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Freitag, den 13. habe ich tatsächlich gut überstanden, nur meine Autotür nicht, da ist mir nämlich eine Fahranfängerin reingerauscht, als ich mir gerade den Verband wechseln ließ. Nun gut. Da hatte ich dann eine heulende junge Dame neben mir stehen (sie hatte drei ausgerenkte Rückenwirbel) und eine gute halbe Stunde im Regen zu überbrücken, weil ein eifriger Nachbar unbedingt die Polizei rufen musste. Nun gut. Mein Vater, der Fahrzeughalter war entzückt: Endlich wird auch mal die andere Tür ausgetauscht. Dafür durfte er auch den Anruf beim leidgeprüften Mechaniker tätigen, der darauf in etwa so reagiert wie Idefix auf gefällte Bäume. Ich berichtete. “Rat mal, was mit dem roten Golf ist…”. Ich hörte das “Was?” bis auf die andere Seite des Tisches.

Eigentlich sollte man glauben, das er durch Nachrichten über geknautschte Fahrzeugen eher erfreut würde. Aber seine Mission ist wohl eher, die Welt von solchen Anblicken zu befreien. Er ziert sich auch immer so, Geld anzunehmen. Wie der wohl überlebt?

Abends gab es dann hochklassige Unterhaltung mit genau dem richtigen Filmprogramm. Mit Bier, sonst kann man die nicht ertragen. Genießen, meine ich.

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Nach einem gar nicht mal so schlechten Tag auf der Arbeit quasi im Gehen während der Beladung des Gorgmobils mit meinen Mitfahrern schnell etwas futtern und dann direkt ins Kino – für gut drei Stunden – nach 2 Stunden Schlaf in der Nacht davor – geht das gut?

Komischerweise ja. Man kann Watchmen: Die Wächter auf jeden Fall das Kompliment machen, mich wachgehalten zu haben und unterhaltsam zu sein, stellenweise auch mehr: Ich kann bestätigen, dass meine Begleiter schwer beeindruckt waren.

Aber die kennen auch den Comic nicht. Der Film schnippelt rechts und links, oben und unten alles weg, was man nur weglassen kann und versucht, sich auf die Geschichte der Helden auf dem mehr oder weniger unfreiwilligen Altenteil zu konzentrieren. Das ist immer noch eine verdammt gute, facettenreiche, epische Geschichte. Die Vorlage war viel mehr als das und es zeigt sich in Zack Synders Verfilmung anschaulich, dass die Vorlage tatsächlich so umfangreiches, geschickt verwobenes Garn ist, in ganzen wohl wirklich unverfilmbar: Es war als Comic gedacht und kann nur (!) seine volle Wirkung entfalten.

Aber das ist alles Fangeschwafel. Comicfan Snyder hat einen richtig guten Watchmen-Film gemacht. Man könnte ihm die nicht immer überzeugenden Spezialeffekte vorwerfen. Man könnte ihn fragen, warum wirklich jede Einstellung übertrieben künstlich verdreckt aussehen musste – vermutlich, um die düstere Grundstimmung kurz vor dem Atomkrieg auszudrücken. Nixons Nase. Warum Dr. Manhattans enormer blauer Schwanz1 viel größer ist als im Comic.

Der Film ist schon in Ordnung. Das Ende nicht ganz dasselbe, aber die große Frage ist noch da.

  1. Es ist nur ein Computereffekt, Ladies! []

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Ihr kennt ja auch die permamenten Klagen, wie verroht und verferkelt unsere Jugend durch Film und Fernsehen, Manga und Videospiele geworden sind? Ich bin mir sicher, die ewigen Predigten sind dem geneigten Leser ein Begriff – wer von euch mit Eltern (oder mit Pädagogen ohne oder mit Nachwuchs, bei denen ist das egal)  zu tun hat, darf sich (schwer) geprüfter Experte nennen.

Jedenfalls war auch hier alles besser, damals, als man selber jung war. Da gab es noch kinderfreundliche Sachen im Fernsehen, vor allem eine ganze Menge Tierfilme, Dokumentationen und Spielfilme mit Tieren in tragenden Rollen, die ich als Kind geliebt habe, schließlich fand ich die meisten Tiere zumindest interessant, viele wahnsinnig toll und wirklich kein einziges eklig – jedenfalls nicht so eklig wie ich Marzipan bewertete. Mal angenommen, Marzipan wäre ein Tier. Stellt es euch einfach vor – widerwärtig, oder?

