Ein erfahrener Kollege hat mir einmal nahegelegt, möglichst schlecht erreichbar zu sein – nur das würde mich vor einem Burn-Out bewahren. Wer es wirklich ernst meine, würde im Zweifelsfall anstelle eines Sozialarbeiters andere Stellen anrufen:
- Die Feuerwehr
- Die Polizei
- Den Rettungwagen
- Die Krisennummer des Jugendamtes
- Batman
Da hatte er vielleicht nicht ganz unrecht. Ich habe mich aber nicht daran gehalten. Bis jetzt.
Nur dass ich in letzter Zeit gar nicht für meine schlechte Erreichbarkeit konnte, das waren die verschiedenen Telekommunikationsunternehmen. Bis vor etwa sechs Wochen wohl bekannt wurde, dass ich kündigen wollte. Alles. Kabel, Mobilfunk, Internet, Festnetz. Ich wollte Geld sparen und bin darum… äh, zu einer Firma gewechselt, die für eine so beunruhigende wie unerklärliche Vorliebe für Magenta bekannt ist. Wirklich? Wirklich. Nur ein weiteres unschönes Beispiel für meine komplexen Vertragsverhältnisse.
Natürlich begannen so erst die Probleme. Aber das habt ihr ja schon geahnt, nicht wahr?
Ich rede jetzt nicht davon, dass die Anbieter nicht einfach eine Kündigung akzeptieren. Nicht dass sie sich weigern. Aber sie wollten vorher “noch ein paar Details in einer Beratungssituation” klären. Ich kann auf Kommando sehr dumm und sehr wütend wirken – “ich verstehe das nicht, das regelt besser mein Anwalt für mich” – das hat dann gewirkt.
Dann fiel mein DSL Anschluss aus. Der Supportmitarbeiter half mir treuherzig über die lange Warteschleife hinweg – “Ach, die ist doch kostenlos für unsere Kunden.” Wie schade, dass ich gerade auch den Ausfalls meines Telefonanschlusses melden wollte, der lief ebenfalls über das Internet. Das sei aber schade und sicher auch teuer per Handy. Meinte der. Die Störung nahm er aber nicht auf. Das sei bald wieder gut, in 1-2 Stunden. War es aber nicht. Natürlich nicht. Der dritte Supportmitarbeiter nahm dann die Störung ‘korrekt auf’, die vorher hätten irgendwie “Mist gebaut”. Nach 10 Tagen bekam ich die Nachricht, dass sie nun die Meldung an den Netzbetreiber weiterleiten würden, sie bräuchten lediglich noch Informationen über die Art der Störung. Der Techniker kam zwei Tage später. Es lief, dann fiel es wieder aus. Nach zwei Wochen hatte ich wieder DSL. Gut, dass ich bereits gekündigt hatte.
Was meinen Mobilfunkvertrag angeht – die Kündigung “würde noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen”, teilte man mir mit. Das überrascht mich natürlich nicht. Denn die Vertragslaufzeit wird laut Webseite so angegeben:
In diesem Sinne: Ich hoffe, wir verlieren – auch in Zukunft – nicht den Kontakt.
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