Man kann beides sein

Damit meine ich ein guter Schreiber und gleichzeitig ein unverbesserlicher Nerd. Stephen Fry ist offentlich beides und außerdem wohl noch zigtausend Dinge mehr. Das beruhigt mich ganz enorm. Ich wusste, dass der erste Apple Macintosh auf der Insel von Douglas Adams gekauft wurde1; seine Leidenschaft für technisches Spielzeug war kein Geheimnis sondern vielmehr ein unübersehbarer Teil seines Lebens. Frustration über nicht wie gewünscht funktionierenden elektronischen Geräten schimmerte in seinen wenigen Büchern deutlich durch; in Frys Weblog zeigt sich eine ungeahnte Faszination – im verlinkten Beitrag geht es um ‘Smartphones’, also richtig schlaue Telefone. Der Mann ist viel schlimmer als ich.2

Design matters
By design here, I mean GUI and OS as much as outer case design. Let’s go back to houses. The sixties taught us, surely, that architectural design, commercial and domestic, is not an extra. The office you work in every day, the house you live in every day, they are more than the sum of their functions. We know that sick building syndrome is real, and we know what an insult to the human spirit were some of the monstrosities constructed in past decades. An office with strip lighting, drab carpets, vile partitions and dull furniture and fittings is unacceptable these days, as much perhaps because of the poor productivity it engenders as the assault on dignity it represents. Well, computers and SmartPhones are no less environments: to say “well my WinMob device does all that your iPhone can do” is like saying my Barratt home has got the same number of bedrooms as your Georgian watermill, it’s got a kitchen too, and a bathroom.” … I accept that price is an issue here; if budget is a consideration then you’ll have to forgive me, I’m writing from the privileged position of being able to indulge my taste for these objects. But who can deny that design really matters? Or that good design need not be more expensive? We spend our lives inside the virtual environment of digital platforms – why should a faceless, graceless, styleless nerd or a greedy hog of a corporate twat deny us simplicity, beauty, grace, fun, sexiness, delight, imagination and creative energy in our digital lives? And why should Apple be the only company that sees that? Why don’t the other bastards GET IT??

Das beruhigt mich. Nun muss ich nur noch richtig schreiben lernen und ich kann genauso erstaunlich werden.

Um entsprechenden Kommentaren vorzugreifen: Ich kenne ja meine kommentarfreudige weibliche Leserschaft und erahne schon die “typisch Jungs!” Sprüche, die entweder unter diesem Text oder in ICQ einschlagen werden. Bei Telefonen seid ihr mindestens genauso schlimm, Ladies. Sie sollen Spaß machen und toll sein, oder? Nicht wie Computer, stimmts? – die sind Werkzeuge und sollen ihre Arbeit tun, was sie meist eben nicht tun. Jungs basteln ständig an ihren Computern und Autos, bis sie erst recht nicht mehr funktionieren. Sie mögen Spoiler und farbige Lichter an ihre Lieblingsgeräte basteln, aber sie kleben keine funkelnden Kunstedelsteine an ihre Telefone; auch puschelwuschelige Anhänger bleiben meist auf die weibliche Fraktion beschränkt. Komischerweise sind Kerle auch oft diejenigen, die “nur telefonieren” wollen. Hm. Irgendwie funktioniert die Sache mit den ganzen Klischees und Generalisierungen nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte. Vielleicht sind die aber auch großer Mist. Was meint ihr?

Seien wir doch ehrlich. Wir sind alles Nerds oder Geeks3, egal ob wir nun mit Y-Chromosom ausgeliefert wurden oder ohne diesen genetischen Defekt. Wir wollen schöne Sachen, vor allem diejenigen, die wir uns beim besten Willen nicht leisten können. Schöne Sachen, die alle möglichen großartigen Funktionen haben und Spass machen. Fantastisches Essen und Trinken gehört definitiv dazu.

“Brauch ich alles nicht?”- Stimmt. Will ich aber alles!

  1. darauf spielt Fry übrigens auch an. []
  2. Und er kann es sich leisten. []
  3. Immerhin lesen wir nachweislich Weblogs. []

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