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Es ist wird wärmer und heller und meine Laune wäre noch besser, wenn nicht nur wenige Tage nach dem wundervollen Sonnenschein auch wieder irgendwelche Pollen aufkreuzten, gegen die ich zwar angeblich nicht allergisch bin – die ich aber trotzdem unter Verdacht habe, mich vorsätzlich nerven zu wollen. Meine Augen brennen fürchterlich und mein Schädel dröhnt. Das drückt auf die Stimmung. Man schläft nicht gut. Außerdem habe ich – glaub ich – einen Sonnenbrand. Dafür kann ich aber wohl niemandem die Schuld geben- außer vielleicht dem verdammten Sonnenschein…

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Nun, da wir nun schon mal diese ungewohnte Sonnigkeit vorliegen haben, sollte man sie wohl auch ausnutzen und sich an öffentlichen Plätzen zusammenrotten und sich mit anderen Winterbleichen den bereits erwähnten ersten Sonnenbrand des Jahres holen. Einige davon sind offensichtlich gerade wieder aus dem Winterschlaf erwacht, denn man hat sie in der kalten Jahreszeit gar nicht gesehen. Vielleicht sind einige von ihnen Zugstädter, die gern einige Monate des Jahres im Süden verbringen, um dort ihr Brut aufzuziehen.

Wie dem auch sei, ich bin dieser Tage etwas verwirrt und ich erzähle auch warum: Ich verstehe das komplexe Grußsystem der Bielefelder nicht richtig. Einige dieser Leute, die ich doch immerhin ein wenig kenne, grüßen mich überschwänglich, einige blinzeln leicht verschämt herüber und wieder andere scheinen mich komplett zu ignorieren und das Letztere bringt mich durcheinander. Haben sie vielleicht während der Wintermonate ein größeres Problem mit einem der anderen Menschen an meinem Tisch entwickelt und versuchen mich vor einem peinlichen Moment zu bewahren? Finden sie mich plötzlich doof, nur weil ich so penetrant winke und einfach nicht aufhören will? Erkennen sie mich nicht, wenn ich eine meiner besonders kleidsamen Sonnenbrillen trage?  Oder aber: Habe ich etwa versehentlich jemand vollkommen Unbekannten angesprochen, den ich dummerweise verwechselt habe? Alles nicht so schlimm, nach ein paar Tagen beschließe ich traditionell, diese Gedanken für das restliche Jahr zu ignorieren und kann nunmehr unproduktiv herumhängen.

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Es sieht übrigens wirklich lustig aus, wenn einige Internet-Kreative versuchen ihre Notebooks unter freiem Himmel zu benutzen und eine aussichtslose Schlacht mit der Unleserlichkeit ihrer Displays unter freiem Himmel ausfechten. Das hiesige Sonnenlicht ist einfach nicht für Arbeit gedacht, Leute. Es ist Die Sonne Des Müßiggangs.

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Es stimmt: Mir ging es schon bedeutend besser und hoffentlich bin ich bald wieder richtig fit. Aber aus irgendwelchen Gründen kann ich mich im Moment besser an meine Träume erinnern. Vor allem an den Traum von letzter Nacht.

Dieser war eine Spielshow mit Urlaubern als Kandidaten – unwahrscheinlich und traumhaft war bereits die Tatsache, dass ich einer davon war. Wir waren sehr in Eile, unser Schiff zu finden und an Bord zu gehen, aber das schafften wir dann doch noch. Dann gab es Luftaufnahmen der Bielefelder Meerenge mit ihren berühmten sonnenumspielten Steilküsten. Darauf thronen erhaben die prunkvollen Gebäude der mächtigen Doppelstadt, deren Hälften über eine kühn geschwungene Brücke verbunden sind: Dem Ostwestfalendamm.

Dazu gab es die Traumschiffmelodie, bis zum ersten Landgang an irgendeiner Insel. Vielleicht war es das legendäre Hagen, der geheimnisvolle Schicksalsfelsen. Der fröhliche Moderator eröffnete mir und meiner attraktiven Kabinengenossin, dass man unser Gepäck über Bord geworfen und wir so mit vier anderen zu Kandidaten seiner Show geworden waren.  Wir konnten uns nun neues Gepäck zurück gewinnen. Durch verschiedene Spiele. Natürlich waren wir ausser uns vor Freude – so lustig sollte jeder Urlaub anfangen.