Meine allerliebsten Lieblingstiere von allen waren Otter – Fischotter, Seeotter – alle Lutrinae hatten es mir angetan und ich bin bis heute ein großer Fan; wenn jemand von euch otternah wohnt, komme ich sofort zu Besuch. Kein Problem. Mein Herz geht weit auf, wenn ich nur diesen hopsigen Gang sehe, ach, alles! Ich bekenne feierlich: Ich liebe Otter!

Nun, daher war ich auch begeistert als einmal Mein Freund, der Otter im TV-Programm angekündigt war. Damals durfte ich nicht sonderlich lange fernsehen, aber meine Eltern machten bei Tierfilmen schonmal eine Ausnahme und so konnte ich auch einen richtigen Spielfilm zu Ende schauen. Dieser hier war ganz toll und etwas süßlich – ein Mann aus London kauft auf einem Basar im Irak einen Fischotter und nimmt ihn mit nach London, wo – Surprise, Surprise! – ein gewaltiges Otterabhängiges Chaos entsteht. Der Tierfreund beschließt, einfach nach Schottland zu ziehen und sich dort ein Anwesen zu kaufen. Für den Wassermarder und für sich selbst auch – er ist die Zivilisation sowieso satt1. Er baut dem Otter ein bequemes Habitat und bezieht ein eher spartanisches für sich selbst, auf einem Hügel. Die örtliche Ärztin verliebt sich in ihm – sie hat einen freundlichen Hund, der irgendwann auch mit dem Otter Mij (ich dachte, er hieß “Mitch”)2 anfreundete und dessen viele kleine, völlig realistische Streiche stoisch ertrug3. Alle waren sehr glücklich und wurden beste Freunde.

So weit, so gut, so kindgerecht, so etwas langweilig, oder?

Nun, bis zu den letzten Minuten, in denen etwas so drastisches und absolut grauenvolles passiert, das ich diese Szene niemals wieder vergessen habe. Ehrlich, ich habe sie genau vor meinem inneren Auge; es wird eigentlich nichts gewalttätiges gezeigt und, aber selbst einem Grundschüler wie mir war klar, dass … dieses unabsichtliche, aber mächtige Ausholen mit einem Spaten … nicht gut für einen kleinen Otter ausgehen kann, der dummerweise gerade in diese Richtung unterwegs ist. Schnitt hin oder her.

Das war so … schlimm. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich untröstlich war, aber es hat Ewigkeiten gedauert – da war mir auch komplett egal, ob die das alles nur gespielt haben, Otter inklusive. Nicht, dass ich nicht zwischen Film und Realität unterscheiden konnte, aber der Mij in der Geschichte war eben trotzdem tot. Und das machte mich sehr traurig; ich war immer schon schwer zu trösten. Mir war auch egal, dass Mij sehr fleissig gewesen war und eine Handvoll süßer Nachkommen gezeugt hatte4 – der “Ewige Kreislauf des Lebens” war mir aber sowas von kackegal. Die sollten ein Ersatz für Mij sein ?!?

So etwas Fieses würden sich die Macher von Yu-Gi-Oh! oder Pokemon oder Dragonball Z niemals trauen. Da können sich die Anime-Helden noch so lange prügeln.

Da kommen die nie dran. Ich finde es aber immer noch sehr erstrebenswert, einsam in Schottland zu leben, auf einem Hügel, mit einer tollen Frau nebst Hund und einem Otter, natürlich. Außerdem: Ein guter Vorrat des besten lokalen Whisky, natürlich, sowie etwas Shortbread (Ich habe ein gutes Rezept.).

