Bett

Artikel mit dem Stichwort Bett.

Liegen

Ich lag noch im Bett und sollte allmählich auf die Beine kommen, aber irgendwie ging es nicht. Das Licht schimmerte durch die kleinen gestrichelten Lücken in den Rollläden, die mich immer an die Perforationen an Kinokarten erinnern; winzige Unterschiede am Lichteinfall reichten mir inzwischen aus, um mit großer Sicherheit festzustellen welches Wetter mich erwartete.

Meiner Beobachtung nach schien die Sonne.

Die Reifen der Autos klangen nicht feucht auf dem Asphalt, stellte ich fest.

Ich hatte auch nichts ausgesprochen Fürchterliches auf meinem Terminkalender.

Aber ich war allein, und wenigstens eine Email oder eine SMS hätten ausgereicht, irgendeine Nachricht… irgendetwas. Von fast Irgendwem. Fast, wie gesagt.

Ich blieb also noch etwas liegen. Die Welt hatte eine Chance verdient.

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Wie ich seit einiger Zeit beobachten muss, habe ich ein Wanderbett: Es bewegt sich über den Holzfussboden, wenn es sich gerade unbeobachtet fühlt. Das könnte daran liegen, dass der Untergrund glatt ist und dazu einlädt, wenn es schwungvoll bestiegen oder benutzt wird, vielleicht ist es aber auch das Werk einer verschlagenen und heimlichtuerischen Intelligenz.

Ich brauche eine Bettbremse. Ein Bremsbett oder noch besser etwas Besseres.

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Schnipsel

Ich habe endlich wieder WLAN und das ist gut, denn das bedeutet “Krams lesen und Schreiben im Bett” – für mich ein großer Luxus. Soeben gebe ich mich diesem Luxus hin und fühle mich recht dekadent und zufrieden. Die besten Dinge im Leben kann man bekanntlich am besten im Bett tun.

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Der erste Tag zurück auf der Arbeit war merkwürdig, arbeitsreich und etwas exotisch – man hat im öffentlichen Dienst scheinbar immer etwas Angst, dass sich Leute flugs “kaputtschreiben” lassen. Daran muss ich mich noch gewöhnen.

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Ich habe begonnen, über meinen Schatten zu springen und scheintote Kontakte aus ICQ und meinem Adressbuch zu löschen; damit meine ich Leute, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesprochen habe und auch keinen Wunsch danach verspüre; außerdem welche, die ich beim besten Willen nicht einordnen kann: Wer ist das, verdammt noch mal? Fühle mich dabei gleichzeitig erleichtert und ein wenig schuldig.

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Ich habe ein kleines Blog über Mobiltelefone aufgemacht, das war eine spontane Sache. Mal sehen, ob es uns Spaß macht. Es heißt Endgerät. Besucht doch mal!

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Ich schlafe nicht gern in fremden Betten. Besser gesagt: Ich schlafe ungern allein in fremden Betten. Nur so eine unbedeutende Vorliebe von mir, ich penne einfach besser in meinem eigenen Nachtmöbel; daher lehne ich in aller Regel die freundlichen Einladungen meiner Freunde ab, ihre mit Sicherheit äußerst bequemen Sofas zu benutzen – jedenfalls dann, wenn es eine Möglichkeit geben sollte, nach Hause zu kommen. Die nutze ich ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich tauche daher meistens nicht in Bestform vor meiner Tür auf. Müdigkeit ist schlimm genug, Suff und Müdigkeit sind ein Duo wie Nitro und Glyzerin, wie man so oft und so angenutzt zu sagen pflegt – hier passt es besonders schlecht, denn explosiv fühle mich bei solchen Gelegenheiten ganz sicher nicht. Leider habe ich bisher nur fünf Wochen in einer ansonsten schrecklichen Wohnung ebenerdig gewohnt. Ein weiteres Hindernis mehr nach dem Türschloss – das allein kann mich für eine gute Weile aufhalten: Schlüssel finden, den richtigen raussuchen, Schloss treffen, umdrehen.

Die Schuhe auszubekommen kann einem schonmal einiges an Puste kosten, ich bin meistens froh sie loszuwerden und habe wenig Zeit, die ordentlich irgendwo hinzustellen – Hauptsache, ich finde sie überhaupt wieder. Das größere Problem ist die Treppe; ich habe mir bei der Erklimmung der Stockwerke schon Hämatome en Masse, Risse, blutende Irgendwasse, die sich später nicht mehr auffinden lassen und unangenehme Bisse auf die Zunge durch ungeplante Stolpereien zugefügt.

Kein Mitleid, bitte.

Die Hose wird in einem wahren Kunstwerk möglichst gemeinsam mit den anderen Schichten abgelegt, ich würde sogar eher zu Beschreibungen wie “Denis häutet sich” tendieren, handelte es sich hierbei nicht um die nun gekonnte zerknüllten Kleidung und nicht etwa um schuppige Haut eines Reptils. Ich sollte das mal fotografieren, aber dafür ist mir das morgendliche Stilleben viel zu peinlich.

