Computer

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Normalerweise bin ich traditionell derjenige, den man anruft, wenn der Computer nicht mehr will und meistens schaffe ich es auch, den Fehler zu finden. Nicht weil ich besonders begabt bin oder besonders viel weiß, sondern weil ich einfach eiskalt solange herumprobiere, bis ich eine Lösung finde, ohne dass mir dabei das Hirn schmilzt oder ich mich in die Tischkante verbeiße.

Normalerweise.

Ich muss nun gestehen, dass das väterliche Billignotebook – ein Emachines E725 – mich an meine Grenzen bringt und ich gestehe hier an dieser Stelle ganz offiziell: Ich habe das Ding noch nicht bezwungen. Es ist viel mehr kurz davor, mich zu bezwingen.

  1. Vorinstalliert ist ein Linux namens “Linpus”, dessen Verständnis von Benutzerfreundlichkeit an einem schwarzen Bildschirm mit weißem Text endet.Dahinter blinkt der Cursor. Das hier, liebe Leser, nennen wir die Kommandozeile.Mit etwas Glück werdet ihr so etwas niemals zu sehen bekommen. Danke, Acer1. Wäre nicht vielleicht ein ordentliches Linux wie Ubuntu sinnvoller gewesen? Ist schließlich genauso kostenlos.
  2. Kein Problem, Windows ist ja vorhanden, sogar das empfohlene “Vista Home Premium”. Sollte ja sowieso unbedingt drauf.
  3. Installiert sich auch ohne Zickerei.
  4. Nun noch schnell die mitgelieferten Treiber für Webcam, WLAN…
  5. Oha, welche denn? Auf der CD sind mindestens 4 Treiber für verschiedene Webcams unterschiedlicher Hersteller, genau dasselbe gilt leider auch für den wichtigen Kram wie WLAN. Welcher ist der richtige? Die meisten lassen sich nicht einmal installieren.
  6. Oh, Emachines verzichtet auch darauf, im Doku-Faltblatt oder auch nur im Internet aufzulisten, was sie eigentlich in diesem Gerät vergebaut haben.
  7. Systemanalysesoftware zum Ausspionieren der Ausstattung des eigenen frischgekauften Rechners versagt.
  8. Ich versage auch. Vielleicht sollte ich nun den Einsatz von Voodoo erwägen.

Ich bin das erste Mal in meinem Leben kurz davor, einfach “Bring ihn zurück – die Kiste wirkt zwar ganz ordentlich, aber sie macht mich fertig.” zu sagen. Und das vor meinem Vater. Geht gar nicht.

Ich geb dem Mistding noch einen Tag.Grrrr.

Hilfe?

P.S.: Nun gut, es ist schon wieder nach ein Uhr nachts, aber ich habe es wirklich geschafft. Für diejenigen, die es wirklich wissen wollen: Sandra (System ANalyse, Diagnose und Report Assistent) hat mir geholfen – der WLAN Chipsatz passt weder zu den Atheros- noch den Broadcom-Treibern: Es ist ein Teil von Intel, zum dem überraschenderweise am besten Intel-Treiber passen – nämlich diese.

Darauf muss man erstmal kommen.

  1. Denn Acer steckt hinter Emachines []

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Vor einigen Wochen rief mich mein Bruder an und bat mich um Hilfe; sein Computer hatte sich angewöhnt, in immer kürzeren Abständigen längere Pausen vom Internet zu nehmen. Ich kam also vorbei und schaute mir die Sache an. Nichts passierte – beziehungsweise: Alles passierte, was eigentlich auch passieren sollte. Nach einer Weile fuhr ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Natürlich rief er mich wenige Minuten später an – sein Rechner würde nicht ins Internet wollen.
Nun, gestern war ich wieder dort – eine dramatische Häufung unerfreulicher Ausfälle, scheinbar im Takt von nur 20 Minuten. Ein Notfall. Ich habe mein Macbook eingepackt (als definitiv stabil laufendes Referenz-WLAN-Testobjekt), dazu ein paar Salzstangen1 und dann habe ich dort alles ausgepackt, Rechner an, und dazu dann den Spongebob-Film; etwas anderes war grade nicht im Haus.

Ich kann euch sagen: Die Stimme der Hauptfigur ist nichts für einen leicht verkaterten Schädel. Erst recht nicht in derart bombastischer Beschallung – mein Bruder hat eine mächtige Anlage, die auch bitteschön ausgelastet werden soll.

