gorgmorg

Artikel zum Thema gorgmorg.

Ich habe mich schon seit Tagen gewundert, wer in diesem Haus wohl dieses merkwürdige Klingen erzeugt, welches ich oft hörte, wenn ich tief in der Nacht durch meine bis genau vor diesem Moment stille Wohnung huschte.

Ein elektronischer Sound, vielleicht von einem Keyboard? Von einem Blutdruckmeßgerät, einen abgeschlossenden Messvorgang anzeigend? Ein Stück Musik, oder ein bescheideneres Geräusch aus einen ansonsten zurückhaltenden bis stummen Videospiel?

Eine Bombe, die ein digitales Ticken bis zum großen Knall erschallen lässt, eben genau so wie man das in einem richtig guten Film erwartet, genauso wie Computer immer ein Flödelötgeräusch machen müssen – keine Ahnung, was das bedeuten soll.

Wäre alles so schön gewesen – abgesehen von der Bombe,
vielleicht.

Waren aber nur die kunstvoll aufgeschichteten, teils vollen Bierkisten, die auf dem Holzfussboden beim Vorbeigehen in Schwingung versetzt wurden.

Etwas enttäuschend.

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… ich habe den ganzen Tag auf meine Funktions-Polsterecke gewartet und natürlich verspäten sich die Lieferanten um viele Stunden, in denen ich nicht recht wage zu Kochen, etwas zum Futtern zu holen – denn wie man weiß, erscheint der Lieferant immer genau in solchen Momenten der Abwesenheit, Unpässlichkeit oder Unabkömmlichkeit vor der Haustür, um sich von dort in Sekundenbruchteilen wieder fortzubewegen, so man nicht mit Überlichtgeschwindigkeit an der Pforte vorstellig wird.

Nun, sie sind eben da gewesen, sie luden aus, sie versperrten die Straße vollständig in beide Richtungen –  und dann waren sie weg.

Wenn ich jetzt noch länger auf dem überaus bequemen Sofa- Ding liegen bleibe, werde ich nicht mehr genug Kraft haben, um mir Nahrung zu erbeuten. Daher…

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Ich glaube, wir Sozialarbeiter hatten es mal im Studium immer ein wenig einfacher, was die pure Lernerei angeht; die erbarmungslose Paukerei von Juristen oder von Medizinern, die haben wir nicht man ansatzweise gehabt. Jedenfalls damals in Diplomstudiengängen. Solche grauenhaften Sachen wie “Bachelor” habe ich nur am Horizont dräuen sehen.

Aber keine Sorge, das Universum gleicht das alles wieder aus, indem es dem angeblich fertigen Sozialfuzzi über Jahre immer wieder faszinierende Situationen auftischt, für die man unmöglich vorbereitet sein kann.

Ich rede hier gar nicht von Familienkrisen, von bestimmten Fällen in denen man gezwungen ist, Jugendamt oder gar die Polizei anzurufen ist. Da weiß man, was zu tun ist. Da macht man, was zu tun ist, auch wenn es unangenehm ist. Auch, wenn es einem widerstrebt.

Etwas ganz anderes ist, wenn die Klientenmutter mitten in einem ernsthaften Gespräch über fürchterlich wichtige Sachen das Thema wechselt und dir folgende Frage stellt, wobei sie sich dir gaaanz nah über den mikrowellenerhitzten Instantkaffee entgegenbeugt:

“Und wie finden sie mich so… als Frau, Herr Gorgmorg? Finden sie mich… attraktiv?”

Nein, gar nicht. Aber das habe ich nicht gesagt. Was ich gesagt habe? Ratet mal. Na? Na?

Irgendwann biete ich mal ein Seminar namens “Dialog-Aikido in Grenzsituationen – Elegant ausweichen und nicht aufs Kreuz gelegt werden.” an.

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Es gibt da jemand Wundervolles, einen weiblichen Menschen nämlich, der sagte mir, dass es schön mit mir zusammen ist, dass sie sein könnte wie sie wirklich ist und dass sie das nicht so oft fühlt, bei mir aber schon.

Dass sie sich einfach fallen lassen könne.

Wobei ich nämlich genau dasselbe dachte; dass ich mich fallen lassen könnte bei ihr und sie mich fangen würde. Und so oft fühle ich das auch nicht.

Man kann also gleichzeitig fallen und sich zugleich gleichzeitig fangen, dachte ich.

Und ich bin sehr müde und gleich werde ich einschlafen und ich werde dabei sicher lächeln, glaube ich.

Einschlafen ist wie sich fallen lassen und die Augen schließen.

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Muskelkater

Drei Tage am Stück zu feiern, das ist eine beachtliche Herausforderung und das hinterlässt einige Spuren wie unter anderem einen erheblichen Muskelkater, fiese Kopfschmerzen und gelegentliche Formschwäche1.

An sich kann einen ja schon so ein konkreter BiBloStaTi allein aufs angenehmste schaffen, aber ich hatte es besser. Nicht weil eine kleine Feier am Folgetag mit mir stattfand, nein. Ich habe einen Muskelkater an Stellen, die ich trotz meiner profunden anatomischen Kenntnisse nicht einmal benennen kann – aber es ist ein Muskelkater, den ich stolz und würdevoll wie einen Orden tragen kann. Wenn mich jemand fragt, warum ich so komisch gehe, dann grinse ich ganz fein.

Dann fragen sie nicht mehr.

Das gefällt mir.

  1. Ab der neuen Woche: Tägliche Liegestützen, Freunde! []

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Wenn du (noch) keine eigene Waschmaschine hast und du einen guten Freund mit Maschine kennst und gesagt hast… “Hey, kein Problem, ich hol das Zeug nächstes Wochenende ab.” und an besagtem Wochenende krank geworden bist und dir beim Blick auf den vollen Kleiderschrank denkst, “kein Problem”… und dann bemerkst, dass du noch genau zwei Paar Socken für die ganze Woche hast, dann hast du einen guten Grund für eine solide, altmodische Panik. Sockenpanik. Die Cuba-Krise damals, mit der Schweinebucht und den Atomwaffen – die ist nichts dagegen.

Ich will euch gar nicht erst die vielen so unterhaltsamen wie überaus verzweifelten Szenen beschreiben, die ich im Haushalt erdulden musste, um durch die Woche zu kommen … ich lasse euch einfach mal Raum für eure mit Sicherheit lebhafte Phantasie.

Hier ist er, der Raum:

P.S.: Zum Glück ist eine Eskalation der Krise in einen offenen Sockenkrieg mit den benachbarten Staaten durch schnell organisierte Hilfslieferungen abgewendet worden.

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