2009

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Neujahr bedeutet bei mir Familientermin und Sauerbraten, was in den meisten Fällen auch zur Katerehandlung ausgesprochen nützlich ist, wie alle anderen sauren Speisen auch. So war es auch in diesem Jahr, obwohl ich unverkatert aufgetaucht bin. Die andere typische Neujahrssache ist die vertraute Niedergeschlagenheit, weil man eben nicht mit bestimmten Leuten angestossen hat: Der wahre Grund, warrum ich Silvester nicht mag – ich fühle mich einsam dabei, immer.

Andererseits erfuhr ich, wie meine Eltern den Silvesterabend verbracht hatten: Auf dem Sofa, zwischen sich den argwöhnischen Kater, der sich nicht ganz unbegründet schon Stunden vorher Sorgen um etwaige Knaller gemacht hatte: Einer legt eine Hand auf die Katze, der andere hält dem furchtsamen Schnurrer sanft die Ohren zu.

Scheinbar hat es funktioniert und ich mußte doch lächeln, genauso wie jetzt gerade auch.

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Ich mag eigentlich heute gar nicht auf Silvesterparties gehen, das ist fast immer schiefgegangen in den vergangenen Jahren. Die Leute scheinen immer auf der Suche nach etwas Besonderem zu sein auf diesen Endjahresveranstaltungen und die wenigsten finden es, ohne in Worte fassen zu können, nach was sie denn nun eigentlich so versessen sind.

Das kann mir nicht passieren, ich weiß was und wen ich will. So viel bleibt da eigentlich nicht übrigen außer Suff und seltsamen Gesprächen und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ich hier genau diese richtige Person auf einer Party finde. Zu weit weg.

Ach ja, das klingt schon etwas traurig, wenn ich mir das so durchlese.

Ich warte mal ab – vielleicht passiert ja etwas Überaus Angenehmes.

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Wenn ich schonmal ein feines Glas Portwein neben mir stehen habe, dann kann ich auch gleich einen besinnlichen Jahresrücklick schreiben, oder?

Wenn ich noch ein Glas davon trinke, bin ich besoffen.

Gutes Zeug.

Also schreibe ich besser jetzt. Das Problem ist nur, ich mag keinen Jahresrückblick schreiben, sondern viel lieber noch eine Weihnachtsgeschichte wie die mit meinem Opa, einem kleinen Backofen, einem nur ein wenig viel zu großen Putenbraten, einer Werkbank, einer Stahlsäge und blauen Schnittfläschen und noch einmal meinem Großvater, der nun viel zufriedener aussah. Aber Weihnachten ist ja schon vorbei. Zu schade.

Das Jahr war jedenfalls ganz in Ordnung… für mich. Ich habe einen ordentlichen Job nach einem fürchterlichen – ich kann sowieso sagen, dass die zweite Hälfte von 2009 bedeutend erfreulicher lief.

Mein Bauchgefühl, vor allem was Leute angeht, ist super. Ich sollte mehr Mut aufbringen und ihm einfach ein Stück weiter vertrauen. Um ehrlich zu sein ist es kein richtiges Bauchgefühl, es ist eher ein Herzgefühl.

Eine neue Wohnung, die ich bis auf die fehlende Wanne und das auch sonst minderwertige Bad ganz nett finde, in der ich endlich mal wieder allein wohne – das Alleinsein allerdings hat auch seine Schattenseiten, fürchterliche sogar. Andererseits ist Besuch noch viel schöner.

Ich habe jemanden verloren, den ich schon lange hätte verlieren sollen und mir ging es danach bedeutend besser; eine ehrliche Sache, die ich mal wieder zu lange vor mir her geschoben habe. Da mal hart gewesen zu sein, bereue ich ganz und gar nicht.

Ich habe jemand wiedergetroffen. Ich hatte mich fast damit abgefunden, sie nicht mehr zu sehen und es war… wirklich das allerbeste. Das hatte ich mir für dieses Jahr an Neujahr gewünscht und es ging in Erfüllung. Das und mehr.

Ich habe trotzdem unmäßige bis epische Wünsche für 2010 und daher blicke ich lieber nach vorn als zurück. Diejenigen, die euch was angehen, werden an Neujahr beschrieben. Wenn ich Lust habe, natürlich.

Und nun schenke ich mir nach. Salut!

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Neues Jahr

Schön zu hören, dass ihr scheinbar gut in 2009 gekommen seid, wenn ich der Nachrichtenlage trauen darf. Ich selbst habe nach einer Woche der Exzesse beschlossen, doch lieber daheim zu bleiben und vor dem Kamin ein paar Gläser Wein zu trinken. Wenn ich schonmal Kamin habe, dann muss das ja wohl auch ausgenutzt werden, oder?

Einer musste ja wohl auch auf den Kater aufpassen und ihn trösten. Silvester ist kein Katzenfest; das Geballer macht ihnen Angst.

Es war trotzdem gut. Danke für die Nachrichten.

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