All das tat, wie gesagt, meinem Kopf nicht gut, und obwohl ich mich irgendwie schon amüsierte, wollte ich doch nach Hause. Es war ja schon fast Mitternacht und wir hatten beide Schlaf nachzuholen. Ich hatte immer wieder gefragt, aber nein, er sagte mir was ich schon wusste, immerhin hatte ich ihn die ganze Zeit online gesehen: Keine Probleme.

Ich muss also davon ausgehen, dass entweder der legendäre Vorführeffekt in voller Stärke einsetzte oder – der Gedanke gefällt mir noch besser – dass allein meine heilkräftige Aura zickige Rechner in meiner Umgebung reibungslos arbeiten lässt. Vielleicht muss ich manchmal eine wundertätige Hand auf angstvoll vibrierende Gehäuse legen, aber das sicher nur in besonders schweren Fällen oder während meiner Fernsehauftritte, wegen der eindrucksvollen Optik. Ob das auch für Menschen gilt? Muss ich nun nie wieder meine alten, in entbehrungsreichen Jahren der Entsagung in entlegenen Klöstern der Physiotherapie erlernten Künste der Nackenmassage anwenden?

  1. etwas anderes knabbertaugliches war nicht im Haus, leider []

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Ein ganzer Raum voll mit einem einzigen IBM 360/20

Mein Vater bat mich vor kurzem, seinen Lebenslauf mal ins Reine zu schreiben; weil er den für irgendetwas braucht – ich könne das viel sauberer und schneller als er selbst. Damit wäre bewiesen, dass Eltern ihre Kinder auch nach vielen Jahren lange nicht so gut kennen wie sie sich einbilden – ich habe es natürlich trotzdem gemacht.

Mein Vater hat 1965 einen Wochenendlehrgang namens “Programmierer elektronischer Datenverarbeitungssysteme” besucht, ohne wirklich wissen zu können, was ihn da erwartet. (Programmierer?) Später hat er an einem der flottesten Großrechner der damaligen Zeit gearbeitet, einem Monstrum von IBM mit satten 4 KB Speicher. Gespeichert wurde auf Lochkarten, welche am ehesten den Songspeichern einer Drehorgel ähnelten und im Gegensatz zu den “Blu-Ray” und Co. heutiger Zeiten genau das waren, was der Name vermuten ließ: Kleine Karten mit hineingestanzten Löchern. 

Damals konnte man kaputte Datenspeicher noch mit Tesafilm reparieren. Mit denen die man nicht mehr reparieren konnte, habe ich als kleines Kind gespielt. Ich habe Bilder mit Wachsmalstiften auf COBOL-Programme gemalt. 

Ich frage mich oft, wann genau mein Vater plötzlich aufhörte ein Nerd zu sein.

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Eine mysteriöse Dame und zwei mir bekannte Herrn haben den Motor für ein neues Weblog angeworfen, welches Acker und Vieh heißt, sich aber interessanterweise trotzdem mit Computer- und Videospielen beschäftigt. Da ist noch nicht nicht viel zu sehen. Das was da ist, finde ich aber gut. Es wird aber bald noch viel toller. Wirklich wahr!

Ich les das jetzt immer.

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Eigentlich wollte ich nichts mehr über Technik schreiben, aber da mir diese Frage wirklich dauernd gestellt wird und es stundenlange Dialoge gibt, in denen ich mich rechtfertigen soll – nun, dann tippe ich lieber hier ein paar Zeilen, die ich verlinken kann, falls die Frage wieder auftaucht.
Ich habe viele Jahre lang Linux auf dem Desktop1 eingesetzt und es immer verteidigt. Die Zeiten sind vorbei; ich habe inzwischen auf keinem meiner beiden Rechner mehr eine Linuxinstallation. Und das mir, der ich einmal die Diplomarbeit damit vollendet habe, ohne das eklige Windows anderswo auf der Festplatte auch nur anzurühren. Wenn mich aber heute jemand nach meiner Meinung über Linux fragt und dann auf meine Gegenfrage antwortet, dass sie oder er damit nur ganz normale Arbeiten wie Schreiben, Surfen, Banken und eventuell ein paar Spiele installieren und etwas Grafik erledigen möchte, dann rate ich entschieden von Linux ab.

Aber warum nur?

