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Ätzend.

Kürzlich stellte ich fest, dass mein sehr gelbes Auto einen kleinen Mangel hatte – eine lose Naht auf dem Rücksitzpolster. Mein Vater hat es drauf, ziemlich gut solchen Kram reparieren zu können und bot an, sich darum zu kümmer – der eindeutige Vorteil, wenn man Näher und Schneider unter seinen Vorfahren verorten kann und einiges gelernt hat. Ich habe davon so gut wie gar nichts mitbekommen – mal davon abgesehen, dass ich Knöpfe “mit Stiel” annähen kann.

Er rief mich noch am nächsten Tag an und meinte, dass der Schaumstoff im Polster beschädigt sei – etwas hätte sich dorthinein gefressen. Er wollte mal sehen, ob er ein günstiges Ersatzteil besorgen könnte – langsam würde er neugierig. Ich ebenfalls.

Dann sagte er, dass sich da ein weißes Pulver auf dem Metallunterbau abgelagert hätte. Das Pulver fühle sich “seltsam” auf den Fingern an. Er würde das mal entfernen.

Heute, nach dem Regenguß, da rief er mich an. Dort, wo er das Pulver auf den Rasen geschüttet hatte… war nichts mehr grün, sondern nur noch ein schwarzer Fleck verbrannten Grases.

Gut, dass meine Mitfahrer nie auf die Rücksitze geschwitzt haben, oder? Sehr mulmiges Gefühl. Gut, dass ich von Berufs wegen keine Kinder mehr transportieren muss…

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Mächtig lange her, dass ich mal ein Stöckchen aufgenommen habe. Das hier kommt von Frau Ophelia Winter.

1. Was war dein erstes Auto?

Ein anthrazitfarbener Golf Diesel. Nicht gerade etwas, was man einen Rennwagen nennen könnte. Außerdem gingen ständig die Scheinwerferlämpchen kaputt.

2. Was ist dein Traumauto?

Ich bin nicht so besonders anspruchsvoll, was Autos angeht. Allerdings mag ich Land Rover. Außerdem bin ich ein weiterer Bielefelder Blogger, der den Maserati Grand Turismo wunderschön findet. Manchmal steht einer auf dem Parkplatz bei Ikea.

3. Welches Auto fährst du aktuell?

Einen Golf 4 TDI in einem offenbar diskussionswürdigen Farbton: Schwefelgelb.

4. Hast du deinen Führerschein gleich im ersten Anlauf geschafft?

Den Theorieteil schon, den praktischen Teil nicht – beim ersten Anlauf musste ich eine Stunde (!) herumkurven, bis der Prüfer meinem Fahrlehrer verschiedene Geschichten erzählt hatte. Ich habe dann gefragt, ob ich langsam umkehren sollte – danach war er wohl beleidigt und gab sich große Mühe, mich durchfallen zu lassen. Hat auch geklappt. Den Schein hab ich dann im nächsten Anlauf bekommen.

5. Fluchst du im Auto? Und wenn ja, wie?

Ziemlich selten. Wenn doch, dann auch wenig kreativ. So etwas wie “Mögen deine Geschlechtsteile verdorren und abfallen!” Na gut, das war gelogen.

6. Bist du ein schwieriger Beifahrer?

Nein. Ich bin angenehm und schlafe schnell ein.

7. Traust du dich Autobahn zu fahren?

Klar. Autobahn mag ich.

8. Wie viele Punkte hast du in Flensburg?

Zero. Hoffe ich jedenfalls.

9. Was für Musik hörst du beim Autofahren?

Allermeistens WDR 5. Die Radiomusik macht mich wahnsinnig und da sind mehr Sprechbeiträge, die mich vielleicht schlau machen. Mein neu erworbenes Auto hat leider nur ein Kassettenradio (!), darum bringe ich wenig eigene Musik mit. Das wird sich hoffentlich bald ändern.

 

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Golf. Die Farbe.

Golf. Die Farbe.

Seit kurzer Zeit fahre ich ein neues Auto und es ist wieder ein Golf. Eigentlich ist es sogar ein Golf2, denn auch die Farbe heißt “golf” – nun fragt mich nicht warum; es ist einfach so. Es gab sogar mal golf-farbene BMW, bevor der Golf erfunden wurde. Sagt mein Vater. Ich bin deswegen ganz verwirrt.

Diese explizit nicht-gelbe Farbe könnte von Laien leicht mit gelben Farbtönen verwechselt werden. Ich persönlich finde sie wirklich ganz angenehm und sehr praktisch, weil man nie Probleme hat, seinen Feuerstuhl auf großen Parkplätzen zu finden. Der funkelt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich nun – nicht unverständlich als Pilot eines besonders schönen Wagens – viel häufiger von völlig fremden Leuten angesprochen werde.

  1. “Ist der frisch lackiert?” – “Nein.” – “Aber der leuchtet so!”
  2. “Oh. Die Farbe.”
  3. “Da braucht man ja nachts gar kein Licht, um gesehen zu werden, wa?”
  4. “Ich muss schon sagen, dass sticht ins Auge.”
  5. “Ihr Auto werde ich sicher nicht vergessen.”

Ich weiß gar nicht was die alle haben. Feiglinge. Ihre Autos oder Fahrräder sind sicher silbern oder bei den ganz Verwegenen vielleicht grau-metallic.

Ich aber habe die Zukunft gesehen und sie ist pures golf.

