Was man nicht im Studium lernt

Ich glaube, wir Sozialarbeiter hatten es mal im Studium immer ein wenig einfacher, was die pure Lernerei angeht; die erbarmungslose Paukerei von Juristen oder von Medizinern, die haben wir nicht man ansatzweise gehabt. Jedenfalls damals in Diplomstudiengängen. Solche grauenhaften Sachen wie “Bachelor” habe ich nur am Horizont dräuen sehen.

Aber keine Sorge, das Universum gleicht das alles wieder aus, indem es dem angeblich fertigen Sozialfuzzi über Jahre immer wieder faszinierende Situationen auftischt, für die man unmöglich vorbereitet sein kann.

Ich rede hier gar nicht von Familienkrisen, von bestimmten Fällen in denen man gezwungen ist, Jugendamt oder gar die Polizei anzurufen ist. Da weiß man, was zu tun ist. Da macht man, was zu tun ist, auch wenn es unangenehm ist. Auch, wenn es einem widerstrebt.

Etwas ganz anderes ist, wenn die Klientenmutter mitten in einem ernsthaften Gespräch über fürchterlich wichtige Sachen das Thema wechselt und dir folgende Frage stellt, wobei sie sich dir gaaanz nah über den mikrowellenerhitzten Instantkaffee entgegenbeugt:

“Und wie finden sie mich so… als Frau, Herr Gorgmorg? Finden sie mich… attraktiv?”

Nein, gar nicht. Aber das habe ich nicht gesagt. Was ich gesagt habe? Ratet mal. Na? Na?

Irgendwann biete ich mal ein Seminar namens “Dialog-Aikido in Grenzsituationen – Elegant ausweichen und nicht aufs Kreuz gelegt werden.” an.

Schlagworte: , , ,

Switch to our mobile site