AJZ-Bielefeld

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Mister J. entfernte sich, was natürlich nur schlimme Folgen haben konnte, denn das lies mich in ansonsten angenehmer Gesellschaft zweier weiblicher Wesen zurück. Für die Jäger Der Nacht kann das nur als “da ist noch eine frei” gedeutet werden und so fand sich schon bald der erste ein.

“Sach mal, wie heißte denn?”

Sie sagte ihren Namen, doch damit war er natürlich noch nicht zufrieden.

“Warum haben dich denn deine Eltern so genannt? Was haben die sich dabei gedacht ?”

Sie machte einen weiteren großen Fehler und erklärte es ihm.

“Ich, ich heiße nämlich Marek. Und das fand ich ganz schön lange total doof. Aber nach einer Weile, nach ein paar Jahren, da hab ich mal drüber nachgedacht. Und inzwischen find ich das gut, dass ich Marek heiße. Weil…”

Beide Damen hatten in einem Moment von fast telepathischer Übereinstimmung beschlossen jetzt sofort, dringend und unaufgeschiebbar die zweifelhaften sanitären Einrichtungen der Lokalität aufsuchen zu müssen. Husch, weg waren sie. Ich hatte ihn schon ein paarmal mit meinen besten “Was machst du mit meiner Braut1, Alter?” Blicken beschossen, die aber wirkungslos an seinem Schutzschild aus besten Ignorantium (TM) abgeprallt waren und erwartete nun eigentlich, das er gehen würde. Natürlich – denn sonst wäre dieser Eintrag noch sinnloser – funktionierte das nicht wie erhofft. Nein. Ich durchbohrte ihn mit Blicken, aber er schüttelte den Beschuss lässig ab.

“Hey. Wie heißt Du?”

“Denis.”

“Was haben sich deine Eltern denn dabei gedacht?”

“Nix. Ich glaube, die fanden den gut.”

“Echt?”

“Echt.”

“Ich heiße Marek. Ich fand das lange total scheiße, aber heute find ich den Namen cool.”

“Weil sonst keiner so heißt?”

“Ey, Alter, geh mal nach Ungarn, da heisst jeder so. Ist nicht so cool. Aber hier!”

Ich ging mir dann mal flott ein Getränk holen. Danach war er mit den nächsten Opfern beschäftigt. Wir sind nicht mehr so lange geblieben, aber als wir gingen, war er schon fast einmal durch den ganzen Laden, die Tanzfläche nicht ausgenommen. Ich bin sicher, er hätte wieder genau dasselbe gemacht.

“Hallo, wie heisst Du?”

Und seine Freundin stand die ganze Zeit in der Ecke und wartete, bis er mal vorbeikam und sie knutschte. Leute gibts ja.

  1. Es waren keine Bräute von mir anwesend, aber das wusste er ja nicht []

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AJZ 15.9.2007

Ich habe während der letzten beiden Tage sehr fleißig herumgeknipst, meistens mit niedriger Qualität und lässig aus der Hüfte geschossen. Wie unterschiedlich die Stimmung in diesen zwei Tagen wechseln kann!

Gestern war ich dann doch mal im AJZ und habe mir eine dieser feinen “viele Bands und danach Disco, aufgelegt von den Musikern!!”-Parties gegeben, sehr Punk/HC-lastig, aber irgendwie stimmte die Stimmung – nichts rutschte in das ätzende Punkklischee von “alle sind total mies drauf und hören sich total miese Musik an” ab. Fein! The Lost Patrol Band + Brutal Knights + Dean Dirg + Blinds + Drug Stop = Lecker Party.

Wald!

Heute dagegen war doch eher ein ruhiger Tag. Mit einem einsamen Spaziergang durch den nahegelegehen, Kläffköterverseuchten Nutzwald. War trotzdem ganz angenehm und noch viel besser für mein geplagtes Atemsystem.

Ich kriege sogar fast schon wieder Luft! Also wenn das mal nichts Fantastisches ist. Noch kein Grund zu Entwarnung, dennoch freue ich mich natürlich über jede Besserung. Ich habe mich etwas versteckt. Dann sind die Kläffhundbesitzer weggegangen und haben mich in Ruhe gelassen. Jiff-Jiff …. Kläff kläff.. Bell Wau.. Jiff Keuch! weg. Manchmal gibt es doch ein Entkommen vor den Widrigkeiten des Landlebens.

Auch wenn ich meinen Grog hier allein und noch dazu heimlich trinken muss.

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Freitag war ich wieder da, wo ich aufgrund meines Gesundheitszustandes eigentlich nicht sein sollte: Im AJZ. Mit meinen Freunden, die diesen Moment meiner Schwäche scheinbar ausspioniert hatten, um massiert aufzutreten. Immerhin war zu erwarten, dass ich es nicht lange machen würde, äh, meine Schlaf brauchen würde und so nicht störend in Erscheinung treten würde. Es ist natürlich auch vollkommen möglich, das sie rein zufällig alle da waren und sich freuten, mich zu sehen.