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Vor nicht langer Zeit erwähnte ich in einem Gespräch, dass mein altgedientes Kriegspony1 allmählich das Ende seiner Laufbahn in Sichtweite bekommt. Von wegen den Abgasplaketten und Rost und ach, die wehen Knie… also die Alterserscheinungen insgesamt. Ich fahre ja schon von Berufswegen her eine Unmenge von Kilometern und ich bin auch nicht gerade jemand, der sich über seinen fahrbaren Untersatz definiert. Daher war ich durchaus überrascht, wie wichtig meinen Freunden die Art meines potentiellen Fahrzeugs der Zukunft ist – denn ich habe mich weiter unterhalten und ähnliches zu hören bekommen. Es bliebt nicht bei diesem Einzelfall.

- Also das Angebot mag ja auf dem Papier gut sein, aber Grün Metallic? Nicht so prall, oder? Da wäre ich ja mal sehr abgeneigt…

- Aber ich finde die Farbe super… deswegen hab ich das Angebot ja erst bemerkt.

- Aha. Soso.

- Was soll das denn bedeuten?

Wenn du meinst… aber einen BMW? Noch dazu ein Dreier? Passt überhaupt nicht zu dir.

-Aber warum denn das? Der hat ja nicht mal getönte Scheiben.

- Geht irgendwie gar nicht. Ne. Ich rate ab.

- Vielleicht einen Mercedes?

- Noch schlimmer – auf gar keinen Fall. Das wärst einfach nicht du. Mercedes ist ganz schlimm. Wär doch fast schon peinlich.

- Gut, das finde ich nämlich auch. Und was wäre mit einem Mazda oder einem anderen Japaner?

- Wirklich? Einen Fernöstler, das soll zu dir passen? Außerdem haben die Mazdas Fordmotoren und ‘Ford frisst’. Sprit nämlich, ohne Ende. Weiß doch jeder.

- Dann passt also ein Golf Diesel zu meinem Charakter? Ich, der personifizierte Golf Diesel? Nun, fiktive Kollektivintelligenz meiner Freunde, achte gut darauf, was du jetzt sagst.

- Ahem. Nun, so schlimm ist es ja auch wieder nicht – immerhin ist es ein Turbodiesel… noch dazu einer mit elektronischer geregelter Einspritzung. Quasi ein recht flotter Nerd-Diesel mit unübersehbaren ersten Roststellen.

- Ogott. Das war noch schlimmer als erwartet.

- Entschuldigung.

Zur Probe gefahren habe ich dann einen gebrauchten Volvo. Was sagt das über mich?

  1. Mein ’96er Golf TDI []

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Wenn du langsam durch eine Baustelle kriechst, an der Ampel vorschriftsmäßig hältst und dann bei Grün wieder ganz normal den Gang einlegst und die Kupplung kommen läßt…

… dann erwartest du eigentlich nicht, dass von links ein schwarzer Polo mit einem Affenzahn auf dich zu flitzt, so dass du dich nur noch auf die bremse stellen und hoffen kannst.

Ich dachte, während meine Reifen mitleiderregend quietschten: Eigentlich sollte jetzt wohl mein Leben wie ein Film an mir vorbeiziehen. Tut es aber nicht. So’n Mist.

Und weiter: Wenn ich jetzt sterbe, dann komm ich verdammt nochmal zu spät, wie peinlich. Und noch weiter: Wenn ich wegen dem neue Reifen kaufen muss, dann werd ich echt sauer.

Entweder waren meine Bremsen gut oder der Typ trat nochmal richtig aufs Gaspedal: Wir haben es überlebt.

Danach stanks nach Gummi und zu spät kam ich auch: Ich musste mich vorher erst einmal setzen und…

auszittern.

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Wintergehen

Eine wichtige Regel für Leute, die bei diesem Wetter zwei Wochen Urlaub hatten: Am ersten Arbeitstag danach bleibt dein Wagen liegen. Das ist wohl so eine Art Gerechtigkeit gegenüber den Leuten, die sich in den 14 Tagen zuvor durch Eis, Schnee und leere Bierkisten am Abend ohne Hoffnung auf Nachschub den Komfort verleiden lassen musste. Diese Art von Gerechtigkeit lehne ich ab.

*

Ich sehe grade Helene Hegemann bei Harald Schmidt und es ist grausig. Herrje, ist das grausig. Meine Güte, ist das grausig. Aber ich muss mir das unbedingt anschauen, ich weiß nur nicht… warum, eigentlich?
Ganz schön: Schmidt sagt: “Die Medien schreiben: Es ist schlimm, was die Medien mit dir machen.” Er hat mit allem recht, was er sagt und er demontiert seinen Gast nicht, obwohl er alles mal anreißt – “geistiger Diebstahl” inklusive – hätte ich gar nicht gedacht. Hegemann gibt sich große Mühe und hat sichtlich Angst. Hätte ich auch.

*

Vorhin habe ich mit vom pistanzienpellen ruinierten Fingernägeln die Scheibe an der Fahrerseite meines dieselbefeuerten Kriegsponies mühevoll heruntergekurbelt und hatte nach einer Drehung die verdammte Kurbel in der Hand. Wenn das so weitergeht, muss ich den Wagen einschläfern lassen, verdammt.
Der quält sich ja nur noch.

*

Auf dem Heimweg, fast halb elf, da steht auf halber Strecke schon wieder eine dicke Frau bei den Mülltonnen vor einem Mietshaus. Sie raucht nicht, sie atmet nur weiße Dampfwolken in die Winterluft und wankt langsam in die oder in die andere Richtung, wohl um sich warm zu halten. Sie trägst nur einen Jogginganzug und eine dicke, beschlagene Brille. Sie scheint zu warten.

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