Bücher

Artikel mit dem Stichwort Bücher.

OffOnOff

Ich bin morgens… fürchterlich müde, dann gehe ich arbeiten. Sofort sprühe ich vor Energie; ich weiß gar nicht, woher die kommen soll. Ich komme nach Hause und schaffe es gerade noch zu essen und alles für die Arbeit des nächsten Tages vorzubereiten. Direkt danach bin ich … fürchterlich müde und kaum noch zu einer intellektuellen Tätigkeit fähig – es geht nicht so weit mit der Lethargie, dass ich Rüdiger Hoffmann oder Ingo Oschmann ertragen könnte. Nein, noch bin ich nicht hirntot (Soweit ich weiß). Aber ich sehe bereits regelmäßig fern.

All das wäre nicht schlimm, wenn ich mich nicht nach ein, zwei gelesenen Seiten schon ins Reich der Träume verabschieden würde. Das gibt sich hoffentlich mit der Zeit.

Ich vermisse Bücher.

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Meine charmante Chatpartnerin ist wohl von widrigen Umständen davon abgehalten worden, weiter mit mir zu plaudern – ich werde also nicht viel länger meine eigentliche Aufgabe für heute aufschieben können: Meine Regale zu leeren und die Inhalte – soweit ich diese nicht als ‘nutzlos’ und gleichzeitig ‘ohne jeglichen sentimentalen Wert’ klassifiziere – in Umzugskartons.

Fast nichts ist für mich ohne sentimentalen wert und so werde ich wohl bald noch einen oder drei Kartons kaufen müssen, aber am merkwürdigsten ist es, die alten Comics zu verpacken, von denen ich mich sicher noch nicht trennen kann.

Ich habe schon lange nichts mehr über Comics geschrieben, aber ich lese sie noch, wenngleich nicht mehr oft, schließlich komme ich selbst kaum noch dazu, selbst etwas zu Papier zu bringen und Bücher passen einfach besser ins Bett, meinen bevorzugen Leseort nach dem Sessel am sonnigen Fenster, an Mittagen.

Wenn Comics, dann war das am liebsten in Heftform, der unpraktischten und kostspieligsten Sorte, von kundiger Fachfreundeshand importiert. Monatlich oder öfter ging es zum Comicladen und dort mehr oder weniger schlechten Gewissens viel zu viel Geld auszugeben; jede Ausgabe verbindet sich mit dieser Zeit deines Lebens und manchmal, beim vorsichtigen Wiederlesen, kommen die Erinnerungen und Bilder zurück.

Comics sammeln mit der Zeit einen ganz besonders feinen fiesen Staub an, der -unvorsichtigerweise aufgewirbelt – mir in die Nase steigt und mich niesen läßt. Comicstaub ist gefährlich, darum ruhe ich die alten erinnerungsschwangeren Hefte lieber gar nicht an.

Morrissey singt meinen Soundtrack und umarmt an meiner statt ganz Paris.

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Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich einmal ein unsterblicher, blonder, elfenhafter Waldläufer werden wollte? Gestern habe ich darüber geschrieben. Ich hatte zu viele schamlose Kopien von Tolkiens Werk gelesen, die sich wie ein Ei dem anderen glichen, lange bevor ich das Original in die Finger bekam. Ich war ein etwas schüchterner Junge, der trotzdem des öfteren in Prügeleien geriet und seine Probleme mit der Obrigkeit hatte, insbesondere mit der Mathematiklehrerin. Ich kann mich gut daran erinnern, wiederholt mitten im Unterricht Arbeitszettel zerrissen, im Papierkorb1 entsorgt und einmal gegessen zu haben. Das hat ihr nicht gefallen, es machte mich aber auch in der Klasse nicht beliebter, ich war eher eine Art Sonderling, vor dem man sich besser in acht nehmen musste, wenn man nicht die Gelegenheit bekam, ihn kopfüber in den Mülleimer zu tunken; die Gelegenheit ergab sich allerdings häufig. Ich musste immer schon genau wissen, warum ich etwas tun sollte – zahlen zusammenzurechnen war für mich wenig sinnhaltig. Bücher lesen zu können war toll. Blockflöte spielen? Weniger. Mathe? Naja.

