Bewegte Bilder

Film und TV.

Eigentlich hatte ich ein ganz schönes Wochenende und es fing am Freitag schon angemessen an: Mit einem Kurzfilmabend im Filmhaus – präsentiert vom Offkino bzw. dem Regisseur oder doch wenigstens Hauptdarsteller der meisten Filme persönlich, Bernhard Marsch.

Hierbei notierte ich mental einige Beobachtungen:

  • Der Kurzfilmer verdient weniger als der Spielfilmer und will gern irgendwann mal einen abendfüllenden Spielfilm machen.
  • Der Spielfilmregisseur beschäftigt mit Vorliebe alte Kurzfilmkumpel als Schauspieler in seinen Langfilmen, wovon die Kurzfilmkumpel leben und weiter Kurzfilme produzieren, die eher unkommerziell sind. (Aber ich mochte die allermeisten gezeigten Sachen mehr oder weniger, nicht dass ihr hier etwas falsch versteht).
  • Ein Schaf auf der Bühne erleichtert die Präsentation. Das sollte ich mir unbedingt merken.
  • Der Kurzfilmregisseur dreht auch dann auf Super 8 , wenn die 15 Meter – das reicht für etwa drei Minuten – gute 20 Euro kosten. Das macht wirtschaftlich keinen großen Sinn – vor allem wenn man den Film dann sowieso digital weiterverarbeitet, aber ich finde diese Herangehensweise ganz sympathisch. Das ist wohl eher eine emotionale Sache.1
  • Der letzte Film zeigte die … freundlich gesagt – unglaublich vollgestopfte Wohnung des Filmschaffenden, so wie er sie unfreiwillig aufgeben musste und eine neue bezog. Mein Begleiter gab an, nach dem Anschauen des letzten Filmes hätte er nun doch keine Fragen mehr an den freundlichen Moderator. Ich weiß nicht ganz, wie er das meinte….
  • Man kann auch Filmemacher werden, wenn zuerst man nicht recht weiß, worüber man eigentlich Filme machen will.
  • Wenn der anwesende Filmschaffende in einem der gezeigten Werke auch als Darsteller zu sehen war, dann in mindestens der Hälfte von ihnen nackt.
  • Ich habe das sichere Gefühl, dass mindestens einer der Gäste ernsthaft inspiriert wurde.

Fazit des Abends: Kurzfilme anzuschauen, mit der richtigen Moderation und in der richtigen Lokalität – das macht wirklich Spaß. Außerdem: Man kann also auch mit wenig Geld irgendwie überleben und dazu noch Projekte verwirklichen, die man wirklich mag. Ein tröstlicher Gedanke, finde ich.

  1. Wobei Filme in Super 8 einen ganz eigenen Look haben… zugegeben. []

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Ich mag Fussball. Allerdings bin ich nicht in einer Stadt mit einer eigenen Ligamannschaft aufgewachsen – ich bin nämlich kein gebürtiger Bielefelder, sondern stamme aus einer Handballhochburg. Als Kind muss man natürlich einen Verein gut finden und das war bei mir dann erstmal Werder Bremen, weil die erstens nicht Bayern München und zweitens nicht der VFL Osnabrück waren und weil sie drittens ungefähr aus der selben Ecke kamen. Außerdem haben sie damals unter Feldherr Rehagel andauernd gewonnen.

Aber sonst… Fan eines Fussballvereins zu sein sieht ein wenig deprimierend für einen Außenstehenden aus, wenn man so nahe bei Arminia lebt. Natürlich steht man loyal zu Arminia, wenn da jemand lästert der nichtmal aus Bielefeld kommt. Das darf man nur, wenn man hier auch wohnt oder aber besonders attraktiv sowie sympathisch ist.

Das erste Spiel habe ich verpasst, weil ich arbeiten musste; die meiste Zeit war ich im Auto – aber ich habe das Radio angehabt, immerhin.

Das zweite Spiel wollte ich eigentlich anschauen, aber dann… bei so schönem Wetter… da geht man dann doch lieber woanders hin, nämlich ins Kino und schaut “Die Bielefeldverschwörung“, richtig?

Genau.

Ich habe mich überreden lassen und war nach wenigen Minuten froh, die nächsten zwei Stunden nicht allein verbringen zu müssen. Weniger froh war ich, überhaupt das Kino betreten zu haben – wie unterhaltsam und angenehm klang da doch im Nachhinein ein schwaches 0:0 Frankreichs gegen Uruguay! Ein ordentlicher schlechter Film ist eben doch nicht so leicht gemacht. Ich schlief nicht ein – die unterdrückten, peinvollen Laute der schuldbeladenen Kino-Überreder und vielleicht Freunde neben mir erfüllten mich mit großem Mitleid – jedes Haar stellte sich auf, ergriffen von uraltem Grauen, um sich gleich danach wieder von bleierner Langeweile erbarmungslos niederdrücken zu lassen. Dieser Film war nicht schlecht, er war vielmehr antigut – er saugte jeden Glauben an gut gemachten Film aus seiner näheren Umgebung.