War toll, in jedem Fall, egal wie lange.

Als ich mich viel zu früh und viel zu müde zum weitermachen mühsam für den Heimweg entschied, fühlte ich mich trotzdem gut. Da waren russische, blonde Trinker, die nicht den Weg zur Tanzfläche fanden und in 10 Sekunden zu engen Freunden des gorgmorgschen Staates wurden, dem Vernehmen nach. Da waren griechische, gelockte Zauberkünstler, die überzeugt von ihrem Können dennoch nicht überzeugend in die Irre führen konnten, aber dieses Manko mit um so mehr künstlichen Blumen und purem Enthusiasmus locker wieder wett machen konnten.

Da waren Leute, die mittem auf dem Innenhof … grillten. Keiner scheint von solchen Ereignissen sonderlich verstört oder verunsichert. Hey, solange sie keinen Ärger machen. Was solls.

Michael Jackson 2 Minuten nach The Clash auflegen, danach französischen Punk finsterster Art.

Wünschte ich wäre fitter und ihr dabei gewesen.

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Alte Männer

Mein Lieblingsladen in Bielefeld hat einen besonderen Vorteil und das ist ein Innenhof. So einer mit einer großen Uhr hoch an einer Wand. Es ist ein altes Fabrikgebäude, das vor langer Zeit von Hausbesetzern einer sinnvolleren Nutzung zugeführt wurde. Es ist warm, nicht so warm allerdings wie im Haus, wo eine Discoveranstaltung läuft. Wir sind scheinbar gerade tief in den 80er Jahren und die meisten Leute beschließen, doch lieber die frische Luft zu genießen. Mein Kumpel und ich sitzen in diesen Innenhof auf einer der wenigen Bänke.

Er hat ein Becks, ich habe eine Club Mate – die Brause für Nerds, habe ich mal irgendwo gelesen. Egal. Ich nehme einen Schluck.

Er nimmt einen Schluck.

Wir beobachten die Punks, Studenten und hoffnungslosen alten Säcke, die gemessenen Schrittes auf und ab flanieren und sich in meist beeindruckend sinnlosen Konversationen ergehen. Mein Kumpel grinst und lehnt sich zurück.

Während ich es ihm gleichtue, überlege ich, ob wir nicht mal alte irische Trinker werden sollten. 120 Jahre alt, 114 Jahre davon nicht nüchtern. Wohlgelaunt und immer noch in der Lage, sich in einer ordentlichen Schlägerei zu behaupten. Schlägermützen und was man halt sonst noch so braucht. Mit den richtigen Namen. Ich wäre O’Flanegan. Mein Kumpel Finney. Wir würden herumsitzen, trinken und lästern.

Manchmal ist es fein, für ein paar Stunden 120 zu sein.

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plemo AJZ

Ganz reicht. Freitag, der 20.4.2007. Es ist im AJZ. Es ist Plemo und das Feuer. Es ist Juri Gargarin. Es ist sicher ausgesprochen elektrisch und fürchterlich exzessiv.

Es wird die gefeiert und aufgelegt. Dann D.I.S.C.O.

Fri, 20.04.2007 um 21:00 Uhr
Juri Gagarin und Plemo
Konzert mit Juri Gagarin und Plemo vom audiolithLabel aus HH Nach dem Konzert, also so ab 12 Uhr, legt sich das Hitschlampen DJ-Team der ajz-D.I.S.C.O. aml wieder für euch ins Zeug um euch die besten und tanzbarsten Hits aus Indie, Rock, Pop, Elektro und Soul um die Ohren zu hauen.

Die Konzerte beginnen um 21 Uhr

Und das für… unfassbar wenig Geld. Unfassbar. Billiges Bier dazu. Und wenn es warm ist, ein riesiger lauschiger Innenhof… Da sein ist ja wohl nicht Pflicht, sondern fast schon Beweis menschlicher Denk- und Feierfähigkeit. Denk an letztes Mal.

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pic_5.jpgGestern gab es ein schier unfassbares Konzert von Leslie and the LY’s, der Band der selbsternannten Hip Hop Diva des mittleren Westens und Internetikone Leslie Hall. Mit einigem Recht so ziemlich das schrägste und grellste was ich in den letzten Jahren erleben durfte – ganz klasse. Immerhin ging es um wichtige Aufgaben:

  • Warnung von Zombies
  • Kampf gegen die aussterbenben “Gem Sweaters” (pullover, die mit Plastikglitzersteinchen verziert wurden) – “They are coming back!

Represent! Unbedingt hingehen, wenn ihr die Chance bekommt. Ihr werdet es, äh, nie wieder vergessen.

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