Das erste Spiel war, den echten Beckenbauer unter fünf  Personen zu erkennen, die sich sehr ähnlich sahen. Ich gewann 10 Punkte, weil ich als Erster erkannte, das alle fünf echte Beckenbauer waren. Ich gewann einen Kondomspender aus Plastik, im Blumenform und ohne Inhalt.

Weil ich mich darüber beschwerte und mir doch wenigstens so etwas wie eine Badehose ausbat, wachte ich leider auf.

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Lieber Unbekannter,

weil ich gerade so eine besonders beschissene Laune habe hielt ich es für angemessen, dir endlich einmal zu schreiben. Wir haben uns leider nie persönlich kennengelernt, aber ich fühle mich dir aus verschiedenen Gründen sehr verbunden – da erlaubte ich mir, auf das förmliche “Sie” zu verzichten. Ich habe es allerdings bedauert, dich um Frühjahr verpasst zu haben. Ich vermute mal, du bist an meinem Auto vorbeigekommen und hast bedauert, dass ich mein altes Navigationssystem einfach mal über Nacht darin vergessen hatte. Damit es nicht etwa in falsche Hände gerät, hast du wohl die Tür aufbekommen und hast das Teil an dich genommen. Leider hast du wohl vergessen, es mir wieder zurückzugeben – dabei war der Wagen doch direkt gegenüber meiner Haustür geparkt und es hätte dir sicher wenig Umstände bereitet. Ich hätte dir wirklich gern persönlich gedankt – immerhin konnte ich mir so viel früher als eigentlich geplant ein neues Navi aussuchen. Das macht mir immer wieder großen Spaß.

Da hättest du mir auch gleich zeigen können, wie man ohne sichtbare Schäden den Wagen aufbekommt. Zugegeben, da bin ich doch recht neugierig. Du bist wohl schüchtern, daher hast du darauf verzichtet und im Dezember wieder eine Demonstration deiner unglaublichen Fähigkeiten durchgeführt. Ich weiß zwar nicht genau, warum du den Inhalt meines Handschuhfach im Innenraum verteilen musstest und warum du sowohl meine alte Sonnenbrille als auch das passende Etui und zu guter Letzt das Handy-Ladekabel mitgenommen hast. Diese Gegenstände haben sicher keinen hohen Marktwert – auch wenn es sich bei der Brille um eine Ray Ban handelte – aber die Brille mochte ich sehr gern und das Kabel erleichtert mir meine Arbeit doch ganz entschieden. Beide Gegenstände vermisse ich, aber du hast sie sicher viel nötiger. Das verstehe ich natürlich.

Trotzdem würde ich mich doch sehr freuen, wenn du mir das nächste Mal Bescheid gibtst, bevor du mich bestiehlst. Das fände ich sehr freundlich.

Ich verbleibe in tiefer Dankbarkeit,
D.

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Geneigte Leserinnen, geschätzte Leser – wie wohl ein Großteil von euch muss auch ich mich seit Tagen mit den aufgeregten Medienberichten und tatsächlich auch etwas ganz realem Schnee herumplagen. Ich möchte betonen, dass ich Schnee mag und ihm keineswegs seine Rechte absprechen möchte, überall herauf zu schneien und auch liegen zu bleiben.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass nicht wenige da draußen doch ein wenig in Stress geraten sind, wegen Schneepflugzuschaufelungen, Glatteis, Verwehungen, Matsch und all den anderen winterlichen Dingen die man während milder Winter so romantisch findet und schmerzlich vermisst.

Meine Lösung: Warum nicht ganz darauf verzichten, den Wagen freizuschaufeln? Ich würde vorschlagen, einen ganz anderen Ansatz zu erwägen und nicht etwa dem inneren Schweinehund nachzugeben und faul im Haus zu bleiben. So wäre mein Vorschlag dieser: Wir gehen raus und nehmen Schaufeln und Handschuhe und all das Notwendige mit und dann… buddeln wir unsere Autos und Züge und Busse so richtig ein, bis wir sie gar nicht mehr erkennen können. Wenn ein Schneepflug vorbeikommt, wird der uns sicherlich gern behilflich sein. Danach gehen wir alle ins Haus und sind faul. Da müssen nur alle mitmachen, sogar Chefs und tapfere Zugführer und so. Irgendwann ist der Schnee weg und dann gehen wir raus und tun einfach so, als wären die letzten Tage gar nicht passiert. Keine Unfälle, kein Stress, kein Chaos. Alles in bester Ordnung.