Bevor ich antworte, stellen wir besser ein paar Sachen klar:

  • Es geht hier nicht um eine politische Einstellungsfrage, Open Source vs. Closed Source, die bösen Microsofts und die gemeinen Apples dieser Welt interessieren einfach mal für diesen Beitrag nicht, in Ordnung? Ich will mit dem Computer arbeiten und nicht damit demonstrieren gehen.2
  • “Normalanwender” bedeutet hier nicht Naturwissenschaftler und insbesondere nicht Informatiker.
  • Die Überschrift lautet “Warum ich nicht mehr unter Linux arbeite”, nicht “Warum Linux doof ist”. Es ist meine persönliche Erfahrung und natürlich absolut subjektiv.
  • Wer sich auf diese Punkte nicht einlassen kann, der möge von Kommentaren bitte absehen.

Also, dann mal los:

  1. Wer keinen Zugang zu einem zweiten Rechner oder einen Experten griffbereit hat, möge Linux bitte erst gar nicht installieren. Ich jedenfalls würde ohne alternativen Zugang zum Internet nicht mehr riskieren; Dokumentation findet online statt.
  2. Moderne Linux-Distributionen wie Ubuntu sind einfach zu bedienen und einzurichten – man kann sehr gut damit arbeiten, wenn man mit der genau der vorinstallierten Ausstattung an Funktionen gut über die Runden kommt. Bei mir wurde das schnell zu eng.
  3. Wenn ein Stück Hardware nicht unterstützt wird, ist die Herrlichkeit vorbei. Auch wenn die Liste funktionierender Geräte immer länger wird, bedeutet “Funktioniert unter Linux” noch lange nicht “Jeder kann das Gerät einfach einrichten.” Einfach so mal neue Treiber herunterladen? Nein, so simpel ist das nicht. Schonmal Unterstützung für eine WLAN-Karte nachinstalliert? Nein? Das kann sehr leicht längere, komplexe Befehlsketten in der Textkonsole nach sich ziehen, die zu finden durchaus Stunden im Internet kosten kann, Laien klar überfordert und nur die allzu leicht das komplette System zerschiessen können.
  4. Linux stürzt zwar tatsächlich kaum vollständig ab, aber die Benutzeroberfläche, auf der die Ottonormaluser arbeiten, friert durchaus gern ein. Klar, Linux rennt dann technisch gesehen noch. Aber wenn man nicht mehr damit arbeiten kann3, ist der Datenverlust beim Neustart genau derselbe wie bei einem Windowscrash. Ich würde persönlich sogar sagen, dass sich nach meiner Erfahrung die meisten beliebten Linuxdesktops4 häufiger verabschieden als das vielgeschmähte Windows Vista.
  5. Man kann sich definitiv auch unter Windows gut vor Viren und so weiter schützen; die Standardinstallation des heutigen Windows ist in Sachen Sicherheit Lichtjahre weiter als damals Windows 98 und Co.
  6. Für den Desktop User sind die meisten Desktoplinuxe viel, viel lahmer als Windows auf einem vergleichbaren Rechner, ganz zu schweigen von Mac OS. Zuckelnde Mauszeiger, hin und wieder totaler Stillstand, zähe Officesoftware – das seid ihr mit einem Wechsel sicher nicht los.
  7. Es gibt Perlen unter den kostenlosen Linuxprogrammen wie GIMP oder Amarok, die Mehrzahl der Software für ganz normale Menschen (nicht etwa Hacker oder Wissenschaftler, wie gesagt) ist eher nicht besser als anderswo, man findet dafür sehr viel Halbfertiges. Allerdings ist in der Tat fast alles kostenlos und frei zu haben.
  8. Bisher läuft keine aktuelle Linuxdistri ordentlich auf meinem dicken PC, neben Vista Ultimate. Seit über einem Jahr haben sie das nicht hinbekommen. Nein, ich habe keine Lust und Zeit mehr, da tagelang nachzuarbeiten und zu basteln. Irgendwie wird das laufen, da bin ich mir sicher. Aber ich kann und will mir so viel Arbeit für so etwas Triviales wie “Rechner läuft nach Installation problemlos” einfach nicht leisten.
  9. Ich mag schöne Software mit guter Bedienbarkeit ;)
  10. Man kann zwar viele Windows Spiele unter Linux zur Mitarbeit zwingen, aber nicht problemlos und oft auch nicht kostenlos.Egal was die anderen sagen, glaubt ihnen nicht: Wer gut spielen will, sollte sich nicht vollständig von Windows lösen oder sich eine Spielkonsole zulegen.
  11. Ich brauche Software für speziellere Aufgaben und sie solle gut sein. Wie viele Programme für Schreiber gibt es? Ich meine damit etwas wie Scrivener. Oder etwas zum malen wie Painter? Fehlanzeige. Professionelle, spezialisierte Software in guter Qualität (!) ist unter Linux Mangelware. Techniker werden noch relativ glücklich, aber kreative Köpfe werden sich die Haare raufen. Wer mir nicht glaubt, möge meine schüttere Haarpracht bewundern kommen.
  12. Linux auf dem Notebook ist eine dumme Idee. Außer man steht auf erheblich geringere Akkulaufzeiten und noch problematischere Unterstützung von Hardware. In diesem Fall kann ich euch nur zum sofortigen Umstieg raten, denn genau das werdet ihr bekommen.
  13. Mac OS macht einfach viel mehr Spass, sieht besser aus und hat – wenn ich das will – fast jedes einzelne Stück Software, dass es auch unter Linux gibt. Ok, es ist kommerzielle Software. Wen kümmerts? 100.000 Leute ohne Zweifel, mich nicht. Ich habe Windows Vista auf meinem Spielerechner, den ich im Moment kaum verwende.