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch überzeugt davon, auf diese Weise einen exzellenten Waldläufer abzugeben, bis ich auf die weiterführende Schule kam, das Gymnasium genauer gesagt. Ich hatte Mädchen immer schon gemocht, was für einen Grundschüler irgendwie uncool war, aber nun entwickelten sich in meinem pubertierenden Hirn2 ganz neue Optionen. Schüchtern und minderbeliebt war ich immer noch, aber mir war schon klar, dass sich traute Zweisamkeit in der Wildnis sehr nach Tarzan und Jane entwickeln würde. Nicht mein Stil. Abgesehen davon interessierten sich potentielle Janes nicht für diesen Tarzan. Er war ja noch ein Elbenwaldläufer und lehnte Lianenschwingen grundsätzlich ab.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gleichzeit mit ein paar anderen Fantasy-Rollenspiele entdeckt, das definitive Nerd-Hobby für Ausgestoßene Schüler (TM) , das aber damals noch nicht dieses Verliererimage hatte. Ich hatte natürlich die Rolle des – ihr ahnt es – Waldläufers, merkte aber bald, das ich nur Spuren lesen und gelegentlich etwas mit Tieren sprechen durfte. Die spaßigen Prügeleien erledigten andere Typen. Dafür war ich zu zart. Natürlich bekamen sie auch die Frauen, die sie am laufenden Band retteten, wie das richtige Helden natürlich tun. Das gehört zum Job, ihr kennt das ja. Ich interessierte mich gemäß der Rolle nicht für so etwas. Ich tat nur das Richtige. Auf die Dauer ging das so nicht weiter. Ich musste mich ändern.

Also, ich mochte die Mädchen, aber die interessierten sich nicht sonderlich für mich3. Und ich wollte gut in der Schlacht sein. Und das Richtige tun. Aber … doch lieber in Gesellschaft von Menschen, das Außenseitertum begann mir allmählich erheblich auf die Nerven zu gehen. Kurz: Ich wollte nun ein Ritter sein, Prototyp aller unglücklich verliebten Kumpeltypen. Ein echter Romantiker, wohlgepanzert und mit einem guten Schwert und noch ein paar Ausreden, um nicht nur ständig den Moralapostel zu spielen, nein: Er durfte es auch salbungsvoll und schnörkelhaft tun. Leute schauten zu ihm auf4. Er würde sich verlieben und am Ende entweder die Hofdame bekommen oder… nun ja, bei der Verteidigung ihrer Ehre den Heldentod sterben, ihren Namen auf den Lippen und das ihm dereinst beim einem Turniersieg von ihr dargebotene Tuch im Panzerhandschuh. Der Ritter war ein wenig anstrengend und selbstredend nicht sonderlich beliebt in der Männergesellschaft rum um den Spieltisch, aber immerhin war er gut in der Schlacht und somit akzeptiert. Auch wenn er ein schrecklicher Gutmensch war.

Irgendwann war ich keine männliche Jungfrau mehr und meine Einstellung begann sich zu entspannen. Ich merkte sehr bald, das Bier eine ganz hervorragende Erfindung ist, deren übermäßiger Genuß aber für einen Ritter kaum angebracht war. Ein wenig Sex, nun ja, das war auch ganz in Ordnung. Und die anderen Männer sollten auch einfach mal mit mir klarkommen. Plündern, brandschatzen, raubkopierte Computerspiele spielen. Ein echter Mann. Sagt was er denkt. Stoppelbart. Ein übergroßes Schwert. Ein Lendenschurz aus Bärenfell, dessen ehemaligen Eigner ich mit bloßen Händen zur Abgabe des Kleidungsstückes bewegt hatte. Den Bären natürlich, nicht was ihr vermutlich gerade dachtet.