Ins Bett schleppen, aufstehen, Glas Wasser holen und ans Bett stellen, hinlegen, aufstehen, Wecker abschalten, hinlegen, aufstehen, zum Klo schwanken, zurück ins Bett und dann, dann endlich …

… wenn mir dann nichts Trauriges oder Bedrückendes einfällt, damit ich stundenlang wach liegen kann, dann steht dem Schlaf eigentlich nichts mehr im Wege.

Das ist nix für Amateure.

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Mir ist sehr kalt. Also schreibe ich diese Geschichte auf, vielleicht wirkt sie ja.

Wir hatten die Nacht durchgesoffen und so fühlten wir uns auch. Eigentlich. Aber weil wir sehr lieb zueinander waren und immer miteinander angestossen hatten, waren wir genau gleich fertig und fühlten uns entsprechend erfreulich – „nur ein wenig erschöpft“ ; zum Glück schaute niemand zu, denn so jemand hätte unseren Zustand wohl nicht so wohlwollend beurteilt. Ich weiss nicht wie wir nach Hause gekommen waren -in ihre Wohnung übrigens; ich glaube, darin kamen ein Taxifahrer und viel zu viel Trinkgeld vor. Das ganze Geld konnten wir doch nicht etwa alles vertrunken haben!

Am nächsten Tag … später an diesem Tag … habe ich diese lustige Spur aus Pullis, Stiefeln und Wäsche entdeckt, die man so kunstvoll drapiert eigentlich nur volltrunken hinbekommt. Die Hosen sahen aus wie Drainagerohre oder herzlos weggeworfene Ziehharmonikas.

Aber daran konnte ich mich nach dem Heimkommen noch nicht erinnern. Nur daran dass ich im Bett lag und das mir sehr kalt war. Meine Füße waren wie Eisblöcke und ich bibberte vor mich hin, konnte gut sein, dass meine Zähne wirklich etwas klapperten. Natürlich hielt mich mannhaft zurück mit solchen Geräuschen; ein Gentleman ist immer Gentleman, egal wie viel Sekt und Prosecco1 er auch intus haben sollte. Es wäre wohl trotzdem sinnvoller gewesen, mehr als nur die Shorts und ein T-Shirt anzulassen. Ich bibberte, nein: Ich schnatterte – völlig lautlos versteht sich.

„Wie gehts, Denis?“ Sie klang weit entfernt.
„Ich fri-iere.“
„OooOOOOoch.“

Ich fühlte ihre Füße an meinen. So weit war sie ja gar nicht weg! Ich hatte meine Socken an, nicht um mich zu wärmen, sondern als Folge meines kläglichen Zustandes. Ich änderte diesen Umstand augenblicklich und streifte sie ab. Ihre Füße glühten, das gefiel mir gut. Sie kicherte leise, näher dieses Mal.

„Noch kalt?“

Sie musste ihre Bettdecke mitgenommen und sich zu mir in ihr Bett geschlichen haben; sie hatte zuvor darauf bestanden, die Couch zu nehmen, aber eigentlich hatte ich nie erwartet, das sie wirklich dort übernachten würde. Bevor wir uns entschieden hatten, so fürchterlich zu trinken.

„Ja.“ So war es auch tatsächlich; schließlich war ich die lebende Inkarnation des Frostes.

„Du Armer.“

„J-Ja!“ Ich war zu beschäftigt zu frieren, um längere Gespräche zu führen; meine Zähne wollten klappern. Sie hatte vorsätzlich die Heizung ausgelassen, mutmaßte ich. Machte ja Sinn, wenn man nur mit der eigenen Körperwärme eine kleinere Stadthalle heizen könnte.

„Mhh.“Eine warme Hand packte meine und zog sie an sich; ich spürte die warme Haut ihres Bauches, die Finger glitten zwischeneinander und ihr warmer Hintern kuschelte sich an meine Lenden; ihr Haar roch auch auch nach dieser Nacht und ungefähr 200 Zigaretten immer noch sehr gut. Mein benebeltes Hirn brachte eine schwächliche Protestnote zustande – das konnte nicht gut riechen – aber das war mir so egal wie selten etwas zuvor.

„Oh, gar keine Beule.“

Sie kicherte wieder und probierte ein paar hinterlistige Manöver mit ihrer gefährlichen Rückseite. Sie war vollkommen nackt. Sie schlief immer nackt. Daran erinnerte ich mich plötzlich. Fühlte sich fantastisch an. Wirkte nicht. Ich kuschelte mich aber fester an sie, das tat sehr gut.

„Nein. Sorry. Ich bin völlich alle.“
„Du bist so kalt …“

Sie dirigierte meine Hände um. Ich fühlte ihre Brüste; sie waren sehr warm. Sie legte ihre Hände auf meine und seufzte zufrieden. Ich glaube, ich habe auch zufrieden geseufzt.

Dann schliefen wir ein.
Ehrlich.

  1. Eine fürchterliche Kombination, die ich eigentlich aus Prinzip ablehne []

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