine Mutter an der Tür, er huscht unter ihrem Arm hinein, ruft “Bis nächste Woche!” und ist weg. Ich höre, wie er seine Zimmertür hinter sich zuknallt, wie jeder andere Neunjährige. Mir bleibt nur übrig, einen neuen Termin zu machen und mich dann zu verziehen.

Ich muss schlucken, als ich endlich allein bin, dann atme ich tief durch und bin heilfroh, sofort zum nächsten Termin zu müssen.

Was um alles in der Welt hätte ich ihm sagen sollen? Was soll ich dem erzählen über Liebe und Frauen und die Welt und das Verwirrtsein?

Bin spät dran, behauptet mein Navigationssystem. Die Banane wird warten müssen.

Tags: , ,

Nur eine gute Woche lang nahm ich mittelschwere Schmerzmittel und natürlich denkt sich das Leben und vor allem das Arbeitsleben allerlei unterhaltsame Katastrophen aus, damit man auch ja nicht vergisst, gerade jetzt weniger belastbar zu sein. Vor allem wenn man sich nach der Arbeit mal gern so richtig auslasten möchte, zum Beispiel am Wochenende – wenn ihr versteht, was ich meine. Versteht ihr natürlich – oder?  Meine geneigte Leserschaft ist scheinbar durchaus dem regelmäßigen gelegentlichen Exzess zugeneigt, was ich sehr sympathisch finde.

Dann kommst du nach Hause und du bist kaum in der Lage, Blogposts zu lesen, geschweige denn Bücher zu lesen. Prosieben ist genau das richtige. Das Programm ist für Leute, die unter Schmerzmitteln stehen, absolut das richtige – Schonkost fürs Gehirn, zu der man entspannt aus dem Mundwinkel tröpfeln kann.

Aber! Ich habe ja versprochen, nicht mehr über körperliche Gebrechen und erst recht nicht mehr über Körperflüssigkeiten zu schreiben und das habe ich auch nicht vergessen – man wird mich erinnern, aber vorher möchte ich doch um ein wenig Gnade bitten und einige weitere Absätze niederschreiben. Hier geht es nämlich nicht um Krankheit.

Hier geht es ums Gesundwerden.

Wenn man die verdammten Pillen absetzt und man endlich wieder normale Nahrung zu sich nehmen kann, womit nicht nur geistige Nährstoffe gemeint sind, dann ist das ein Gefühl, als hätte man einen Zentner überflüssiges Gewicht abgeworfen und im Austausch dazu einige Kilo an purer, tatkräftiger Muskelmasse zugelegt. “Meine Güte”, denke ich, “da hat aber jemand beschlossen, endlich mal das Licht anzuknipsen und nicht etwas nur draußen vor dem Fenster, sondern auch im Kopf: Wo vorher die Welt im blässlichen Stil des DDR-Fernsehens dahinvegetierte, da hat man nun scheinbar auf Technicolor umgestellt; alles ist so komplett unrealistisch und großartig bunt. Wow!”

Und abends kommst du nach Hause und die lädierte Schulter tut endlich mal nicht ernsthaft weh, sondern man bekommt so etwas wie Hoffnung, dass es bald mal wieder ganz normal sein könnte, dass es vielleicht ein paar Tage lang gut gehen könnte, dass es vielleicht wirklich immer gut gehen könnte. Du kannst einen Text lesen, ohne dass dir die Zeilen vor den Augen verschwimmen. Du kannst einem Chat folgen und vergisst nicht gleich, was du am Vortag gesagt hattest.

Allerdings bin ich etwas beunruhigt, die alten Texte und die alten Chatlogs zu lesen und die alten Freunde zu fragen, was ich so gesagt habe, in der letzten Woche. Ich will gar nicht daran denken, was ich so auf der Arbeit getextet hatte. Bisher keine Beschwerden, nun ja. Aber das schiebe ich gekonnt – denn das kann ich auch wieder – beiseite und denke:

Wochenende.

Ich wünschte, ich hätte Besuch – zum Teilen.

Ich denke an jemanden.

Mir ist so egal, dass es gerade regnet.

Tags: , , ,

« Older entries

Switch to our mobile site