Alle wären so glücklich. Ihr solltet mich öfters fragen, ich weiß Rat.

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Lange her, dass ich mal so eine kleine Aufzählung gemacht habe, aber inzwischen hat sich so einiges in meinen Gehirnzellen und Notizbücher angesammelt – das muss nun raus. Mal sehen, vielleicht bin ich gar nicht so eingerostet…

  • Der berüchtigte Held aus dem Westen namens Rouven führt das Spezialportal meines Lieblingsviertels auf den Seiten der Neuen Westfälischen – sehr passende, eher: Ideale Besetzung für diese Aufgabe finde ich. Allerdings hätte ich als URL-Unwissender Schwierigkeiten, “Bielefelds Westen” im ausufernden WWW-Angebot der Zeitung zu finden. Aber keine Sorge – du liest ja Gorgmorg und Gorgmorg hilft: http://www.nw-news.de/westen. Der Mann packt gleich die ganz gefährlichen Kontroversen an – ich denke da an die Räumpflicht. Ganz schön mutig.
  • FRRZZZ fänd ich vermutlich schon aufgrund des ganz im Sinne von Gorgmorg sinnvollen Titels großartig, es hat auch eine Bielefeld-Connection: Der Autor hat dieser Stadt viel Gutes getan, nicht nur was geschmackvolle Schal-Mode angeht. Erstaunliches Zeug. Wo findet der all dieses Zeug?
  • Der Mensch hinter Gedankenübertragung hört offenbar viel von derselben Musik, der ich früher mal mehr oder weniger hilflos ausgesetzt worden bin – woher das wohl kommt? Man könnte direkt glauben, dass wir uns kennen. Er ist ein weiterer der wenigen tapferen Menschen, die ihr Biblostati-Schnitzel ohne den gefürchteten Salat zu bestellen wagen. Dafür allein hätte er den Link verdient; außerdem leiht er mir neuerdings Bücher. Guter Mann.

Ich garniere diesen Beitrag mit zwei Erkenntnissen – mit denen habe ich in letzter Zeit ja auch eher gegeizt.

Erstens: Es fühlt sich erst so richtig nach Montag an, wenn dir ein Glas Sìchuān-Bohnen in deinem Kühlschrank ausläuft und alles mit schwarzer Soße überzieht.

Zweitens: Inzwischen beginne ich Twitter schätzen zu lernen. MeinVZ/StudiVZ, Facebook… diese immer weniger. Twitter macht nur eines, maximal 140 Zeichen an deine Kontakte, Einzelpersonen oder eben das gesamte Twitterversum zu schicken. Das reicht mir – ich brauche keinen Lebenslauf auf irgendwelchen Servern.

Drittens: Trotzdem habe ich diese Wetten Dass ?!? – Sache vom Samstag nicht mitbekommen und ich bin eigentlich auch froh darüber. Ich bin lange nicht so multimedial wie einige zu glauben scheinen.

Hoffentlich habt ihr es schön warm in diesen Schneematschtagen.

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Ich sollte entweder schlafen oder mich irgendwo in der Stadt herumtreiben, schätze ich. Ein Blick auf Twitter und all das andere Gedöns lässt mich vermuten, dass meine Bekannten genau solche Zustände vorweisen: Sehr munter oder sehr bewusstlos. Kein Zweifel: Diese Munterkeit des Samstag abends kann auch schnell zu Bewusstlosigkeit führen, wie ich selbst bestätigen kann. Die schlafbedingte Bewusstlosigkeit kann durch einen einzigen Anruf oder das Klingeln meiner Türglocke beendet sein – nicht allzu selten reicht dazu auch die unpraktisch ähnlich klingende Klingel meiner direkten Nachbarin.

Ich bin jedenfalls zuhause und gleich werde ich im Bett zuhause sein. Ich könnte ausgehen und bewusstlos werden, aber dazu habe ich keine Lust. Eben habe ich gehört, dass es in Bielefeld schneien soll – und da nehme ich doch einfach mal an, komplett eingeschneit zu sein und so dazu gezwungen, mich selbst zu beschäftigen und zu ernähren und zu unterhalten…die Rolläden bleiben unten, ich will gar nicht wissen wie hoch der Schnee steht.

Sollen die da draußen sich vergnügen. Ich kann ja leider nicht mitmachen, oder? Ich muss noch einen Grog trinken, so schlimm ist das hier drin. Aber ihr müsst mich auch nicht retten, ja?

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