Das musste ja so kommen.

Ich hatte eigentlich immer von mir gedacht, dass ich mir eine ganz vernünftige Einstellung zum Internet und dem ganzen Web 2.0 Trubel gezimmert hätte: Nämlich die, es in Maßen zu nutzen und nicht total die Kontrolle zu verlieren oder genervt zum Web-Emigranten zu werden.

Nichts davon ist mir passiert.

Anstatt dessen fiel mir auf, dass ich Unmengen ungelesene Artikel in meinem Feedreader hatte – über 100 allein in in meiner Favoriten-Kategorie, wo sich die feine Elite meiner Lieblingsblogs versammelt hat. Es war mir ziemlich egal.

Und dann fiel mir ein, dass ich seit Monaten am selben Buch lese und nicht weiterkomme. Das mich die ganzen Sachen überhaupt nicht interessieren, dass scheinbar kaum jemand etwas zu sagen hat – oder aber, immer dasselbe – das dafür regelmäßig.

Ich habe auch schon lange keine Geschichte mehr zuende geschrieben.

Damit will ich nicht sagen, dass ich von Twitter, Facebook und Co. frustriert bin, ich werde mich dort nicht abmelden. Aber die Flut unglaublich wichtiger Information rauscht an mir vorbei wie ein Zug, für den ich nicht einmal ein Ticket habe.

Soll er eben abfahren.

Die solln mich alle mal in Ruhe lassen, denke ich so vor mich hin und fühle mich fast gar nicht schuldig dabei.

5 Kommentare

  1. Du weißt gar nicht, wie gut ich das gerade nachvollziehen kann. Es nimmt bei mir seit ca. zwei Monaten auch sehr schlimme Züge an.

    • Ich finde es eigentlich nicht schlimm – andererseits kann ich mich z.B. immer noch richtig über einen Kommentar wie deinen freuen.

      • Es ist einfach so, dass ich manchmal zu nichts mehr komme. Meine Konzentrationsfähigkeit lässt immer mehr nach, allein durch dieses ganze Abrufen von Mails, Facebook, Nachrichten, Blogkommentaren, Bullshit! Irgendetwas blinkt immer.

        Ich habe das immer in Phasen, in denen ich depressiv bin und eh dazu neige, mich einwenig zu isoloeren. Aber genau das hier interagiert mit meiner Depression zu einer Vielfachpotenz meines ursprünglichen Zustandes. Was passiert? Ich kann dann nicht einmal mehr schlafen, weil ich das ganze Gekrakel im iNet nicht mehr abschalten kann. Nicht mal, wenn der Knopf aus ist. Es überflutet mich. Ich hasse es.

        Es ist nicht immer so. Nur kurze Phasen lang. Im Moment bin ich in so einer. Sorry.