  1. Der Film ist von 1969, die meisten damaligen Spielfilme mit Tieren handelten von Aussteigern. []
  2. Übrigens war Mij Mitglied einer bisher völlig unbekannten Otterart, die inzwischen ausgestorben ist. Dieser Film schafft es auch heute noch, mich zu deprimieren – zig Jahre später. []
  3. Tatsächlich basierte der Film auf einem Buch von Gavin Maxwell, der das alles so ähnlich erlebt hatte und wohl auch neben seinem Otter begraben wurde. []
  4. Auch in Familienfilmen von 1969 musste noch etwas Sex vorkommen, erst recht in welche mit Tieren. Mmmh. Nein, nicht so. []

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Na gut: Es sind vier, die ich euch hier weitergeben möchte:

  1. The Dark Knight, der neue Batman Film, ist ein guter. Er ist allerdings eine gute Stunde zu lang, hat seine dramaturgischen Hänger und ein ziemlich mäßiges Ende. Dafür gibt es teils beeindruckende Schauwerte, wirklich ordentliche schauspielerische Leistungen und etwas mehr Humor als in Batman Begins. Es ist wieder voller “Das Darf Man In Solchen Filmen Nicht Machen, Aber Sie Haben Es Trotzdem Getan, Meine Güte.”-Momente -der Streifen ist ganz schön brutal. Übrigens fand ich den Joker nicht komisch, genau wie es eigentlich sein sollte. Guter Film, aber lange nicht so gut wie ihn die Kritiker machen, geneigte Leser. Könnt ihr mir glauben und dann trotzdem ins Kino gehen; Filme mit Krawumm müssen im Kino gesehen werden. Nehmt die Originalfassung.
  2. Rechtzeitig gute Plätze zu reservieren macht Sinn, wenn man sonst weit vorn und an der Seite vor einer der gewaltigen Multiplex-Leinwände sitzt. Das macht Kopfschmerzen und tut in den Augen weh.
  3. Ich musste feststellen, dass die reale geschminkte Gefahr nicht Heath Ledger als Joker ist, sondern die sich vor der lokalen Schicki-Proll Disco Elephant Club sammelnden Gestalten. Bleib da länger als ein paar Minuten stehen und du wirst unruhig. Man entwickelt eine sanfte Paranoia und nur schwer unterdrückende Fluchttendenzen. Die sind alle so ernsthaft und unentspannt. Es gibt wenige Momente, in denen ich mich für einen der Coolsten vor Ort halte; dieses war einer davon und sollte auch so ein in die Archive dieses Blogs eingehen.
  4. Einer meiner Begleiter hatte sich aus Überzeugung dauerhaft von seinem Mobiltelefon getrennt; ich glaube, weil er sich durch so ein kleines Ding und unerwartete SMS und Anrufe in seinem Tagesablauf eingeschränkt fühlte oder so – ich habe nicht gefragt, das sollte ich wohl nachholen. Ich muss sagen, dass ich unerwartete SMS und Anrufe gern mag. Solange sie nett sind, was ehrlich gesagt der Großteil ist.

    Ich mag das Handy, weil dadurch mein Tag manchmal nicht mehr ganz so durchgeplant und gleichförmig und grau ist. Wenn es autokratische Tendenzen entwickelt, kann ich es im Gegensatz zu anderen Diktaturen einfach abschalten. Gar kein Problem.

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Wirklich richtig spannend bei der heutigen Oscarverleihung – die ich immer gern anschaue – sind für mich meistens die Animationsfilme, für die leider jedes Mal nur so ein paar Minuten abfallen. The Beat hat aber alle Nominierten im Web gefunden und die YouTube Links zu den ungekürzten Filmchen gesammelt.

Your Guide to winning the Oscar Pool!: “As usual, it takes no skill to figure out the big winners at the Oscars, the occasional Crash aside. Picking the Coen Brothers, Javier Bardem and Diablo Cody is about as safe as predicting the appearance of another Skrull poster from Marvel next week. No, where Oscar pools are won and lost is in the Live Action Short and Animated Short categories. These obscure nominees crawl from the primordial ooze of doing it for art, get a brief touching moment and then go back to their careers of dedication to craft. We can’t really pick the live action shorts, but figure we should have a shot at the animated shorts. And good news! You can play along as they are almost all available on YouTube!”

(Via THE BEAT.)

Ich tippe auf “Madame Tutli-Putli”. Und ihr?

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Bild 1_1.pngMeine liebe Freundin, die Schauspielerin, sagte leicht abgehoben durch Rumgenuss, dass David Lynch wie ein sehr alter Kakadu aussieht.

(Hier ein Ausschnitt aus seiner täglichen Nachricht über das Wetter in seinem Büro. Oder besser draussen um sein Büro herum. Die erste Variante gefällt mir aber besser.)

Ich muss zugeben: So ganz Unrecht hat sie ja nicht.

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