Ich schreibe gern Episoden aus meiner jüngeren oder älteren Vergangenheit, die allermeisten meiner Lieblingsweblogschreiber tun das auch. Wenn man über sein Leben schreibt, dann kommen da auch andere Leute vor, deren Wege man mehr oder weniger freiwillig kreuzt. Das ist absolut unvermeidlich und letzten Endes auch ein ganz wichtiger Faktor dessen, was bloggen für mich so unterhaltsam und oder suchtgefährlich macht.
Murmeltiertag hat einen interessanten Beitrag über Maxim Biller und seinen Roman “Esra”, der nun niemals erscheinen darf, weil der Autor nämlich bescheuert genug war, zuzugeben, das reale Personen im Buch vorkommen: Nur unter anderem Namen. Dummerweise kam das nach einer unerquicklichen Trennung nicht so gut an, eine bestimmte Person klagte – die Titelheldin- und bekam Recht. Wie zu erwarten. Nun steht das Urteil da, schwarz auf weiß, für alle Ewigkeit.
Danke, Herr Biller, für diesen Präzedenzfall und ihre unermessliche Dämlichkeit. Das wird anderen Autoren und Weblogszene noch viel Freude bereiten, die eh durch die Heerscharen von Abmahnern gebeutelt wird, die hier bereits eine Goldgrube gefunden hat. Die nächste tut sich gerade auf. Kann man da noch über sein Leben schreiben, ohne neben allen Figuren (das mache ich ja schon lange so) sich selbst soweit zu anonymisieren, dass man definitiv nicht erkannt werden kann?
Klar kann man. Wenn man ganz, ganz doll aufpasst. Und wenn man vorher von allen Personen aus seinem Umfeld Einverständniserklärungen einholt. Nicht das die sich wiedererkennen und später mal beschließen, mich nicht mehr zu mögen/mal etwas Knete brauchen zu können. Vielen Dank, Herr Biller.
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