Ihr versteht sicher, dass man danach einige Biere trinken musste – und heute schau ich Argentinien gegen Nigeria. Wenn nichts dazwischenkommt.

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David Tennant, Matt Smith. Immerhin tragen sie ihren Pony auf derselben Seite.

Es ist für diesen Weblogbeschreiber nie leicht gewesen, sich von einem Doctor zu trennen – David Tennant hat vier Jahre die Figur gespielt und es ist schade, dass er geht – was vermutlich bedeutet, dass Tennant den richtigen Moment gewählt hat, um abzutreten und den Timelord in die Inkarnation regenerieren zu lassen. Trotzdem, das ist schon irgendwie traurig für mich. Dabei bin ich doch gar nicht sentimental!

Aber der Neue, Matt Smith – der macht sicher seinen Job auch gut, auch wenn er der jüngste aller Doctoren ist und vielleicht noch mehr als die bisherigen Versionen nicht unbedingt eine klassische Schönheit ist. Sieht doch interessant und anders aus.

(Nicht ganz menschlich auszusehen kann auf keinen Fall schaden, wenn man ein 906 Jahre altes Alien spielt.)

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Ich sehe, wenn sich niemand Wichtigeres meldet, schon mal hin und wieder fern. Das macht den Kopf schön leer. Weil ich aber nicht sonderlich oft fernsehe, verstehe ich nicht alles. Vielleicht helft ihr mir ja bei meinen Fragen?

  1. Warum ist Two and a half Men so unbändig erfolgreich? Das ist doch eigentlich eine ziemlich müde Sitcom von der Stange, hat dabei nicht mal ansatzweise schwungvolle Scripts und ich bremse mich hier besser. Na gut, Charlie Sheen ist drin und schaut durchgängig wie ein … nun, wie Mitglied einer bestimmten Hunderasse, deren Name mir nicht einfallen will. Das ist alles. Der bekommt 24 Millionen pro Staffel? Ich kanns echt nicht fassen.
  2. Warum spielt Nicholas Cage in so schauerlichen Filmen mit? Eigentlich kann der Mann doch was und um die Knete allein kann es dem doch wohl auch nicht gehen. In jedem dieser fiesen Machwerke – ich denk da sogar auch an Next mit seiner netten Grundidee und total verhunztem Drehbuch und fürchterlicher Regie – blitzt zwischendurch mal sein Charisma durch – das konnte der mal einen ganzen Film lang. Aber das waren eben auch Filme, die es wert waren.
  3. Ich weiß gar nicht so genau, warum Doctor Who so süchtig macht, ich muss jede Folge sehen, sobald sie in der BBC ausgestrahlt wurde – auf DVDs zu warten ist qualvoll für mich. Und die fiesen Cliffhanger! Warum falle ich immer darauf hinein? Bei jeder anderen Serie nerven sie mich und irgendwann bin ich es satt. Bei Doctor Who nerven sie mich, ich schimpfe… und fiebere bis zu Erlösung mit.
  4. Ich will wieder ins Kino, aber irgendwie klappt es nicht mit der Begleitung oder mit mir. Das hat jetzt nichts mit Fernsehen zu tun, aber das hier ist mein Blog und ich darf zwischendurch mal meinem Unmut Luft machen: Zisch.
  5. Ich glaube, ich mag Monk nicht mehr. Warum?

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Auf eine bestimmte Weise ein Nick-Cave-Tag. Dazu ewig vor mir hergeschobene Abrechnungen. Eigentlich genau der richtige Tag für so etwas: Wenn man schon auf gar nichts Lust hat.

Außer auf…

P.S.: Nun, ich bin fertig und schaue mir nun ‘Ghost Rider’ an, weil ich an meinen Lieblings-Nikolaus-Cage-Fan denken musste. Volles Haupthaar am Cage – nur in diesem Film. Das darf ich nicht verpassen.

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Am Ende des neuesten Tarantino Machwerks ist Hitler tot und der Krieg vorbei und … das Publikum applaudierte, obwohl es gar keine Premierennacht war. Ich bin nicht sicher, ob es ein guter Film ist, aber ich will sagen, dass die zweieinhalb Stunden in Rekordzeit herum waren und dass ich in Begleitung zweier Leute im Kino war, deren Eltern nicht in Deutschland geboren sind. Die haben sich sehr über den Applaus gefreut.

Ich habe selber auch geklatscht (aber nicht so laut).

Aber wenn die beiden sich so freuen – ich glaube, das hatte nur halb etwas mit dem Film selbst zu tun, sondern mehr mit dem Publikum – dann war es für mich auch ein ganz gelungener Abend.

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