Ganz klar: Ich wollte ab jetzt ein barbarischer Held werden.

  1. das war vor der Mülltrennung! []
  2. nicht nur im Hirn []
  3. Natürlich brodelte tief in ihrem Herzen die leidenschaftliche Erkenntis, dass nur Denis der Eine sein konnte, aber sie wagten es nicht zu sagen []
  4. Immerhin sind Ritter ja beritten. []

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Miss Rowling schreibt angeblich einen Krimi, der in Schottland spielt – das stand nicht nur in meiner Tageszeitung und in zahllosen Nachrichtenportalen im Netz. Behauptet haben soll das Ian Rankin, ihr Nachbar – ein Autor, der mit Vorliebe in Schottland spielende Krimis schreibt. Klingt in etwa wie ein Scherz, oder? War auch ein Scherz. Aber es ist natürlich einfach zu viel verlangt, schlicht mal seine Quellen zu checken und vielleicht sogar mal Mr. Rankin zu fragen, ob er das denn auch wirklich ernst gemeint hat. Nein, Mr. Rankin – dass beinahe alle 600 Leute im Publikum darüber gelacht haben, das zählt nicht. Oder?

This is a joke that got out of hand.

There were 600 people in the audience, and only one person didn’t laugh.

Es gibt immer einen Nachrichtenservice, der nicht verstandene Witze liebend gern als Faktum weiterverbreitet. Ach je. Immerhin kann man sich nun sicher sein, das Printmedien keineswegs besser arbeiten als die Onlinekonkurrenz.

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Das habe ich eben gestohlen:

“What I really, really admire and care about most are those writers who can make me go, ‘Oh my god, he’s going to cut that poor woman in half,’” he said. “The writers who make me forget that there is anybody behind the curtain, the ones who make me just go, ‘I want to know what happens next.’ Beautiful writing is part of it; I love beautiful writing but I really want to be able to wander into the story in such a way that I can’t find my way out unless I keep reading until the end.”

Wir können hier natürlich gern diskutieren, ich aber bin seiner Meinung. Ich schreibe ja selbst auch “richtige” Geschichten, aber eben auch hier; ein Weblog ist natürlich etwas anders – letzten Endes liest man, weil man die Person hinter den Zeilen interessant findet, sie vielleicht sogar vermeint, gern zu haben, so weit hergeholt der Gedanke auch sein mag. Tatsächlich sind aber die besten Blogs wie Sammlungen fürchterlich kurzer, wundervoller Geschichten, die aber eben so wundervoll aufgrund des Geistes sind, der sie erdachte, nicht weil diese Person sich explizit selbst darstellen möchte. So schließt sich der Kreis.

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Böser Affe!

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Jane Charlotte has been arrested for murder.

She tells police that she is a member of a secret organization devoted to fighting evil; her division is called “The Department for the Final Disposition of Irredeemable Persons”—“Bad Monkeys” for short.

This confession earns Jane a trip to the jail’s psychiatric wing, where a doctor attempts to determine whether she is lying, crazy—or playing a different game altogether.

Das neue Buch von Matt Ruff, Autor von Fool on the Hill, G.A.S. und Set this House in Order (deutsch “ich und die anderen” – doof, oder?)… ist da – und ihr könnt darauf wetten, das auch dieses Werk früher oder später seinen Weg in meine Klauen finden wird. Die Webgrafik für die Kampagnenseite mag ich und daher gibt es hier auch den Link. Na gut: Es ist auch eine billige Ausrede, um zigtausend Amazon-Links unterzubringen. Aber wenn ihr ein paar sehr gute Bücher kaufen wollt und mich außerdem noch reich und glücklich machen könnt – das wäre doch eine feine Tat für heute, oder?

Das sind auch wirklich gute Bücher. Echt.

P.S.: Das neue Buch heißt – wie du ganz richtig vermutet hast – Bad Monkeys.

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