Mein Experiment, jeden Tag einen Blogpost abzusondern ist beendet, hoffentlich nicht zu spät, um nicht wahnsinnig zu werden. Akute emotionale Erschöpfung und Einsamkeit mit Beiträgen bekämpfen zu wollen, in denen es mangels Themen doch nur um den Schreiber geht, der sich langweilt und langsam irre wird – das ist der Weg in den Abgrund.
Ich hoffe, ich muss nie wieder jemandem in nächtlichen Telefonaten den Suizid ausreden. Diese Art von Erschöpfung entlädt sich bei mir schnell in Textform. Warum lasse ich mich immer wieder für sowas einspannen oder besser: Warum ziehe ich solche Menschen an?
Irgendwann wird man nämlich traurig oder wütend, vor allem über sich selbst und ich merke das meistens erst, wenn ich reumütig einen Beitrag löschen muss, über den ich nach etwas Schlaf nur eines denken kann: “Ich kann das nicht gewesen sein, oder?” Natürlich lesen das genau die Leute, die man gern bei sich hätte und natürlich bekommen sie genau den richtigen Eindruck: Der Mensch, der den Mist da soeben geschrieben hat, den will ich nicht sehen.
Ich würde den Autor dieses Blogs auch nicht immer treffen wollen; trotzdem begegnen wir uns häufig, egal welche Anstrengungen ich auch unternehmen mag, um das zu vermeiden.
Natürlich ist der 23:47 Stunden am Tag nicht dieses Wesen. Aber in diesen 13 Minuten entstehen dann eben diese Texte…
In meinen gut 9 Jahren Blogeschichte ist mir das schon zweimal passiert und damals habe ich mit einer dramatischen Geste und dickem Pathos den Laden zugemacht; das werde ich nicht tun.
Was ich tun werde: Weniger schreiben, vielleicht einmal die Woche. Wenn ich etwas zu sagen habe. Mir geht es gerade nicht gut, aus verschiedenen Gründen, die nun so gar nicht hier in das Weblog gehören – auch das ist ein Grund, weniger zu produzieren, dafür aber bessere Geschichten.
Ansonsten: Ich ziehe mich langsam aber sicher aus dem Internet zurück – vielleicht verschwinder ich nicht aus dem Netz, vielleicht werde ich keine Accounts löschen, aber weniger aktiv und offen sein. Diesen Trend habe ich lange gar nicht bemerkt – aber ich mache keine Webseiten mehr, ich bin fast komplett aus der Spieleszene raus, ich moderiere keine Foren mehr und ich übersetze schon lange keine Spieletexte mehr.
Ich denke, das Formspring Teil lasse ich noch drin, für einige Wochen,aber sicher nicht langfristig. Der Chat bleibt, damit könnt ihr mich wirklich fast immer erreichen. Probiert es einfach – wenn ich nicht kann, reagiere ich eben nicht. Oder später, wenn ihr eine Mailadresse hinterlasst, oder so.
Ich will etwas machen, auf das ich stolz sein kann. Nicht nur Leute kennen, auf die ich stolz bin – ob ich sie nun regelmäßig sehen kann oder nicht. Und wenn ihr mich immer noch lest… schreibt mir doch mal einen Kommentar. Um ganz ehrlich zu sein und ganz ohne Seelenstriptease: Ich habe – ganz privat – eine Menge Gespräche hinter mir, die mich enorm ausgelaugt haben und ich kann menschlichen Zuspruch gebrauchen. Oder ‘nen Schnaps. Aber alleine mag ich nicht.
So, jetzt ist es raus. Wir lesen uns, hoffe ich.
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