Eigentlich muss ich sagen, dass ich Linux nicht mehr brauche. Windows ist stabil und relativ (!) sicher; Spiele laufen. Mac OS X ist schnell, stabil und sicher, es ist außerdem hübsch und macht Spass – sagte ich das schon?

Beide kommen mir nicht dabei in die Quere, meinen Kram zu erledigen.

Aber wenn es darum geht, mit einem Linux auf Live-CD und einem USB Stick auf einem PC mit kaputter Festplatte mein Leben zu retten, dann ist Linux wirklich unfassbar toll. Es ist ein Kumpel, der in der Not hilft, aber im täglichen Leben einfach zu nervig für mich ist.

Das ist herzlos von mir, ich weiss.

  1. also als ganz normales Endbenutzer/StiNo Betriebssystem []
  2. Ich habe übrigens auch immer noch mein Nokia Handy. []
  3. Wir gehen mal davon aus, dass wir keinen Zweitrechner zur Hand haben, über den man sich über das Netzwerk einhacken und X-Window neustarten kann []
  4. Hier werden einige sagen: “Sowas verwendet man auch nicht!”, aber ich rede hier von Normalbenutzern und auch ich will Komfort, Maus und Klick bei der Arbeit. Warum? Es geht besser von der Hand und macht mehr Spass. []

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An diesem Wochenende war ich wieder einmal1 zu Besuch in meinem Elternhaus; warum auch nicht, mein Oberhausener Privatleben liegt eh völlig brach und ich kann mich ja auch hier nützlich machen und vielleicht sogar etwas vergnügen. Ich gewöhne mich zwar an das Alleinsein, aber ich freue mich trotzdem, meine nicht ganz so alten Freunde zu sehen.

Auch wenn ich ganz gut anpacken muss. Ich habe an diesem Wochenende insgesamt sieben Computer und zwei Netzwerke versucht zur Mitarbeit zu überreden sowie für zwei Leute Hausrat zwecks Umzugs geschleppt. Warum wohnt ihr eigentlich immer im Dachgeschoss? Ist das Bosheit oder Zufall? Ich nehme einfach mal letzteres an. Das hat alles Spass gemacht, aber nun bin ich noch viel geschaffter als Freitagabend.

Auf der PLUS Seite ist zu verbuchen, dass mein Auto wieder fährt und mit mir zurückkehren wird, ich habe außerdem ein neues preisgünstiges Navigationssystem und eine hoffentlich praktizierbare Idee, einen stabilen Internetzugang für meine Wohnung zu organisieren. Ach ja, ich bekomme gut zwei Tausender von diversen Auftraggebern und Ämtern überwiesen, nachdem ich auf eine arge Lücke in meinem Konto aufmerksam gemacht habe. Meine finanzielle Situation wandelt sich damit von “tragbar” zu “entspannt”.

Nun muss ich nur noch die eine oder anderen Methode entdecken, wie ich meine Freunde rund um meinen Wohnort auf irgend eine Weise entlasten kann, zum Beispiel: “Chef bestechen”, “Wüste Drohungen in Richtung Dekanat” “Rückenmassage”, “Fröhliches durch Denis bekochen lassen, der auch gern staubsaugt”, damit sie mal etwas Zeit für mich haben. Sonst muss ich leider wahnsinnig werden.

  1. ich bin in diesem Moment immer noch dort []

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